Trèbeurden – Port Trèbeurden
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Trébeurden
Der Port de Trébeurden liegt in einem durch die Île Milliau geschützten Becken und besitzt 650 Liegeplätze an Schwimmstegen, davon 50 für Gäste. Die Einfahrt wird durch eine bewegliche Schwelle gesichert. Sie öffnet bei 4,30 Metern Wasserstand über Kartennull; im Moment der Öffnung stehen 1,50 Meter Wasser über der Schwelle. Der Betreiber veröffentlicht für jedes Jahr tideabhängige Öffnungszeiten. Bootsmaße, Tiefgang und das Zeitfenster müssen deshalb vor jeder Ankunft mit der Capitainerie abgestimmt werden.
Wasser und Strom sind an den Stegen verfügbar. Verbindliche Angaben zu Spannung, Absicherung, Steckerbelegung und einer möglichen Verbrauchsabrechnung veröffentlicht der Betreiber nicht auf seiner aktuellen Übersichtsseite; diese Details sind für den zugewiesenen Platz zu bestätigen. Kostenloses WLAN, eine täglich besetzte Capitainerie und die Hafenwache auf UKW-Kanal 9 gehören zum Service. Die Stege sind durch codierte Tore gegen unbefugten Zutritt gesichert.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Toiletten, kostenlose warme Duschen, einen Rasierraum und ein Spülbecken. Der Zugang erfolgt mit einem Code. Eine öffentlich zugängliche Wäscherei wird in der aktuellen Ausstattungsliste nicht genannt. Angaben zur Annahme von Schmutzwasser oder Bilgenwasser sind dort ebenfalls nicht eindeutig ausgewiesen und müssen vor Ort erfragt werden.
Die Tankstelle gibt ganzjährig an sieben Tagen pro Woche Diesel und bleifreies Benzin SP98 aus. Die Abgabe erfolgt durch einen Hafenmitarbeiter und ist daher nicht mit einer frei zugänglichen Karten-Zapfsäule rund um die Uhr gleichzusetzen. Öffnungszeit, gewünschte Kraftstoffmenge und die Befahrbarkeit des Versorgungsstegs sollten vorab mit der Capitainerie geklärt werden.
Der Werftbereich hebt Boote bis 15 Tonnen und bietet eine Arbeits- beziehungsweise Waschfläche für eigenständig ausgeführte Unterwasserarbeiten sowie entsprechende Pauschalen an. Die veröffentlichten Tarife staffeln Kranen, Aufbocken, Standzeit, Mastarbeiten und Hochdruckreinigung nach Bootsgröße. Kostenlose Parkplätze befinden sich am Hafen. Tragfähigkeit, Termin, zulässige Arbeiten und die Behandlung von Rückständen müssen vor der Nutzung verbindlich vereinbart werden.
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Trébeurden: vom Granithafen zum geschützten Becken
Trozoul war lange ein offener Arbeits- und Schutzhafen
Der ältere Hafenplatz von Trozoul liegt unmittelbar neben dem heutigen Becken. Geschützt durch die Île Milliau diente die Bucht spätestens seit der Mitte des 17. Jahrhunderts als Zuflucht für die Küstenschifffahrt. An Land wurde Fisch getrocknet; später verluden Schiffe hier den Granit aus den Brüchen der Inseln und der nahen Küste.
Der wachsende Tiefgang der Transportschiffe machte das Anlegen schwierig. 1896 entstand deshalb eine 107,25 Meter lange Rampe aus Trockenmauerwerk. Sie wurde 1931 erhöht und von zwei auf vier Meter verbreitert. Vom alten Ausbau blieb nach der späteren Umgestaltung nur ein kleiner steinerner Kai in Richtung Pors-Termen erhalten.
Fischerei und Granit prägten denselben Uferstreifen
Im späten 19. Jahrhundert war Trébeurden nach Locquémeau der zweitwichtigste Küstenfischereihafen des Trégor. Allein 1886 wurden rund 4.000 Tonnen Granit verschifft. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spezialisierten sich die örtlichen Fischer zunehmend auf Hummer, Langusten und andere Krebstiere; Sardinen wurden in der Bucht von Lannion noch bis etwa 1950 gefangen.
Die beiden Wirtschaftszweige verband eine Reihe kleiner Anlegeplätze. Auf der Île Milliau und der Île Petite Fougère lagen Steinbrüche, deren Material über das Wasser abtransportiert wurde. Die Reste des alten Kais und die gegliederte Felsküste erklären noch heute, weshalb Trozoul zugleich Arbeitsort, Umschlagplatz und Wetterschutz war.
Île Milliau bewahrt Spuren aus mehr als sechs Jahrtausenden
Die 23 Hektar große Île Milliau ist bei Niedrigwasser über einen schmalen Übergang erreichbar. Eine etwa zwölf Meter lange und zwei Meter breite überdeckte Galerie belegt die Nutzung der Insel seit der Jungsteinzeit. Luftbilder und Grabungen weisen außerdem auf ungefähr zwanzig kreisförmige Hütten aus vorgeschichtlicher Zeit hin. Frischwasser und vergleichsweise tiefe Böden machten den Platz trotz seiner Insellage dauerhaft nutzbar.
Später wurde dort Seetang getrocknet und Landwirtschaft betrieben. Im 20. Jahrhundert gehörte die Insel zeitweise Lucie Jourdan, die dort auch Aristide Briand empfing. Der Conservatoire du littoral übernahm Milliau 1988, stellte geschädigte Vegetationsflächen wieder her und lenkte den Zugang. Das 1990 eröffnete tidegeschützte Hafenbecken mit seinen beiden Molen steht damit direkt neben einer Landschaft, in der sich jungsteinzeitliche Besiedlung, Inselwirtschaft und moderne Küstenpflege überlagern.