Maslinica – Martinis Marchi Marina - Solta

Liegeplätze und Versorgung der Marina Martinis Marchi

Die Marina Martinis Marchi liegt in der geschützten Bucht von Maslinica an der Westseite der Insel Šolta. Der Betreiber nennt 50 Wasserliegeplätze. Im inneren Becken werden Yachten bis 40 Meter aufgenommen, an der Außenseite des Wellenbrechers nach vorheriger Zuweisung Schiffe bis 80 Meter. Als maximalen Tiefgang nennt die aktuelle Marinaseite zwölf Meter; ältere touristische Unterlagen enthalten deutlich geringere Tiefenangaben, weshalb der konkrete Platz nach allen Schiffsmaßen bestätigt werden muss.

Die Liegeplätze verfügen über Mooringleinen, Wasser und Strom. Stromanschlüsse reichen laut Betreiber von 16 bis 125 Ampere; stärkere Anschlüsse werden gemessen und gesondert berechnet. Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen, WLAN, Videoüberwachung, Abfallentsorgung sowie Ladepunkte für Elektroboote und Autos gehören zur Marinaausstattung.

Ein Travellift, Kran oder eigener Werftbereich wird in der aktuellen offiziellen Leistungsliste nicht ausgewiesen. Auskranen, Landlager und umfangreiche technische Arbeiten dürfen daher nicht vorausgesetzt werden. Notwendige Servicearbeiten und ein geeigneter Hebebetrieb müssen vorab mit der Rezeption organisiert werden.

Die Marina ist ganzjährig geöffnet; Café, Restaurant und das im historischen Schloss eingerichtete Hotel arbeiten saisonal. Zum Komplex gehören außerdem ein Freilufttheater mit etwa 500 Plätzen und E-Bike-Verleih. Winterverträge umfassen nach der aktuellen Preisliste einen Standard-Stromanschluss mit 16 Ampere, Wasser im normalen Umfang, Sanitärnutzung und einen Parkplatz.

Eine Tankstelle für Boote wird vom Betreiber nicht als Einrichtung der Marina genannt. Vor dem Anlaufen muss deshalb eine geeignete Tankstelle am Wasser auf Šolta oder in der Region Split bestimmt werden. Öffnungszeiten, Kraftstoffsorten, Entfernung und die sichere Ansteuerung sollten direkt bei Marina und Tankstellenbetreiber geprüft werden.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Maslinica – Martinis Marchi Marina - Solta
Ansicht von Maslinica – Martinis Marchi Marina - Solta. Foto: Joadl / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 at.

Maslinica, eine geplante Siedlung gegen Piraten

Ein venezianischer Erlass von 1703

Maslinica entstand nicht allmählich aus einem alten Dorfkern. Die Brüder Ivan Petar, Juraj und Ivan Marchi beantragten nach dem Moreakrieg bei der Republik Venedig die Erlaubnis, die abgelegene Westseite Šoltas zu besiedeln und zu befestigen. Am 25. August 1703 genehmigte der Generalgouverneur Alvise Mocenigo III den Bau eines Turms, einer Siedlung und einer Kirche und stellte dafür 200 Morgen Land bereit.

Hinter dem Projekt standen zwei konkrete Ziele: Die Bucht sollte gegen Piratenangriffe gesichert und unbewirtschaftetes Land wieder genutzt werden. Die Marchi warben Siedler aus dem dalmatinischen Hinterland an, unter anderem aus der Zagora, aus Zaostrog und Prugovo. Landwirtschaft und Verteidigung waren damit von Beginn an miteinander verbunden.

Schloss, Turm und Kirche

Um 1708 war die befestigte Residenz mit Mauern und einem markanten Turm vollendet. Sie bildete die letzte Rückzugslinie für die neue Siedlung und kontrollierte zugleich die Einfahrt in die Bucht. Das heutige Martinis-Marchi-Hotel nutzt diesen historischen Komplex; seine Funktion als Wohnsitz entwickelte sich erst aus der ursprünglichen Wehr- und Kolonisationsanlage.

Auch die Kirche des heiligen Nikolaus gehörte zum genehmigten Siedlungsplan. Schloss, Kirche und die umliegenden Steinhäuser sind deshalb keine zufällige Ansammlung, sondern Bestandteile eines frühen neuzeitlichen Gesamtprojekts, mit dem Venedig die schwach besiedelte Inselküste stabilisieren wollte.

Sieben Inselchen vor der Bucht

Vor Maslinica liegen Polebrnjak, Stipanska, Saskinja, Grmej, Kamik, Balkun und Rudula. Diese sieben unbewohnten Inselchen bilden einen kleinen Archipel unmittelbar vor der Westspitze Šoltas. Ihre Silhouetten prägen den Blick aus der Bucht und erklären zugleich, weshalb die Zufahrt räumlich stärker gegliedert ist als eine offene Küste.

Maslinica blieb lange ein kleiner Fischer- und Landwirtschaftsort. Erst der Ausbau der modernen Marina, die 2012 fertiggestellt wurde, legte eine neue Nutzungsschicht direkt vor das barocke Schloss. Die historische Besonderheit des Ortes liegt gerade in dieser klar lesbaren Abfolge: geplante Wehrkolonie, Inseldorf und heutiger Hafen teilen sich denselben engen Uferraum.

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