Der nördliche Schwesterband „Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien“ reicht von Koper bis Split. Die achte Auflage von 2026 ordnet Sloweniens kurze Küste, Istrien, den Kvarner und Norddalmatien in mehr als 50 zusammenhängenden Kartensektionen. Rund 59 Pläne und zahlreiche Fotos zeigen Häfen, Marinas und Ankerplätze direkt im Küstenverlauf; Angaben zu Ansteuerung, Liegen und Versorgung sind in die Karten eingebunden. Mit nur 64 großformatigen Seiten wirkt das Buch ungewöhnlich kompakt, deckt aber gerade die wichtigsten Ausgangsgebiete um Pula, Punat, Zadar und Šibenik geschlossen ab.
Die Kartenlogik eignet sich gut, um am Vorabend mehrere Tagesziele nebeneinander zu prüfen. Eine Crew erkennt, ob eine Route eher durch geschützte Inselgewässer oder über einen offenen Abschnitt führt und welche Häfen bei Bora oder Jugo als Ausweichziel erreichbar bleiben. Rund Zadar und Šibenik ist das besonders hilfreich, weil kleine Kursänderungen über unterschiedliche Inselketten, Brücken und Durchfahrten führen können. Die Pläne unterstützen die Vorbereitung einer Ansteuerung; Durchfahrtshöhen, aktuelle Sperrungen und lokale Verkehrsregeln müssen trotzdem aus aktuellen nautischen Quellen stammen. Ein Hafenfoto ersetzt weder Tiefenkontrolle noch den Blick auf Tonnen und Verkehr. Wer die Kornaten einbezieht, kann Versorgungsstopps bewusst vorziehen, weil im Inselgebiet nicht jeder Platz Wasser, Strom oder Einkauf bietet. Das spart spätere Umwege.
Die Ausgabe 2026 passt zu deutschsprachigen Crews, die zwischen Slowenien und Split chartern und eine visuell kompakte Arbeitsgrundlage bevorzugen. Sie bietet mehr Zusammenhang als einzelne Marinaeinträge, ohne den Umfang eines großen Adria-Piloten zu erreichen. Wer bis Dubrovnik oder Montenegro segelt, ergänzt den südlichen Band. Bojenkonzessionen, Nationalparkregelungen, Brückenöffnungen und Hafenorganisation können sich trotz aktueller Auflage während der Saison verändern. Deshalb bleiben aktuelle Seekarten, Notices, Wetter und das Briefing des Vercharterers maßgeblich. Als schnelle Übersicht am Kartentisch ist das Handbuch besonders stark; ausführliche kulturhistorische Vertiefung steht nicht im Mittelpunkt.
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