Murter – Marina Betina
Liegeplätze und Werftservice der Marina Betina
Die Marina und Werft Betina liegt an der Nordostseite der Insel Murter, unmittelbar vor dem historischen Ort Betina. Der Betreiber führt 190 Wasserliegeplätze. Die veröffentlichten Wassertiefen reichen je nach Hafenbereich von drei bis acht Metern; für breite oder tiefgehende Schiffe muss der konkrete Platz vor der Anreise bestätigt werden.
Die Liegeplätze besitzen Anschlüsse für Wasser und Strom. Moderne Sanitäranlagen bieten Toiletten, Duschen und Warmwasser; zusätzlich gibt es eine professionelle Wäscherei. Eine rund um die Uhr eingesetzte Marinacrew und Videoüberwachung sichern den Hafen. WLAN, Müllentsorgung und etwa 120 Parkplätze gehören ebenfalls zur veröffentlichten Ausstattung.
Die Anlage ist zugleich eine aktive Werft. Sie nennt Reparatur und Wartung, Polieren und Wachsen, Unterwasserarbeiten sowie elektromechanische Leistungen. Für schwere Arbeiten stehen Hebeanlagen mit veröffentlichten Tragfähigkeiten von 20, 40 und bis zu 440 Tonnen sowie ein Ausziehbecken von 9,6 Metern Breite und 4,5 Metern Tiefe bereit. Abmessungen, Gewicht und Termin müssen vor jeder Kranung technisch abgestimmt werden.
Im Marinabereich befinden sich ein Geschäft für nautischen Bedarf, ein Lebensmittelmarkt, Restaurant und Wechselstube. Liegeplätze an Land und kombinierte Wasser-/Landverträge werden angeboten; ihre Verfügbarkeit richtet sich nach Vertrag und Saison.
Eine Tankstelle für Boote führt der aktuelle Betreiber nicht als Einrichtung auf dem Marinagelände. Ältere nautische Verzeichnisse nennen eine Kraftstoffstation in geringer Entfernung, doch Standort und Betrieb können sich ändern. Die nächste nutzbare Bootstankstelle, ihre Zufahrt, Öffnungszeiten und Kraftstoffsorten sollten deshalb aktuell bestätigt werden.
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Anreise und Einkaufen
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Betina und die Kunst des hölzernen Bootsbaus
Boote für Felder jenseits der Insel
Betina wird 1478 erstmals schriftlich erwähnt. Weil die kleine Insel Murter ihre wachsende Bevölkerung nicht ernähren konnte, bewirtschafteten Familien bald Flächen auf dem Festland sowie im Žut-Sit-Archipel und auf den Kornaten. Für Menschen, Tiere, Werkzeuge und Erntegut war ein eigenes Boot kein Freizeitgegenstand, sondern ein unverzichtbares Verkehrsmittel.
Im 18. Jahrhundert kamen die Schiffbauerfamilien Filipi und Uroda von Korčula nach Betina. Ihre Werkstätten entwickelten vorhandene Bootsformen für die Bedürfnisse der Bauern und Fischer weiter. Die Betina-Gajeta wurde robust, tragfähig und mit geringem Tiefgang gebaut, damit sie Lasten aufnehmen und an flachen Inselufern anlegen konnte.
Ein regionales Zentrum des Handwerks
Die Werften lieferten kleine und mittlere Holzboote für das Gebiet zwischen Zadar und Šibenik. 1926 bestanden in Betina eine große und neun kleinere Werften. Innerhalb des folgenden Jahres entstanden dort zwölf Fahrzeuge, während 72 Segel- und Ruderboote repariert wurden. Trotz des späteren Siegeszugs von Kunststoffrümpfen blieb Betina eines der wenigen Zentren des traditionellen Kleinbootsbaus an der kroatischen Adria.
Museum im Haus und auf dem Wasser
Das 2015 eröffnete Museum des hölzernen Bootsbaus sammelt Werkzeuge, Modelle und mündlich überliefertes Wissen der Schiffbauer, Fischer und Landwirte. Seit 2019 setzt sich die Ausstellung im alten Hafen fort: 46 erhaltene Gajeten, Kaići und Leuti bilden dort ein schwimmendes Freilichtmuseum.
Ein besonders wichtiges Exponat ist die 1931 gebaute Gajeta Cicibela. Im Zweiten Weltkrieg brachte sie nachts Flüchtlinge zu größeren Schiffen auf den Kornaten; tagsüber wurde sie mit Steinen gefüllt und im flachen Wasser versenkt, um sie zu verbergen. Nach schwerer Beschädigung und jahrzehntelangem Verfall wurde sie restauriert und nach Betina zurückgebracht.