Vannes – Port Vannes

Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Vannes

Der Port de Vannes ist ein tideabhängiges Hafenbecken am nördlichen Ende des Golfs von Morbihan. Aktuelle regionale Angaben nennen 280 Dauerplätze an Stegen, 34 Plätze an Bojen und 60 Gastplätze. Der Weg in das Becken führt durch den beweglichen Pont de Kérino und eine Schleusentür. Beide öffnen nur in veröffentlichten, von der Tide abhängigen Zeitfenstern; bei unzureichendem Wasserstand kann eine Öffnung entfallen. Ein landloser Wartesteg liegt unterhalb der Brücke.

Im Becken werden mindestens 2,20 Meter Wassertiefe gehalten. Boote mit größerem Tiefgang können nicht pauschal ausgeschlossen werden, müssen ihre Einfahrt aber vorab mit der Capitainerie abstimmen. Wasser steht an den Stegen bereit, die Stromanschlüsse liefern 220 Volt bei 16 Ampere. Die Hafenanmeldung und Bewegungsabstimmung erfolgt auf UKW-Kanal 9.

Sanitär-Infrastruktur mit Toiletten, Duschen und Wäscherei befindet sich im Gebäude der Capitainerie. Kostenloses WLAN, Mülltrennung und saisonaler Fahrradverleih ergänzen den Gästeservice. Eine Pumpe für Schwarz- und Grauwasser liegt am technischen Steg im Vorhafen unterhalb des Pont de Kérino; ihre Nutzung ist mit dem Hafenpersonal zu koordinieren.

Eine öffentliche Tankstelle für Sportboote wird im Port de Vannes derzeit nicht ausgewiesen. Ältere Hinweise auf einen technischen Kraftstoffplatz im Vorhafen beziehen sich auf gewerblich genutzte Anlagen und sind kein belastbarer Gästeservice. Diesel oder Benzin müssen daher an einem anderen bestätigten Standort aufgenommen werden; der Betreiber nennt für Sportboote insbesondere den Port du Crouesty.

Am Hafen gibt es eine kostenlose Slipanlage bei Kérino sowie Möglichkeiten zum Schleppen und Überwintern. Größere technische Arbeiten und Hebevorgänge übernimmt ein privater Werftbetrieb im südlichen Hafengebiet; regionale Hafeninformationen nennen dort bis zu 20 Tonnen Tragfähigkeit. Art, Bootsmaße, Zufahrt, Termin und Preis sind unmittelbar mit dem Betrieb zu vereinbaren. Das kommerzielle Hafengebiet darf nicht mit einer frei nutzbaren Marina-Arbeitsfläche gleichgesetzt werden.

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Anreise und Einkaufen

Vannes: wie der Hafen mit der Stadt nach Süden wanderte

Das römische Hafenviertel lag nicht am heutigen Becken

Das antike Darioritum entstand auf und unterhalb der Anhöhe von Boismoreau. Archäologische Befunde verorten den damaligen Hafen ungefähr im Bereich der heutigen Präfektur. Der natürliche Lauf der Rivière de Vannes reichte weiter nach Norden als heute; Versandung und Landgewinnung verschoben die nutzbare Uferlinie über Jahrhunderte schrittweise nach Süden.

Als Herzog Johann IV. die Stadtmauer am Ende des 14. Jahrhunderts erweiterte und das Château de l’Hermine errichten ließ, rückte die befestigte Stadt an den damaligen Hafen heran. Schriftquellen des 15. Jahrhunderts nennen den Bereich an den Gräben „Vieil port“. Ein Weinkai verband die Anlegestelle durch die Porte de Gréguennic mit Fischmarkt und Altstadt.

Wein und Getreide finanzierten neue Kais

Im 17. Jahrhundert nahm der bretonische Seehandel stark zu. Vannes exportierte Getreide und wurde nach Nantes zum zweitgrößten Weinlager der Region. Ab 1604 ließ die Stadt einen neuen Quai au Vin anlegen. Der gepflasterte Bau ragte auf Pfählen in die Flussmündung; dahinter wurden Wattflächen nach und nach aufgefüllt.

Die Lage tief im Ästuar blieb zugleich das zentrale Problem. Der Fluss verschlammte, während Handelsschiffe größer wurden. Kaufleute, Reeder und Seeleute bauten ihre Häuser und gewölbten Lager entlang der heutigen Rue du Port und der Rue de l’Unité. Einige dieser Keller und breiten Lagertore sind noch im Gebäudebestand des Hafenviertels ablesbar.

Porte Saint-Vincent und Place Gambetta inszenieren den Zugang vom Wasser

Während der Religionskriege erhielt die südliche Stadtmauer zusätzliche Bastionen. Eine um 1593 vor der Porte de Gréguennic errichtete Befestigung veränderte den alten Weg zwischen Kai und Stadt. Nachdem das mittelalterliche Tor geschlossen worden war, entstand eine neue Öffnung, aus der im folgenden Jahrhundert die repräsentative Porte Saint-Vincent hervorging.

Im 19. Jahrhundert wurde das Ufer erneut grundlegend geordnet. Die bis 1843 fertiggestellte Place Gambetta schuf erstmals einen geplanten, halbkreisförmigen Übergang zwischen Hafenachse und Stadttor. Das heutige Becken, die Schleusentür und der Pont de Kérino setzen diese lange Folge künstlicher Verschiebungen fort: Wer am Quai Bernard Moitessier festmacht, liegt nicht am ursprünglichen Hafen, sondern am vorläufigen südlichen Ende einer seit der Antike wandernden Stadtgrenze.

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