Lanzarote – Arrecife / Marina Lanzarote
Liegeplätze und Großwerft in Marina Lanzarote
Marina Lanzarote liegt im Puerto de Naos unmittelbar bei Arrecife und ist zugleich Stadtmarina und Standort einer außergewöhnlich großen Werft. Der Betreiber nennt 380 Liegeplätze für Boote bis 60 Meter, maximal sechs Meter Tiefe im Becken und mindestens 4,3 Meter in der Zufahrt. Ein Platz bleibt reservierungspflichtig; Hafenpersonal ist auf UKW-Kanal 09 beziehungsweise 16 erreichbar.
An jedem Liegeplatz stehen Trinkwasser und Strom zur Verfügung. Je nach Platz gibt es 220- oder 380-Volt-Anschlüsse, bei Superyachtplätzen Leistungen bis 200 Ampere. Der Sanitär-Bereich umfasst kartenzugängliche Duschen und Toiletten. WLAN, Wäscherei, Schließfächer, nautische Geschäfte und Stadtversorgung liegen innerhalb oder unmittelbar außerhalb der Marina.
Eine Tankstelle befindet sich im Hafenbereich; Sorten, Öffnungszeiten und Annahmeverfahren sind vorab mit der Marina zu klären. Das Hafenreglement verbietet jede ungeregelte Abgabe von Bilgenwasser und Schadstoffen. Für Schwarz-, Grau- oder Bilgenwasser, Altöl und technischen Abfall gelten angemeldete Entsorgungswege; die Verfügbarkeit der jeweiligen Pumpe ist beim Hafenbüro zu bestätigen.
Die Werft besitzt einen Travelift bis 820 Tonnen, mehr als 20.000 Quadratmeter Arbeitsfläche und zwei Tiefkielgruben. Sie kann große Einheiten und breite Mehrrumpfboote aufnehmen. Jeder Hub erfordert technische Prüfung, Termin und bestätigte Hebepunkte. Reparaturen im Liegeplatzbereich sind ohne Genehmigung untersagt. Parken ist nur auf den ausgewiesenen Flächen erlaubt.
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Arrecife: Lagunenhafen, Piratenfestungen und Inselhauptstadt
Riffe und Lagunen gaben der Stadt ihren Namen
Arrecife bedeutet Riff. Basaltinseln, Untiefen und natürliche Lagunen schufen an Lanzarotes Ostküste einen ungewöhnlich geschützten Anlandeplatz. Im Charco de San Ginés sammelten und fischten bereits die indigenen Majos; später entwickelte sich an seinem Ufer der älteste Stadtkern.
Kleine Boote konnten zwischen den Riffen Schutz finden, während größere Schiffe weiter außen lagen. Diese natürliche Hafenform erklärt, weshalb Arrecife trotz seiner flachen Küste den älteren Inselhauptort Teguise wirtschaftlich überholen konnte.
Festungen reagierten auf wiederholte Piratenangriffe
Das Castillo de San Gabriel wurde im 16. Jahrhundert auf einer vorgelagerten Insel errichtet und nach Zerstörungen erneuert. Der Puente de las Bolas verbindet die Festung mit der Stadt. Im 18. Jahrhundert entstand weiter nördlich das Castillo de San José nahe Puerto de Naos.
San José wird auch Fortaleza del Hambre genannt. Sein Bau fiel in eine schwere Wirtschaftskrise und sollte Arbeit schaffen, nicht nur die Bucht verteidigen. Heute beherbergt es das von César Manrique mitgestaltete Museum für internationale Gegenwartskunst.
Der Hafen machte Arrecife 1847 zur Hauptstadt
Wein, Barrilla, Cochenille und andere Inselprodukte wurden über Arrecife ausgeführt. Händler, Lagerhäuser und Schiffsdienste ließen die Bevölkerung wachsen. 1847 löste Arrecife Teguise als Hauptstadt Lanzarotes ab; 1899 erhielt der Ort wegen seines Hafenverkehrs und Wachstums den Stadttitel.
Puerto de Naos blieb Arbeits- und Fischereihafen, während moderne Fracht- und Kreuzfahrtanlagen weiter ausgebaut wurden. Marina Lanzarote ergänzt diese Abfolge seit dem 21. Jahrhundert. Sie steht damit nicht isoliert am Stadtrand, sondern in einer jahrhundertelang genutzten Hafenlandschaft.