Tréboul – Marina Tréboul

Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Tréboul

Der kommunale Port de Tréboul liegt an der Einfahrt in die Ria du Port-Rhu und ist bei jedem Tidewasserstand erreichbar. Der Hafenführer 2026 weist 60 Gastplätze am Steg im Zufahrtskanal und bis zu 3,80 Meter Tiefgang aus. Insgesamt besitzt Tréboul nach aktuellen kommunalen Unterlagen 525 Plätze an Stegen und 80 weitere Liegeplätze. Anmeldung und Hilfe beim Anlegen erfolgen über die Capitainerie auf UKW-Kanal 9.

Wasser und Strom sind an den Stegen verfügbar. Die Anschlüsse liefern dort 220 Volt bei 5 Ampere; am Kai stehen 380 Volt bei 35 Ampere zur Verfügung. Sanitär-Infrastruktur mit Toiletten, Duschen, Waschmaschine, Trockner und Spülraum gehört zum Hafen. Für Sanitärzugang und einzelne Geräte werden Badge oder Wertmarken verwendet. WLAN ist an den Gaststegen kostenlos, im Hafenbüro steht zusätzlich ein Internetzugang bereit.

Für Schwarz- und Grauwasser gibt es eine Annahmeeinrichtung; außerdem ist eine Pumpe für Bilgenwasser vorhanden. Die Nutzung sollte mit dem Hafenpersonal abgestimmt werden. Im technischen Bereich werden problematische Abfälle aus Unterwasserarbeiten getrennt gesammelt. Eine filternde Aufbereitung fängt belastetes Waschwasser der Arbeitsfläche auf.

Die von YSBLUE betriebene Tankstelle am Quai de l’Yser gibt Diesel und bleifreies Benzin SP98 aus. Sie ist über einen Bankkartenautomaten rund um die Uhr zugänglich. Für den Versorgungssteg werden 3,80 Meter Tiefgang genannt. Vor dem Anlegen sind die konkrete Wassertiefe, die Bewegungen im Zufahrtskanal und eine mögliche betriebliche Sperrung zu prüfen.

Zur technischen Ausstattung gehören ein fester 6-Tonnen-Kran und ein hydraulischer Parklift mit 20 Tonnen Tragfähigkeit. Die umwelttechnisch ausgerüstete Arbeitsfläche kann nach Terminvereinbarung für ein Paket aus Auskranen, Aufbocken, 48 Stunden Standzeit und Wiedereinsetzen genutzt werden. Mastarbeiten am festen Kran erfolgen wegen dessen Auslegerhöhe in Zeitfenstern um Niedrigwasser. Eine kostenlose Slipanlage und etwa 15 zeitlich begrenzte Stellplätze für Fahrzeuge mit Trailern ergänzen den Bereich.

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Anreise und Einkaufen

Tréboul: ein eigenständiger Hafenort zwischen Fischerei und Seebad

Tréboul war älter als die heutige Großgemeinde Douarnenez

Der Hafen Tréboul erscheint bereits in mittelalterlichen Quellen und gehörte wie Port-Rhu und Pouldavid den Herren von Névet. Das Viertel war lange Teil der ländlich geprägten Gemeinde Poullan. 1840 wurde Tréboul eine eigene Pfarrei, am 18. Juli 1880 folgte die politische Trennung von Poullan.

Die kleine Kapelle Saint-Jean war von 1840 bis 1884 Pfarrkirche. Ihr heutiger Bau stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert; der Glockenturm trägt die Jahreszahl 1642, der gestufte Kalvarienberg entstand 1699. Bis heute erinnert die jährliche Meeresweihe daran, dass die Kapelle besonders mit den Fischerfamilien von Tréboul verbunden war.

Die Eisenbahn machte aus dem Hafen zugleich einen Badeort

Am 7. April 1884 erreichte die Bahnlinie aus Quimper den Bahnhof Douarnenez-Tréboul. Der Endpunkt lag auf Tréboul-er Gebiet und verband die beiden damals noch getrennten Gemeinden. Über eine Metallbrücke gelangten Waren zum Port-Rhu; zugleich kamen Künstler, Forscher und erste Badegäste in die Bucht.

Tréboul entwickelte sich anders als das von Fabriken und Arbeitervierteln geprägte Douarnenez. Hotels, Villen und die Plage des Sables-Blancs formten ein Seebad, ohne die Fischerei aus dem Ortsbild zu verdrängen. Die ebenfalls 1884 geweihte Kirche Saint-Joseph wurde für die wachsende Bevölkerung gebaut. Ein Exvoto in Form einer Sardinenchaluppe und ihre späteren Glasfenster verbinden das Gotteshaus sichtbar mit Hafen, Fischerei und dem schweren Sturm von 1987.

Die „Reine de l’Arvor“ steht für die letzte Generation der Sardinenpinassen

Das 1952 in der Werft der Brüder Largenton am Port-Rhu gebaute Fischerboot „Reine de l’Arvor“ gilt als Symbol von Tréboul-Douarnenez. Die hölzerne Pinasse gehörte noch zur Sardinenfischerei vor der allgemeinen Einführung der Ringwade und der mechanischen Netztechnik. Sie steht damit für den Übergang von handwerklich geführten Booten zu einer stärker industrialisierten Fangflotte.

1945 wurden Tréboul, Pouldavid, Ploaré und Douarnenez zu einer Stadt vereinigt. Die alten Grenzen blieben dennoch im Stadtbild lesbar: Auf der Tréboul-er Seite liegen Marina, Strand und ehemaliger Bahnhof, gegenüber folgen Port-Rhu und das Zentrum. Der Hafen ist deshalb nicht bloß einer von drei Liegeplätzen der Stadt, sondern der Kern eines früher selbstständigen Ortes, dessen religiöse Bauten, Seebadarchitektur und Fischereigeschichte parallel entstanden.

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