Marina di Campo

Liegeplätze und Versorgung im Hafen von Marina di Campo

Der Hafen von Marina di Campo liegt am westlichen Ende der großen Sandbucht und wird innerhalb einer staatlichen Konzession betrieben. Eine aktuelle Tourismusbroschüre nennt 150 Liegeplätze für Boote bis 25 Meter. Die Hafenordnung garantiert in der Hauptsaison acht Prozent der verfügbaren Plätze für Transit, begrenzt die jeweilige Nutzung aber. Süd- und Südostwind können den Schutz beeinträchtigen.

Trinkwasser und Strom werden am Liegeplatz gegen Verbrauch bereitgestellt. Der Sanitär-Bereich umfasst Toiletten und Duschen. Mooringhilfe, WLAN, Videoüberwachung und Taucherhilfe auf Anfrage gehören zum Angebot. Einkäufe und Gastronomie liegen direkt im Ort. Konkrete Platzmaße, Tiefgang und Verfügbarkeit müssen beim Betreiber bestätigt werden.

Eine extern betriebene Tankstelle befindet sich am Hafen. Kraftstoffsorten und Öffnungszeiten sind deshalb beim aktuellen Betreiber zu prüfen. Der Hafen nimmt haushaltsähnlichen Bordabfall sowie gebrauchte pflanzliche und mineralische Öle an. Für Schwarz-, Grau- oder Bilgenwasser nennt die Leistungsübersicht keine allgemein garantierte Pumpstation; diese Entsorgung muss separat geklärt werden.

Die öffentliche Leistungsübersicht weist keine zentrale Werft mit verbindlicher Travelift- oder Krantraglast aus. Heben, Reparaturen und Landlager müssen außerhalb des normalen Liegeplatzvertrags organisiert werden. Taucherarbeiten dürfen innerhalb der Konzessionsfläche ausschließlich durch den Betreiber beziehungsweise seine beauftragten Kräfte erfolgen. Fähr- und Ausflugsverkehr nach Pianosa nutzt ebenfalls das Hafenareal.

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Anreise und Einkaufen

Marina di Campo: Granitdörfer, Pisanerturm und die Insel Pianosa

Ein Fischerdorf nutzte die größte Sandbucht Elbas

Marina di Campo entwickelte sich aus einer kleinen Fischersiedlung an einer weit geöffneten Bucht. Der lange Sandstrand ist der größte der Insel. Erst der Tourismus des 20. Jahrhunderts ließ den Ort stark wachsen; der Hafen blieb dabei am westlichen Rand des Strandes.

Im späten 16. Jahrhundert gewann die Siedlung wegen ihres freien Blicks auf See an Bedeutung. Beobachtung war notwendig, weil die offene Südküste Angriffen und wechselnden Herrschaften ausgesetzt war.

Der Westen Elbas lieferte Granit für große Bauwerke

Oberhalb der Bucht liegen San Piero und Sant’Ilario am granitreichen Monte Capanne. Steinbrüche lieferten schon in römischer Zeit Säulen und Bauteile. Im Mittelalter nutzte Pisa den Elbaner Granit weiter; mehrere Säulen auf der Piazza dei Miracoli stammen aus diesem Gebiet.

Die Torre di San Giovanni steht auf einem großen Granitblock und gehört zu den pisanischen Befestigungen. Romanische Kirchen und die Dörfer am Hang zeigen, dass die historische Besiedlung nicht nur am heutigen Ferienort an der Küste lag.

Pianosa verbindet Archäologie und Gefängnisgeschichte

Vom Hafen bestehen Verbindungen zur flachen Insel Pianosa, die verwaltungsmäßig zu Campo nell’Elba gehört. Römische Reste, darunter eine Villa bei Cala Giovanna, belegen ihre Lage an antiken Seewegen.

1856 richtete das Großherzogtum Toskana dort eine Strafkolonie ein; 1968 wurde sie zum Hochsicherheitsgefängnis ausgebaut. Der Gefängnisbetrieb endete endgültig 2011. Beschränkter Zugang und die Verwaltung durch den Nationalpark prägen die Insel bis heute und haben zugleich dazu beigetragen, Küste und Meeresgrund vor intensiver Nutzung zu bewahren.

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