Kea – Agios Nikolaou

Liegeplätze und Grundversorgung in der Bucht Agios Nikolaos auf Kea

Agios Nikolaos bezeichnet die große Naturbucht im Nordwesten Keas. Sportboote liegen vor allem an den kommunalen Kais von Korissia im Süden und Vourkari im Nordosten; die beiden Bereiche haben unterschiedliche Schutz- und Platzverhältnisse. Es handelt sich nicht um eine einheitliche Marina. Eine verbindliche Zahl reservierbarer Plätze und allgemeine Grenzwerte sind nicht veröffentlicht, weshalb Liegeplatz und Tiefgang bestätigt werden müssen.

Der kommunale Hafenfonds weist in Korissia automatische Ausgabestellen für Wasser und Strom sowie Toiletten aus. Auch für Vourkari werden Wasser und Strom am Kai genannt, doch Freischaltung und Verfügbarkeit können variieren. Ein Sanitärbereich mit garantierten Duschen wird nicht einheitlich dokumentiert. Geschäfte und Gastronomie liegen in beiden Hafenorten, mit größerer Alltagsversorgung in Korissia.

Eine Straßen-Tankstelle liegt bei Korissia; Kraftstofflieferung kann ebenfalls organisiert werden. Eine feste Tankstelle unmittelbar an jedem Liegeplatz besteht nicht. Übergabepunkt und Betriebszeit sind abzustimmen. Hausmüll gehört in die kommunalen Behälter, Altöl, Batterien sowie Bilgen-, Grau- und Schwarzwasser ausschließlich an bestätigte Fachannahmen.

Travelift, belastbarer Kran, Helling, Werft und gesichertes Landlager gehören nicht zur ausgewiesenen Standardausstattung der beiden Kais. Kleinere Hilfe kann vermittelt werden, größere Hebe- und Rumpfarbeiten benötigen einen geeigneten Werftstandort. Parkflächen sind im Sommer knapp; zugleich müssen Fährkai und Manöverflächen in Korissia freigehalten werden.

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Kea und die Bucht Agios Nikolaos: antike Hafenstadt, Leuchtturm und Industriegeschichte

Korissia liegt über dem antiken Korissos

Die heutige Hafensiedlung entstand im Gebiet einer der vier antiken Städte Keas. Korissos besaß eigene Befestigungen und prägte Münzen; Straßen verbanden es mit Ioulis, Karthaia und Poiessa. Reste der Mauern liegen in der Landschaft oberhalb der modernen Bebauung.

Die tiefe Bucht blieb auch nach dem Ende der selbständigen Stadtgemeinden ein wichtiger Zugang zur Insel. Der moderne Fährhafen nutzt damit denselben topographischen Vorteil, ohne mit dem antiken Hafen in allen Details identisch zu sein.

Der Leuchtturm markiert die Einfahrt seit 1831

Am nördlichen Eingang der Bucht steht der Leuchtturm Agios Nikolaos mit einer kleinen Kapelle. Er wurde 1831 errichtet und gehört zu den frühen Leuchttürmen des modernen griechischen Netzes. Sein Standort warnt vor der felsigen Einfahrt und führt in das weit verzweigte Naturbecken.

Die Gewässer vor Kea sind zugleich durch bedeutende Schiffsverluste bekannt. Dazu zählen die Britannic im Ersten Weltkrieg und der französische Ozeandampfer Burdigala. Die Wracks liegen außerhalb des gewöhnlichen Hafenbetriebs und unterliegen Schutz- und Tauchregeln.

Eine Emaillefabrik veränderte Korissia im 20. Jahrhundert

Von 1927 bis 1957 arbeitete nahe dem Hafen eine Emaillefabrik, die zeitweise Hunderte Menschen beschäftigte. Maschinen und Gebäudereste erinnern an eine industrielle Episode, die nicht zum verbreiteten Bild einer rein ländlichen Kykladeninsel passt.

Nach der Schließung verlor Korissia Arbeitsplätze, während Fährverkehr und Tourismus an Bedeutung gewannen. Die Fabrikgeschichte ergänzt damit die älteren Schichten aus antiker Stadt, Landwirtschaft und Seefahrt um eine kurze, aber wirtschaftlich einschneidende Phase.

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