Yalikavak Marina – Palmarina
Liegeplätze und Infrastruktur der Yalıkavak Marina
Die frühere Palmarina firmiert heute als Yalıkavak Marina. Sie liegt westlich des alten Ortskerns und bietet 620 Wasser- sowie 140 Landplätze. Die Anlage ist auf große Yachten ausgerichtet und besitzt neben festen und schwimmenden Stegen mehrere Längsseitspositionen. Für Katamarane und Superyachten werden Platz, Tiefgang und Versorgungsbedarf individuell bestätigt.
Wasser und Strom stehen an den Stegen zur Verfügung; veröffentlicht werden Anschlüsse mit 16, 32, 63, 125 und 250 Ampere. WLAN, Sicherheitsdienst, Zollabfertigung, Abfall- und Recyclingstationen sowie eine Abwasserannahme ergänzen die Versorgung. Zur Sanitär-Infrastruktur gehören in einer Marina dieser Kategorie Crewbereiche, doch eine aktuelle öffentlich zugängliche Betreiberliste mit genauer Zahl und Lage der Toiletten und Duschen war nicht auffindbar; Details sollten bei der Reservierung geklärt werden.
Die Tankstelle besitzt leistungsfähige Zapfanlagen für Diesel und Benzin. Sorte, Preis, Durchfluss und der für die Yacht geeignete Tankplatz sind vorab abzustimmen. Große Schiffe müssen zudem prüfen, ob Zoll- oder Sicherheitsverfahren den Zugang beeinflussen.
Im Werftbereich arbeiten Travellifte mit 260 und 100 Tonnen sowie Transportfahrzeuge mit 100 und 30 Tonnen Tragfähigkeit. Technische Dienstleister und Chandlery sind vor Ort. Das veröffentlichte Gewicht allein ersetzt keine Prüfung von Breite, Rumpfform, Anschlagpunkten und verfügbarem Stellplatz.
Zur Marina gehören ein großes Einkaufs- und Gastronomiezentrum, Hotel, Spa, Fitnessbereich, Klinik, Supermarkt, Geldautomaten und Freizeitangebote. Die Anlage wird auf UKW-Kanal 72 gerufen. Östlich davon liegt ein eigenständiger Fischerhafen; dessen Plätze und Zufahrt gehören nicht zur Yachtmarina.
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Yalıkavak: vom Bergdorf Sandıma zum modernen Küstenort
Sandıma war der ursprüngliche Siedlungskern
Der ältere Kern von Yalıkavak liegt nicht am Meer, sondern etwa zweieinhalb bis drei Kilometer südlich in den Hügeln. Sandıma entstand zwischen kultivierbaren Hängen und der Küste. Breite ummauerte Höfe, steinerne Häuser, gewundene Wege und alte Wasserführungen zeigen die Struktur des früheren Dorfes.
Osmanische Quellen des 16. Jahrhunderts nennen Sandıma als mittelgroße Siedlung. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschien der Name auf Karten anstelle von Yalıkavak. Die Küstenbezeichnung bezeichnete zunächst vor allem den Anleger, nicht den Hauptort.
Zitrusanbau und Tourismus verlagerten das Dorf ans Wasser
Ab etwa 1960 setzte eine starke Abwanderung von Sandıma zur Küste ein. Der wachsende Mandarinenanbau ließ sich in der tieferen Ebene besser betreiben, zugleich schuf der Tourismus neue Arbeit an Stränden, Restaurants und Hafen. Bis in die 1970er-Jahre verlor das Bergdorf seine Funktion als Hauptsiedlung.
Heute wirkt Sandıma weitgehend verlassen. Mauerreste, Zisternen, ein kleiner Grabbau und Gärten liegen in einem geschützten städtischen Denkmalbereich. Die Ruinen sind keine antike Stadt, sondern Zeugnisse eines vergleichsweise jungen sozialen Wandels innerhalb weniger Generationen.
Bootsbau gehörte schon vor der Großmarina zur Küste
Yalıkavak war lange Fischer- und Werftort. Wie in anderen Buchten der Bodrum-Halbinsel bauten Handwerker hölzerne Tirhandils und später Gulets. Diese Boote dienten zunächst Fischerei, Schwammtaucherei und Transport, bevor sie zum prägenden Schiffstyp der sogenannten Blauen Reise wurden.
Die große Marina veränderte Maßstab und Wirtschaftsstruktur des Hafens, ersetzte aber nicht alle älteren Nutzungen. Der staatlich ausgewiesene Fischerhafen östlich der Anlage bleibt ein eigener Arbeitsbereich. Zwischen verlassenem Sandıma, Fischereihafen und internationaler Superyachtmarina lässt sich die Entwicklung Yalıkavaks ungewöhnlich klar ablesen.