Yachtcharter Peloponnes
Die Peloponnes liegt zwischen dem Ionischen Meer im Westen und der Ägäis im Osten. Im Süden reichen drei lange Halbinseln ins Meer; dazwischen liegen der Lakonische und der Messinische Golf. Wer hier segelt, sieht vielerorts schon vom Wasser aus steile Berghänge, kleine Küstenorte und Festungsmauern. Dahinter liegen Olivenhaine, Weinbaugebiete und antike Städte, für die sich ein eigener Landtag lohnt.
Für die Törnplanung macht es einen großen Unterschied, an welcher Küste Sie beginnen. Kalamata liegt am Messinischen Golf und bietet Zugang zu den Küsten Messeniens und der Mani. Von Poros aus lässt sich dagegen der Argolische Golf mit Nafplio und den Orten der Argolis verbinden. Kiato liegt an der Nordküste am Korinthischen Golf. Zwischen diesen Gebieten liegen lange Seestrecken oder die Passage durch den Kanal von Korinth. Für eine Urlaubswoche empfehlen wir deshalb, einen Küstenabschnitt auszuwählen und Zeit zum Baden und für Landgänge einzuplanen.
Impressionen
Küsten, Segelbedingungen und Landgänge
Im Argolischen Golf: Nafplio und die Argolis
Der Argolische Golf reicht weit nach Norden in die Peloponnes hinein. Gegenüber den offenen Gewässern der Ägäis ist er vor dem sommerlichen Meltemi aus nördlichen Richtungen vergleichsweise gut geschützt. Häufig setzt im Tagesverlauf eine Seebrise aus Südost ein. Das ermöglicht schöne Segelnachmittage, verlangt bei der Wahl des Liegeplatzes aber Aufmerksamkeit für die Windrichtung. Die günstige Lage des Golfs bedeutet nicht, dass jede Bucht bei jedem Wetter ruhig bleibt.
Nafplio am nördlichen Ende des Golfs lohnt einen längeren Aufenthalt. Von der Uferpromenade fällt der Blick auf die kleine Inselfestung Bourtzi; über den Dächern steht die venezianische Festung Palamidi. Rund um den Syntagma-Platz lassen sich Altstadtgassen und Cafés zu Fuß verbinden. Auch der Strand von Arvanitia liegt in Gehweite der Altstadt. Für die antiken Anlagen von Mykene und Tiryns braucht es dagegen einen Ausflug ins Landesinnere. Wer diese Besichtigungen einplant, sollte den Hafentag dafür freihalten. Porto Heli und die vorgelagerte Insel Spetses ergänzen das Revier im Süden.
Die Ostküste bis Monemvasia
Südlich des Argolischen Golfs rücken die Berge dicht ans Meer. Tyros, Plaka und Kyparissi liegen an einer Küste mit kleinen Häfen und deutlich weniger großen Orten. Plaka ist der Hafen von Leonidio; die Stadt selbst liegt weiter im Tal und ist ein separates Ausflugsziel. Auf dem Weg nach Monemvasia nimmt der Schutz vor dem Meltemi ab. Bei kräftigem Nordwind müssen Sie deshalb auch den späteren Rückweg nach Norden berücksichtigen, statt nur die schnelle Fahrt nach Süden zu planen.
Monemvasias Altstadt liegt auf der Meerseite eines mächtigen Felsens. Vom heutigen Ort Gefyra führt eine Straße über den Damm zum Stadttor. In der Unterstadt folgen schmale gepflasterte Gassen, Kirchen und gewölbte Durchgänge aufeinander; der Aufstieg zur Oberstadt führt deutlich bergauf. Für diesen Besuch lohnt es sich, die Segelstrecke des Tages kürzer zu halten.
Südlich von Monemvasia liegt Kap Malea. Rund um das Kap und in der Meerenge Richtung Kythira können starker Wind und unruhige, durcheinanderlaufende See auftreten. Elafonisos ist daher kein beiläufiger Abstecher von Monemvasia aus. Für die Passage und eine mögliche Rückkehr braucht es eine passende Wetterlage und zeitlichen Spielraum.
Kalamata, der Messinische Golf und die Mani
Kalamata liegt am nördlichen Ende des Messinischen Golfs. Die Marina und der Stadthafen sind verschiedene Hafenbereiche; bei der Anreise zählt der im Chartervertrag genannte Übergabeort. In der Stadt lassen sich ein Spaziergang am Wasser und ein Besuch der Altstadt verbinden. Wer sich für Archäologie interessiert, kann einen zusätzlichen Tag für das antike Messene vorsehen. Die Ausgrabungsstätte liegt im Landesinneren: Theater, Stadion, Gymnasion und Teile der Stadtbefestigung gehören zu einem ausgedehnten Gelände.
An der Ostseite des Golfs zieht sich die Küste der Mani nach Süden. Bei Limeni stehen die Steinhäuser unmittelbar am Wasser; weiter landeinwärts und nach Süden wird die Landschaft karger und felsiger. Für Badestopps sind Windrichtung und einlaufender Schwell entscheidend. Ein schöner Platz für einige Stunden ist nicht automatisch ein geeigneter Nachtliegeplatz. Wer die Mani zunächst kennenlernen möchte, kann ihren westlichen Küstenabschnitt mit Kalamata verbinden, ohne die Umrundung der südlichen Halbinsel zum festen Ziel zu machen.
Koroni, Methoni und die Bucht von Navarino
Auf der Westseite des Messinischen Golfs liegt Koroni mit seiner Burg oberhalb des Ortes. Methoni befindet sich weiter westlich an der Südwestküste: Dort reichen die Mauern der großen Festung bis ans Meer. Beide Orte zeigen, wie wichtig diese Küste einst für die venezianische Seefahrt war.
Nördlich von Methoni liegt Pylos an der Bucht von Navarino, dem Schauplatz der Seeschlacht von 1827. Die Küstenstrecke über Methoni nach Pylos führt aus dem Messinischen Golf hinaus an die offene Westseite der Peloponnes. Die Bedingungen dort müssen Sie gesondert beurteilen; ruhiges Wasser vor Kalamata sagt wenig über den Seegang auf der anderen Seite der Halbinsel aus.
Die Nordküste und der Kanal von Korinth
Kiato liegt am Südufer des Korinthischen Golfs und damit in einem eigenen Törngebiet im Norden der Peloponnes. Der Kanal von Korinth verbindet diesen Golf mit dem Saronischen Golf. Wer ihn in die Reise einbezieht, muss die aktuelle Betriebs- und Verkehrslage beim Betreiber prüfen und Wartezeit berücksichtigen. Die Einfahrt erfolgt ausschließlich nach Freigabe der Kanalverwaltung; deren Verkehrsstelle ist über UKW-Kanal 11 erreichbar.
Für die festen Brücken nennt der Betreiber eine maximale Höhe über der Wasserlinie von 52 Metern. Prüfen Sie die tatsächliche Höhe Ihrer Yacht einschließlich Aufbauten und Antennen dennoch vor der Passage. Aktuelle Meldungen und die Bedingungen für die Durchfahrt stehen beim Betreiber des Kanals von Korinth.
Oliven, Marktbesuch und Wein aus dem Landesinneren
In Kalamata lohnt sich für den Proviant ein Besuch des zentralen Marktes im Bereich der Altstadt. Neben Oliven und Olivenöl werden dort unter anderem Käse, Honig, Kräuter und saisonales Gemüse angeboten. Mit Brot, Tomaten, Käse und Oliven lässt sich daraus ohne großen Kochaufwand ein Mittagessen an Bord zusammenstellen. An der Ostküste gehört die Tsakonische Aubergine zu den regionalen Produkten. Wer etwas Süßes probieren möchte, kann nach Diples Ausschau halten, dünn ausgebackenem Teiggebäck.
Zum Essen passt beispielsweise ein trockener Weißwein aus Mantinia im arkadischen Hochland. Er wird überwiegend aus Moschofilero gekeltert und ist für florale und zitrusartige Aromen sowie frische Säure bekannt. Das Anbaugebiet liegt im Inneren der Peloponnes. Einen Weingutsbesuch sollten Sie deshalb als eigenen Ausflug an Land planen.
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