Istrien und Kvarner · 7 Tage · Kultur und Natur
Istrische Küstenstädte und stille Inseln
Diese siebentägige Runde verbindet rund 116 direkte Seemeilen mit ungewöhnlich verschiedenen Landgängen: Pulas römische und industrielle Geschichte, die venezianischen Küstenorte Rovinj und Vrsar, den Nationalpark Brijuni, die einfache Insel Unije und die geschützte Meduliner Bucht.
Tag 1 · Samstag
Ankommen in Pula
Die Woche beginnt mit einer sorgfältigen Yachtübernahme und einem Abend zwischen römischer Arena, kaiserlichem Arsenal und der Riva von Pula.
Der erste Abend gehört der Yacht und nicht einer künstlichen Etappe
Die Runde beginnt mit einer Nacht in Pula. Übergabe, Inventar und Sicherheitseinweisung erhalten damit die Zeit, die sie brauchen. Motor, Kühlwasser, Batterien, Gas, Toiletten, Funk, Ankeranlage, Reffsystem und Notausrüstung werden praktisch geprüft. Offene Punkte kommen ins Übergabeprotokoll und werden mit der Basis geklärt, bevor am Sonntag zum ersten Mal abgelegt wird.
Danach verschwinden Taschen aus dem Salon, schwere Vorräte werden tief verstaut und mindestens zwei Crewmitglieder kennen Start und Stopp der Maschine. Der Verzicht auf einen späten Kurzschlag ist kein verlorener Urlaubstag. Er schafft einen ruhigen Beginn und lässt die Crew Pula erleben, statt im letzten Licht zwischen Berufsschifffahrt und unbekannten Stegen zu manövrieren.
ACI Pula liegt mitten in einem arbeitenden Stadthafen
Die Marina liegt an der Riva im inneren Hafen. Yachten teilen die große Bucht mit Behördenfahrzeugen, Werftbetrieb, Ausflugsbooten und größerer Schifffahrt. Der zugewiesene Platz wird deshalb genau bestätigt; ein freier Steg ist nicht automatisch ein Transitliegeplatz. Wasser, Strom, Sanitäranlagen, WLAN, Parken und nautische Versorgung stehen im Marinabereich oder in unmittelbarer Nähe zur Verfügung.
Eine Bootstankstelle befindet sich im Hafen. Betriebszeiten und Zufahrt werden bereits heute geklärt, damit am Rückgabetag keine Überraschung entsteht. Für umfangreiche Hebe- oder Werftarbeiten ist ACI Pula nicht die einzige Adresse im weitläufigen Industriehafen; technische Leistungen werden konkret mit Basis, Marina oder einem Fachbetrieb abgestimmt, statt aus dem Namen des Hafens abgeleitet.
Die Arena steht seit der Römerzeit am Weg zum Hafen
Das Amphitheater von Pula entstand in mehreren Bauphasen und erhielt unter den flavischen Kaisern im 1. Jahrhundert seine monumentale Gestalt. Der fast vollständig erhaltene Außenring aus istrischem Kalkstein macht die Arena schon vom Wasser und von der Riva aus unverwechselbar. In der Antike lagen Zuschauertribünen über einem komplexen System aus Zugängen und Nebenräumen.
Unter der früheren Kampffläche zeigt eine Ausstellung Geräte und Gefäße der römischen Wein- und Olivenölproduktion. Damit führt der Besuch über Gladiatorengeschichten hinaus: Amphoren, Pressen und Transportwege erinnern daran, dass die Halbinsel schon damals landwirtschaftlich produziert und über See gehandelt hat. Für den ersten Abend genügt die Arena zusammen mit einem Weg durch die Altstadt.
Forum, Augustustempel und Stadttore liegen dicht beieinander
Am heutigen Trg Forum befand sich bereits das römische Zentrum der Colonia Pietas Iulia Pola. Der Augustustempel überstand seine spätere Nutzung als Kirche und Speicher, wurde 1944 schwer beschädigt und anschließend rekonstruiert. Gegenüber bindet das Rathaus antike und mittelalterliche Bauteile in seine lange Baugeschichte ein.
Vom Forum führen die Gassen zum Sergierbogen, einem privaten Ehrenbogen aus dem späten 1. Jahrhundert vor Christus. Die Wege sind kurz genug für einen Abendspaziergang ohne Besichtigungsmarathon. Gerade nach einer Bootsübernahme wirkt Pula am besten als Abfolge sichtbarer Schichten: römischer Stein, venezianische Fassaden und die Hafenanlagen des 19. Jahrhunderts stehen nur wenige Straßen voneinander entfernt.
Das kaiserliche Marinearsenal veränderte Pula grundlegend
Im 19. Jahrhundert machte die Habsburgermonarchie den geschützten Naturhafen zu ihrem wichtigsten Kriegshafen. 1856 legte Kaiserin Elisabeth den Grundstein des Marinearsenals. Docks, Werkstätten, Kasernen und das Marinehospital zogen Arbeitskräfte aus vielen Teilen der Monarchie an und ließen die Bevölkerung in wenigen Jahrzehnten stark wachsen.
Aus dem Arsenal entwickelte sich die Werft Uljanik. Unter den Hügeln entstand zugleich ein Netz von Schutz- und Verbindungstunneln, heute als Zerostrasse zugänglich. Pula ist deshalb keine hübsch konservierte Hafenstadt, sondern ein Ort, an dem römische Monumente und industrielle Infrastruktur bis heute dasselbe Stadtbild teilen. Die Kräne und Sperrflächen im Hafen sind Teil dieser Geschichte.
Der Markt liefert eine bessere Pantry als ein übervoller Einkaufswagen
Am Morgen werden Brot, Obst, Gemüse, Trinkwasser und Zutaten für die ersten beiden Tage ergänzt. Empfindliche Lebensmittel kommen nur in Mengen an Bord, die der Kühlschrank zuverlässig fasst. Der Markt und die Geschäfte im Zentrum liegen nah genug, um fehlende Kleinigkeiten gezielt zu besorgen; Vorräte müssen nicht für eine vermeintlich unbewohnte Inselwelt gestapelt werden.
Zum Abend passen Maneštra, gegrillter Fisch oder Fuži mit Trüffel, ohne dass daraus eine kulinarische Pflichtliste wird. Vor dem Schlafen genügt ein kurzer gemeinsamer Blick auf die Prognose für die Westküste. Der Liegeplatz in Rovinj wird bestätigt, die Ablegezeit festgelegt und der Rest des Abends gehört Pula.
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