Mitteldalmatien · ausgewogen · Inselkultur und Segeln
Šolta, Vis und Hvar ab Trogir
Eine klassische mitteldalmatinische Woche mit kurzen bis mittleren Schlägen, zwei sehr unterschiedlichen Häfen auf Vis und einem Inselabend in Palmižana. Gut 113 Seemeilen lassen Raum für Kultur, Baden und gutes Essen.
Tag 1 · Samstag
Trogir → Kastel Gomilica
Nur wenn Übergabe, Proviant und Tageslicht passen, führt ein kurzer Auftakt nach Kaštel Gomilica zur Festung Kaštilac.
Der kurze Auftakt findet nur bei genügend Tageslicht statt
Zwischen der Charterbasis in Trogir und Kaštel Gomilica liegen gut sieben direkte Seemeilen. Dieser Ortswechsel ist eine Option für den Übergabetag, kein fester Programmpunkt. Inventar, Sicherheitsausrüstung, Motor, Segel, Ankeranlage und bekannte Schäden werden ohne Zeitdruck geprüft. Erst wenn Proviant verstaut, Rollen verteilt und der Liegeplatz bestätigt sind, entscheidet die Crew, ob das verbleibende Tageslicht für eine ruhige Fahrt durch die Kaštela-Bucht reicht.
Verzögert sich die Übergabe, bleibt die Yacht in Trogir und startet am Sonntag direkt nach Maslinica. Kaštel Gomilica wird nicht später hektisch nachgeholt. Fähren, lokaler Verkehr und die Zufahrten mehrerer Marinas verlangen auch auf der kurzen Strecke aufmerksamen Ausguck. Der zugewiesene Steg steht vor der Einfahrt fest; Fender, Leinen und Mooringhandschuhe liegen rechtzeitig bereit.
Liegeplätze und Versorgung der Marina Kaštela
Die Marina Kaštela liegt in Kaštel Gomilica im inneren Teil der Kaštela-Bucht. Der Betreiber nennt 420 Wasserliegeplätze mit Tiefen von etwa 2,5 bis acht Metern. An der Außenseite des rund 500 Meter langen Wellenbrechers stehen bei etwa zehn Metern Wassertiefe Plätze für große Yachten zur Verfügung; jede Zuweisung richtet sich nach sämtlichen Schiffsmaßen.
Alle Wasserliegeplätze verfügen über Wasser und Strom. Je nach Bereich reichen die Anschlüsse von 16 bis 800 Ampere. Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen, getrennte Bereiche für Eigner sowie barrierefrei nutzbare Einrichtungen gehören zur Ausstattung. Hinzu kommen WLAN, Wäscherei, Rezeption, 24-Stunden-Hafenhilfe und Videoüberwachung.
Der Servicebereich besitzt einen Travellift mit 60 Tonnen, einen Fünf-Tonnen-Kran sowie Transportfahrzeuge mit 60 und 40 Tonnen Tragfähigkeit. Die aktuelle Website nennt 200 Landplätze, während der Preisprospekt 2026 für den Servicebereich 150 ausweist; die tatsächlich verfügbare Kapazität muss daher bestätigt werden. Ein 200-Tonnen-Travellift befindet sich laut Prospekt erst in Beschaffung.
Auf dem Gelände liegen Werkstätten, Lager, Supermarkt, Geschäft für nautischen Bedarf, Restaurants, Café, Segelzentrum, 25-Meter-Hallenbad und 437 Parkplätze. Altöl, Filter, Schlamm und Batterien werden an einer besonderen Sammelstelle angenommen. Einzelne Freizeit- und Gastronomiebetriebe haben eigene Öffnungszeiten.
Eine Tankstelle für Boote wird in der aktuellen offiziellen Ausstattungsliste nicht genannt. Nicht-offizielle Hafenverzeichnisse widersprechen sich hierzu. Vor der Planung muss deshalb bei der Marina geklärt werden, ob aktuell ein Tanksteg betrieben wird; andernfalls ist eine geeignete Bootstankstelle in der Kaštela-Bucht anzulaufen.
Kaštel Gomilica und die Festung der Benediktinerinnen
Sieben befestigte Orte in einer Bucht
Der Name Kaštela bezeichnet eine Kette aus sieben Siedlungen zwischen Split und Trogir. Adlige Familien und kirchliche Grundherren errichteten an der Küste befestigte Landsitze, als osmanische Angriffe das offene Feld am Fuß des Kozjak gefährdeten. Um die Kastelle entstanden neue Dörfer, deren Namen bis heute die einzelnen Stadtteile bestimmen.
Kaštel Gomilica entwickelte sich um den Besitz der Benediktinerinnen von Split. König Zvonimir übertrug dem Kloster 1078 Land im Kaštela-Feld. Auf älteren römischen und frühchristlichen Spuren entstand im 12. Jahrhundert die vorromanische Kirche der Heiligen Kosmas und Damian.
Kaštilac auf dem Riff Gomilica
1545 vollendeten die Nonnen auf dem kleinen Riff Gomilica die Festung Kaštilac. Eine Zugbrücke und ein hoher Torturm sicherten den Zugang. Neben den klösterlichen Besitzern fanden auch Familien aus dem zerstörten Dorf Kozice innerhalb der Mauern Schutz.
Der dicht bebaute Innenhof und die Häuser am Wasser machen die ursprüngliche Funktion als bewohnte Fluchtburg noch erkennbar. Kaštilac wurde im 21. Jahrhundert außerdem als Drehort genutzt, doch seine tatsächliche Geschichte als kirchlich organisierte Schutzanlage ist wesentlich älter als diese mediale Bekanntheit.
Kirche, Sarkophage und eine alte Eiche
Die Kirche der Heiligen Kosmas und Damian steht über Resten einer römischen Villa rustica, einer frühchristlichen Kirche und Nekropole. Frühchristliche Sarkophage belegen die lange sakrale Nutzung des Platzes. Reliquien verschiedener Heiliger und des ungarischen Königs Stephan werden mit dem Gotteshaus verbunden.
Vor der Kirche wächst eine mehr als 700 Jahre alte Eiche. Nach lokaler Überlieferung soll König Zvonimir unter ihr geruht haben; das Lebensalter des Baums und der legendäre Besuch sind dabei getrennt zu betrachten. Gemeinsam mit Kaštilac verbindet der Ort römische Landwirtschaft, mittelalterlichen Klosterbesitz und die Befestigung der frühen Neuzeit in einem kleinen Küstenabschnitt.
Kaštel Gomilica verbindet Landgang und letzte Einkäufe
Nach dem Festmachen werden nur die Vorräte ergänzt, die bis zum nächsten gut ausgestatteten Hafen wirklich fehlen. Supermarkt und Gastronomie im Marinabereich sind praktisch, doch der erste Abend muss nicht auf dem Gelände enden. Ein kurzer Weg nach Kaštilac zeigt die bewohnte Festung der Benediktinerinnen direkt am Wasser und gibt dem knappen Auftakt ein klares Ziel.
Zum Essen passen Fisch, Grillgerichte oder saisonales Gemüse in einer Konoba. Eine Reservierung folgt erst auf den bestätigten Liegeplatz. Brot, Obst, Trinkwasser und eine vollwertige Bordmahlzeit für den Folgetag kommen an Bord; ein übervoller Kühlschrank hilft auf der Passage nach Maslinica nicht.
Maslinica ist das Ziel des ersten vollen Segeltags
Am Sonntag liegen knapp 16 direkte Seemeilen bis Maslinica vor der Yacht. Wetter, Windseite und der Platz in der kleinen Marina Martinis Marchi werden am Abend geprüft. Bei ungeeigneter Lage bleibt ein sicherer Hafen in der Kaštela-Bucht oder an der Nordseite von Šolta die vernünftige Alternative.
Vor der Nacht steht die Yacht so da, wie sie am Morgen ablegen soll: Frühstück, Getränke, Leinen und persönliche Ausrüstung sind erreichbar. Ein ruhiger erster voller Segeltag beginnt nicht mit der Suche nach Handschuhen oder Ladegeräten.
Der vollständige Törnplan ist für Charterberater-Kunden verfügbar
Charterberater-Kunden erhalten diese sorgfältig aufbereiteten Törnvorschläge kostenfrei, einschließlich aller Etappen, Häfen, Restaurant- und Liegeplatzempfehlungen sowie einer druckbaren PDF. Wenn wir Sie nach einer qualifizierten Anfrage bereits als Kunden angelegt haben, können Sie sich mit Ihrer bei uns hinterlegten E-Mail-Adresse einloggen oder einmalig registrieren.
Einloggen oder Zugang registrieren