Castiglioncello – Marina Cala de Medici
Liegeplätze und Versorgung in Marina Cala de' Medici
Marina Cala de' Medici liegt zwischen Rosignano Solvay und Castiglioncello an der Etruskerküste. Die aktuelle Betreiberbroschüre nennt 650 Liegeplätze auf sieben Stegen. Gäste müssen Länge, Breite, Tiefgang und Verfügbarkeit direkt reservieren, weil ein Teil der Plätze langfristig an Mitglieder beziehungsweise Anteilseigner vergeben ist.
Wasser und Strom stehen an den Stegen bereit; Anschlusswerte und Abrechnung hängen von Platz und Boot ab. Der Sanitär-Bereich umfasst Toiletten und Duschen. Wäscherei, kontrollierte Zufahrt, Gastronomie, Geschäfte und barrierefreie Einrichtungen gehören zur Anlage. Parkplätze sind kostenpflichtig beziehungsweise bestimmten Nutzern zugeordnet.
Die Tankstelle liefert nach Betreiberangabe bleifreies Benzin und Diesel; Öffnungszeiten und Zufahrt müssen aktuell bestätigt werden. Eine Schwarzwasser-Pumpstation ist ausdrücklich ausgewiesen. Für Grau- und Bilgenwasser, Altöl, Batterien und andere technische Abfälle gelten getrennte Sammel- und Annahmeverfahren des Hafens.
Werft, Sliprampe und Kran beziehungsweise Hebeanlage gehören zur Ausstattung, doch die aktuelle öffentliche Broschüre nennt keine eindeutige maximale Traglast. Jeder Hub benötigt daher eine technische Bestätigung mit Termin, Maßen, Gewicht und Hebepunkten. Arbeiten im Liegeplatzbereich dürfen nur nach Freigabe der Marina erfolgen.
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Castiglioncello: Etruskerküste, Macchiaioli und Filmgeschichte
Der rote Felsvorsprung war schon in etruskischer Zeit besiedelt
Castiglioncello liegt auf dem letzten Ausläufer der Livorneser Berge. Archäologische Funde, darunter eine etruskische Nekropole, belegen die frühe Nutzung des Küstenvorsprungs. Im 17. Jahrhundert ließ die Medici-Herrschaft dort einen Wachturm errichten.
Die heutige Marina liegt südlich des historischen Kerns auf dem Gebiet von Rosignano Solvay. Ihr Name greift die Medici-Tradition auf, bezeichnet aber keinen erhaltenen Renaissancehafen.
Die Macchiaioli malten Licht und Landschaft vor Ort
Im 19. Jahrhundert versammelte der Kunstkritiker Diego Martelli Maler in Castiglioncello. Giovanni Fattori, Silvestro Lega, Telemaco Signorini und andere arbeiteten im Freien und setzten Licht, Schatten und Farbe in klaren Flächen gegeneinander.
Diese als Macchiaioli bekannte Bewegung entstand unabhängig vom französischen Impressionismus, teilte aber das Interesse an unmittelbarer Wahrnehmung und Alltagsszenen. Küstenwege, Pinien und ländliche Arbeit der Umgebung wurden wiederkehrende Motive.
Der Badeort wurde zur Filmkulisse
Seit dem späten 19. Jahrhundert entwickelte sich Castiglioncello zum Seebad. Villen, Pinienpark und Kulturveranstaltungen zogen Künstler und Schauspieler an. Das Castello Pasquini dient heute als Veranstaltungsort und erinnert an diese Phase.
Dino Risis Film „Il sorpasso“ von 1962 nutzte Castiglioncello als prägnante Kulisse des italienischen Wirtschaftsbooms. Die Küste wurde damit Teil einer nationalen Filmgeschichte, während die moderne Marina erst später südlich des Orts entstand.