Ploce – Luka Ploce
Hafenstatus und Versorgung in Ploče
Die Luka Ploče ist ein großer Universal- und Handelshafen, keine öffentlich ausgewiesene Yachtmarina. Ihre spezialisierten Terminals dienen unter anderem Schüttgut, Flüssiggut, Containern, Stückgut und Fährverkehr. Freie Kais dürfen deshalb nicht wie touristische Gastliegeplätze genutzt werden; jede Einfahrt und Abfertigung unterliegt Hafenbehörde, Betreiber und den geltenden Sicherheitsregeln.
Für Sportboote veröffentlicht die Hafenverwaltung weder eine Zahl regulärer Gastliegeplätze noch eine Zusage für Wasser und Strom am Liegeplatz. Auch Sanitäranlagen für Marinanutzer werden nicht ausgewiesen. Gewerbliche Hafenleistungen sind keine automatisch zugängliche Versorgung für private Yachten.
Ein Kran, Travellift oder Landlager für Sportboote gehört nicht zu einer veröffentlichten Marinaausstattung. Die Umschlaganlagen des Handelshafens dürfen nicht als Yachtservice interpretiert werden. Reparatur, Auskranen und längerer Aufenthalt müssen bei einem dafür zugelassenen Betrieb außerhalb des Frachtbereichs organisiert werden.
Eine neue Marina mit bis zu 400 Liegeplätzen in den Bereichen Pod cestom und Sidrište befindet sich nach den offiziellen Investitionsunterlagen im Planungs- und Genehmigungsstadium. Die dort beschriebenen künftigen Becken und Leistungen existieren nicht automatisch bereits. Bis zur belegten Inbetriebnahme dürfen diese Projektdaten nicht als gegenwärtige Hafenversorgung dargestellt werden.
Eine öffentlich dokumentierte Tankstelle für Boote innerhalb einer bestehenden Marina ist nicht belegt. Gewerbliche Kraftstoffanlagen im Handelshafen sind nicht frei zugänglich. Vor jeder Versorgung müssen Hafenbehörde oder ein geeigneter Sportboothafen den zulässigen Tankplatz, Kraftstoff, Betriebszeit und Zugang verbindlich bestätigen.
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Ploče, ein geplanter Hafen zwischen Bahn und Seen
Ein Hafen für das Hinterland
Die Idee, Bosnien und Herzegowina über das Neretva-Gebiet mit einem Seehafen zu verbinden, reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Österreich-Ungarn begann 1878 mit dem Ausbau eines Eisenbahnnetzes im Hinterland und ließ auch erste Dämme am Neretva-Raum anlegen, setzte den eigentlichen Hafenbau bei Ploče jedoch nicht um.
Ingenieur Boris Karakoz untersuchte Flussmündung und Bucht ab den 1930er Jahren und plante Hafen und Stadt gemeinsam. Ploče ist deshalb in wesentlichen Teilen keine über Jahrhunderte gewachsene Küstenstadt, sondern das Ergebnis einer Verkehrs- und Industrieplanung, in der Schiene, Hafenbecken und Siedlung aufeinander bezogen wurden.
Das adriatische Tor Bosnien-Herzegowinas
Die Lage nur etwa 25 Kilometer von der Grenze zu Bosnien und Herzegowina bestimmt die Funktion des Hafens bis heute. Über den Verkehrskorridor Vc verbindet er die Adria mit Sarajevo und weiter mit dem mitteleuropäischen Raum. Der staatliche Hafenbezirk umfasst seit 1997 die Becken Ploče und Metković.
Seit 1999 ist fast das gesamte Hafengebiet zugleich Freizone. Die großen Silos, Lagerflächen und Umschlagbrücken sind daher keine touristische Kulisse, sondern sichtbarer Teil einer Logistikkette, die weit über die kroatische Küste hinausreicht.
Sieben Seen über tiefen Karstbecken
Nur wenige Kilometer von den Hafenanlagen liegen die Baćina-Seen: Crniševo, Oćuša, Podgora, Sladinac, Vrbnik, Šipak und das getrennte Plitko jezero. Sechs Seen sind miteinander verbunden. Einige sind Kryptodepressionen, deren Grund unter dem Meeresspiegel liegt, obwohl ihre Wasseroberfläche darüber liegt.
Das Gebiet besitzt zugleich eine lange Siedlungsgeschichte. Bei Baćina wurden Reste des antiken Praetoria, eine frühchristliche Basilika des 6. Jahrhunderts und mittelalterliche Grabsteine gefunden; neuere archäologische Ausstellungen dokumentieren Funde vom mittleren Neolithikum bis in die Neuzeit. Damit treffen bei Ploče zwei sehr verschiedene Landschaften unmittelbar aufeinander: ein im 20. Jahrhundert entwickelter Frachthafen und ein Karstseegebiet mit jahrtausendealten Nutzungsspuren.