Syros – Ermoupolis Fischerhafen
Liegeplätze und Versorgung im Hafen von Ermoupolis
Der Sportbootkai von Ermoupolis liegt im großen Handels- und Fährhafen der Inselhauptstadt; die Bezeichnung Fischerhafen beschreibt nur einen Teil der vielfältigen Nutzung. Der kommunale Hafenfonds nennt rund 260 Meter Yachtkai mit etwa 100 Plätzen, davon ungefähr 70 für Segel- und 30 für Motoryachten. Veröffentlichte Tiefen liegen je nach Abschnitt bei etwa 4,5 bis 8 Metern. Die konkrete Zuweisung bleibt verbindlich.
Wasser und Strom, Toiletten einschließlich barrierefreiem WC, Duschen zu veröffentlichten Öffnungszeiten, Beleuchtung und Feuerlöscher gehören zur Ausstattung. Das Sanitärangebot ist damit ausdrücklich vorhanden, jedoch nicht rund um die Uhr garantiert. Die gesamte Versorgung einer Inselhauptstadt liegt unmittelbar am Hafen.
Eine feste Tankstelle direkt an jedem Yachtplatz wird in der amtlichen Übersicht nicht genannt. Kraftstoff kann über örtliche Anbieter geliefert werden; Übergabeort und Zeit müssen wegen Fähr-, Handels- und Werftverkehr bestätigt werden. Hausmüll sowie Altöl, Batterien und Bilgen-, Grau- oder Schwarzwasser gehören ausschließlich an die jeweils ausgewiesenen Annahmen.
Ermoupolis besitzt eine große Schiffbau- und Reparaturtradition, doch Travelift, Kran, Helling, Werftzugang und Landlager sind keine automatisch buchbaren Leistungen des kommunalen Yachtkais. Arbeiten benötigen eine separate technische Vereinbarung mit einem zugelassenen Betrieb. Parkraum an der dichten Uferfront ist begrenzt.
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Ermoupolis: Flüchtlingsstadt, Handelszentrum und Industriehafen des 19. Jahrhunderts
Die Stadt entstand während der griechischen Revolution
Nach 1821 suchten Flüchtlinge aus Chios, Psara, Kasos und anderen zerstörten Handelsorten Schutz auf dem damals neutralen Syros. Unterhalb der älteren katholisch geprägten Siedlung Ano Syros gründeten sie eine neue Hafenstadt und benannten sie nach Hermes, dem Gott des Handels.
Die Lage, internationale Netzwerke und ein vergleichsweise sicherer Hafen ließen Ermoupolis rasch wachsen. Zeitweise war es der wichtigste Handelsplatz des jungen griechischen Staates, bevor Piräus diese Rolle übernahm.
Werften und Fabriken formten eine Industriestadt
Schiffbau, Gerbereien, Textilbetriebe, Maschinenbau und Lagerhäuser säumten den Hafen. Die Neorion-Werft führt einen Teil dieser maritimen Industriegeschichte fort. Das Industriemuseum bewahrt Maschinen, Werkzeuge, Fahrzeuge und Unternehmensarchive.
Der Niedergang einzelner Branchen hinterließ große Fabrikbauten, von denen einige umgenutzt wurden. Ermoupolis unterscheidet sich dadurch deutlich von kleineren, überwiegend agrarisch geprägten Kykladenorten.
Rathaus und Apollon-Theater zeigen städtischen Anspruch
Das monumentale Rathaus am Miaouli-Platz wurde nach Plänen Ernst Zillers errichtet. Marmortreppen, Arkaden und die großzügige Platzanlage demonstrieren das Selbstverständnis einer wohlhabenden Bürgerstadt.
Das Apollon-Theater eröffnete 1864 nach Entwürfen Pietro Sampos. Es wurde nach langen Phasen des Verfalls restauriert und dient wieder Aufführungen. Zusammen mit dem Viertel Vaporia und seinen hoch aufragenden Kaufmannshäusern bildet es ein bauliches Archiv der Blütezeit.