Capraia – Porto di Capraia

Liegeplätze und Inselversorgung in Marina di Capraia

Marina di Capraia liegt in der einzigen größeren geschützten Bucht an der Ostküste der Insel. Der Betreiber reserviert laut Hafenordnung zehn Prozent der verfügbaren Plätze für durchreisende Boote, veröffentlicht auf der aktuellen Übersichtsseite jedoch keine belastbare Gesamtzahl samt Längen- und Tiefgangsklassen. Platz und Maße sind vorab über das Hafenbüro oder UKW-Kanal 69 zu bestätigen.

Wasser und Strom stehen nach Betreiberangabe an allen Kais zur Verfügung. In der Hochsaison wird Wasser nur zu veröffentlichten Zeitfenstern abgegeben. Der Sanitär-Bereich umfasst Toiletten und Duschen; nachts erfolgt der Zugang per Münze, Duschen werden zeitabhängig berechnet. Wäscherei und Tageszeitungsbestellung ergänzen die kleine Inselversorgung.

Die Tankstelle bietet bediente Saisonzeiten und Selbstbedienung mit Bargeld oder Karte; Diesel für Fischerei und gewerbliche Yachten wird gesondert geführt. Kraftstoffsorten, aktueller Betrieb und mögliche Liefergrenzen sind vorab zu prüfen. Eine feste Pumpe für Schwarz-, Grau- oder Bilgenwasser sowie die Annahme von Altöl werden nicht eindeutig als Gastleistung ausgewiesen und müssen angemeldet werden.

Ein Taucherdienst ist verfügbar. Eine zentrale Werft mit öffentlich bezifferter Travelift- oder Krantraglast lässt sich für die Marina nicht bestätigen. Heben, Reparaturen und Landlager müssen deshalb individuell organisiert werden. Lieferwege und technische Hilfe sind auf der abgelegenen Insel begrenzt; Ersatzteile und größere Arbeiten benötigen mehr Vorlauf als in einem Festlandhafen.

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Capraia: Vulkaninsel, genuesische Festung und ehemalige Strafkolonie

Ein erloschener Vulkan formte die Insel

Capraia ist die einzige Insel des Toskanischen Archipels, die vollständig vulkanischen Ursprungs ist. Steile Küsten, dunkles Gestein und die rot gefärbten Schichten der Cala Rossa zeigen diese Entstehung besonders deutlich. Monte Castello erreicht 445 Meter.

Im Inselinneren liegt mit dem Stagnone das einzige natürliche Süßwasserbecken des Archipels. Mediterrane Macchia bedeckt heute große Flächen; im Meer schützen Posidonia-Wiesen und felsige Steilwände artenreiche Lebensräume.

Genua befestigte den Ort gegen Piraten

Die Insel wurde von antiken Seefahrern genutzt und besaß in römischer Zeit eine Siedlung. Wiederholte Angriffe durch sarazenische und türkische Piraten machten die kleine Bevölkerung verwundbar. Im 16. Jahrhundert ließ die genuesische Banco di San Giorgio die gleichnamige Festung und mehrere Küstentürme ausbauen.

Hafen und höher gelegener Ort sind durch die einzige asphaltierte Straße verbunden. Ein älterer Weg, die Strada Romana di San Leonardo, bot eine weniger einsehbare Verbindung und wird traditionell mit dem Schutz vor Überfällen erklärt.

Die Strafkolonie prägte den Norden bis 1986

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde im nördlichen Inselteil eine landwirtschaftliche Strafkolonie eingerichtet. Gefangene und Personal bewirtschafteten abgegrenzte Flächen und errichteten verstreute Gebäude. Der Betrieb endete 1986.

Seit 1996 gehört Capraia zum Nationalpark Toskanischer Archipel. Ehemalige Kolonieflächen werden teilweise landwirtschaftlich genutzt, andere bleiben als historische Landschaft erhalten. Die heutige Insel verbindet damit Naturschutz nicht mit vermeintlicher Unberührtheit, sondern mit sichtbaren Spuren von Befestigung, Zwangsarbeit und späterer Aufgabe.

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