Lanzarote – Puerto Calero

Liegeplätze und Werftservice im Puerto Calero

Puerto Calero ist eine privat betriebene Marina an Lanzarotes Südostküste. Der Betreiber nennt 438 Schwimmstegplätze für Boote von acht bis 80 Metern und mindestens sieben Meter Tiefe in der Zufahrt. Große Einheiten und breite Mehrrumpfboote benötigen eine bestätigte Platzzuweisung. Hafenpersonal ist rund um die Uhr über UKW-Kanal 09 beziehungsweise 16 erreichbar.

An jedem Liegeplatz stehen Wasser und Strom bereit; kostenloses WLAN gehört ebenfalls zum Angebot. Der Sanitär-Bereich umfasst Duschen, die mit der bei der Anmeldung ausgegebenen Marinakarte zugänglich sind. Wäscherei, Gepäckwagen, Schließfächer, Gastronomie und nautische Dienstleistungen befinden sich im Hafen. Anschlussleistung und Verbrauch richten sich nach Bootsgröße und reserviertem Platz.

Die Tankstelle liegt unmittelbar steuerbord hinter der Einfahrt und wird tagsüber bedient. Kraftstoffsorten und aktuelle Zeiten sind vorab zu prüfen; größere Mengen können über das Hafenbüro organisiert werden. Für Abwasser, Bilgenwasser, Altöl und andere technische Abfälle gelten gesonderte Verfahren. Eine spontane Nutzung einer festen Pumpe ist nicht auf der allgemeinen Serviceseite garantiert und deshalb anzumelden.

Die Werft besitzt einen Travelift bis 90 Tonnen und mehrere Fachwerkstätten. Heben, Reinigen, Antifouling und Reparaturen werden terminiert; Maße, Gewicht und Hebepunkte sind vorher einzureichen. Sehr große oder breite Projekte können nach Abstimmung in der Schwesterwerft Marina Lanzarote mit deren 820-Tonnen-Anlage bearbeitet werden. Parkflächen sind vorhanden, unterliegen jedoch den Regeln der Marina und des Geschäftsviertels.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Lanzarote – Puerto Calero
Ansicht von Lanzarote – Puerto Calero. Foto: IDS.photos from Tiverton, UK / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 2.0.

Puerto Calero: Lanzarotes erste planmäßig gebaute Marina

Die Marina entstand aus einem privaten Inselprojekt

Puerto Calero ist kein ausgebauter Fischerhafen. Der Lanzaroter Unternehmer José Calero entwickelte die Idee Anfang der 1980er Jahre als ersten eigentlichen Sportboothafen der Insel. Marina, Wohnbebauung und Geschäftszone wurden gemeinsam geplant und auf einer zuvor kaum bebauten Lavaküste angelegt.

Die Anlage begann mit deutlich weniger Liegeplätzen und wurde in mehreren Schritten erweitert. Ihre geschützten Becken, niedrigen Gebäude und promenadenartige Uferzone wurden zum Vorbild späterer Freizeitmarinas auf den Kanaren.

Die Lavaküste gehört zur Landschaft von Yaiza

Westlich und nördlich des Hafens prägen dunkle Lavaflächen die Gemeinde Yaiza. Die großen Timanfaya-Eruptionen von 1730 bis 1736 bedeckten Dörfer und Ackerland und formten einen erheblichen Teil des heutigen Südwestens neu. Puerto Calero selbst liegt außerhalb des Nationalparks, aber in derselben geologisch jungen Inselregion.

Landwirtschaft passte sich an Asche und Wasserknappheit an. In La Geria schützen halbkreisförmige Steinmauern einzelne Reben vor dem Passat, während poröse Vulkanasche Feuchtigkeit speichert. Diese Kulturlandschaft ist das Ergebnis menschlicher Anpassung, nicht eine natürliche Weinbergsform.

Sport und Werft erweiterten das ursprüngliche Ferienkonzept

Puerto Calero wurde über seine Wohn- und Gastronomiefunktion hinaus zu einem Trainings- und Veranstaltungsort für den Segelsport. Regatten und professionelle Teams nutzten das verlässliche Windrevier vor Lanzarote. Gleichzeitig wuchs die technische Werft zu einem wichtigen Betrieb für Atlantikfahrer.

Die Marina erzählt damit eine jüngere Phase der Inselgeschichte: Nach Landwirtschaft, Fischerei und Massentourismus entstand eine spezialisierte nautische Wirtschaft. Dass dieselbe Betreiberfamilie später Marina Lanzarote und weitere Inselhäfen entwickelte, zeigt die über den Ort hinausreichende Wirkung dieses Projekts.

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