Vrsar – Marina Vrsar

Liegeplätze, 30-Tonnen-Kran und Tankstelle der Marina Vrsar

Die Marina Vrsar liegt südlich des alten Stadthafens am Fuß der Halbinsel Montraker. Der Bau begann 1999; der Betreiber nennt 200 Wasserliegeplätze und 40 Trockenliegeplätze. Fahrwasser und Liegeplätze weisen Tiefen zwischen vier und 14 Metern auf, sodass nach Betreiberangaben auch Yachten bis 50 Meter aufgenommen werden können.

Die Liegeplätze verfügen über Wasser und Strom. Zur Ausstattung gehören eine rund um die Uhr besetzte Marinawache, Videoüberwachung, WLAN, klimatisierte Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen sowie Waschmaschine und Trockner. Rezeption, Restaurant, Cafébar, Geschäft für nautische Ausrüstung, Charteragentur und Taucher-Service liegen im Marinabereich.

Der technische Betrieb besitzt einen Kran mit 30 Tonnen Tragfähigkeit und übernimmt Reparatur- beziehungsweise Servicearbeiten im Rahmen seiner Ausstattung. Einen Travellift mit höherer Kapazität weist der Betreiber nicht aus. Bootsgewicht, Abmessungen, Anschlagpunkte, Landlagerung und gewünschte Arbeiten müssen deshalb vor dem Heben mit dem Service abgestimmt werden.

Die Tankstelle für Boote befindet sich in der Marina; die Wassertiefe an der Zapfstelle beträgt vier Meter. Öffnungszeiten und angebotene Kraftstoffsorten sollten aktuell bestätigt werden. Die vorgelagerte Insel Sveti Juraj schützt den Naturhafen zusätzlich; auf ihr steht eine romanische Kirche gleichen Namens.

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Anreise und Einkaufen

Vrsar zwischen Bischofssitz, Steinbruch und Lim-Bucht

Die Stadt auf dem Hügel

Vrsars Altstadt liegt deutlich oberhalb des Hafens. Auf der Kuppe bestand bereits eine vorgeschichtliche befestigte Siedlung. Im Mittelalter kontrollierten Mauern, Tore und Türme den Zugang; zwei romanische Wehrtürme blieben erhalten. Der erhöhte Standort bot Sicht über den Hafen, die vorgelagerten Inseln und die Zufahrt zur Lim-Bucht.

Das Kastell der Porečer Bischöfe

Vrsar gehörte jahrhundertelang zum Besitz der Bischöfe von Poreč. Ihr Kastell entstand an der Stelle eines kleineren romanischen Palastes und wurde mit Wehrmauer und Türmen ausgebaut. Die Anlage zeigt, dass der Ort nicht nur Fischerei- und Steinbruchhafen war, sondern Verwaltungsmittelpunkt eines kirchlichen Territoriums.

Pietra di Orsera

Der Steinbruch Montraker wurde seit römischer Zeit genutzt. Besonders während der venezianischen Herrschaft war der helle „Pietra di Orsera“ für Paläste, Brücken und Kirchen gefragt; Ausfuhren nach Venedig sind seit dem 14. Jahrhundert belegt. Seit 1991 arbeiten internationale Bildhauer in einer Sommerschule im stillgelegten Bruch, und ihre Werke bleiben als Skulpturen in Vrsar.

Casanovas zwei Hafenaufenthalte

Giacomo Casanova hielt sich 1743 und 1744 in Vrsar auf und beschrieb beide Aufenthalte in seinen Memoiren. Beim ersten Besuch war er ein junger Geistlicher. Ein Jahr später kam er als Soldat zurück, als ein venezianisches Schiff mit 24 Kanonen und 200 Soldaten nachts im Hafen Ballast aufnahm. Die Episoden geben einen seltenen persönlichen Blick auf den damaligen kleinen Hafenort.

Lim-Bucht und Romualdshöhle

Nördlich von Vrsar drang das Meer in einen Teil des rund 35 Kilometer langen Lim-Tals ein. Unterseeische Quellen senken den Salzgehalt und fördern planktonreiches Wasser, das für Fisch- und Muschelzucht genutzt wird. Über der Bucht liegt die 105 Meter lange Romualdshöhle mit eiszeitlichen Tierknochen und frühen menschlichen Werkzeugen. Der Einsiedler Romuald lebte dort zu Beginn des 11. Jahrhunderts.

Restaurants und Hotels in der Nähe