St. Nicolas-des-Eaux
Liegeplätze und Infrastruktur in Saint-Nicolas-des-Eaux
Saint-Nicolas-des-Eaux ist eine kleine Binnenstation am kanalisierten Blavet, keine Küstenmarina. Ein regionaler Praxisführer weist einen etwa 80 Meter langen Anlegesteg und zwölf Plätze aus; eine aktuelle verbindliche Kapazität veröffentlicht der Revierbetreiber jedoch nicht. Platz, Aufenthaltsdauer, Schleusenbetrieb und Befahrbarkeit müssen deshalb vor der Anreise bestätigt werden.
Wasser und Strom werden am Anlegesteg angeboten. Aktuelle Anschlusswerte, Stecker, Badge- oder Zahlungsregelung sind öffentlich nicht verlässlich dokumentiert und müssen beim Wasserstraßendienst beziehungsweise der Gemeinde erfragt werden. Für den Blavet gelten als Richtwerte etwa 1,40 Meter Tiefgang und drei Meter Durchfahrtshöhe bei Normalwasser, bei höchstem schiffbarem Wasser nur etwa 2,40 Meter.
Eine dem Anleger eindeutig zugeordnete Sanitär-Infrastruktur mit Duschen, Toiletten oder Wäscherei ist in den aktuellen offiziellen Angaben nicht ausgewiesen. Einrichtungen örtlicher Vermieter oder Gastronomiebetriebe sind keine allgemeinen Hafenleistungen. Abwasserentsorgung und Abfallannahme müssen vorab geklärt werden; Einleitungen in den Blavet sind unzulässig.
Eine Tankstelle am Wasser gibt es in Saint-Nicolas-des-Eaux nicht. Kraftstoff, Gas und sonstige Betriebsstoffe müssen außerhalb des Anlegers beschafft und nach den Vorschriften der Binnenwasserstraße transportiert werden. Eine Betankung am Liegeplatz darf nicht als zulässig oder verfügbar angenommen werden.
Kran, Lift, Arbeitsfläche oder eine für größere Boote geeignete Slipanlage werden für die Station nicht ausgewiesen. Die örtliche Wassersportbasis setzt kleine Kanus, Kajaks und Mietboote ein, ersetzt aber keinen technischen Hafenbetrieb. Wartung und Auskranen sind mit einem geeigneten Betrieb an einem anderen Standort zu organisieren. Aktuelle Sperrungen, Schleusenzeiten und Wasserstände veröffentlicht der regionale Wasserstraßendienst.
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Saint-Nicolas-des-Eaux: Napoleons Kanal und eine Kapelle unter dem Felsen
Der Blavet wurde aus militärischen Gründen schiffbar gemacht
Pläne zur Kanalisierung des Blavet gab es bereits 1783, ausgeführt wurden sie jedoch erst unter Napoleon. Der Fluss sollte die Garnisonsstadt Pontivy mit dem Marine- und Handelshafen Lorient verbinden, auch wenn britische Seestreitkräfte die Küstenwege blockierten. 1823 war die neue Wasserstraße fertiggestellt.
Zwischen Pontivy und Hennebont entstanden auf rund 60 Kilometern 28 Schleusen und ebenso viele Staustufen. Bei Saint-Nicolas ersetzte ein staatlicher Überfall den früheren Mühlendamm. Als der zulässige Tiefgang nach 1860 von etwa 1,10 auf 1,65 Meter erhöht wurde, kaufte der Staat die Mühle und beseitigte sie; nur die veränderte Flussstufe blieb.
Die Eisenbahn nahm dem Kanal schon kurz darauf einen Teil des Verkehrs
Die Wasserstraße sollte landwirtschaftliche Produkte transportieren und Dünger ins Landesinnere bringen. Doch 1864 erreichte die Bahnstrecke Auray–Pontivy Saint-Nicolas-des-Eaux. Sie folgte dem engen Tal, durchstieß den Fels im Castennec-Tunnel und querte den Blavet auf beiden Seiten der großen Flussschleife.
Die Bahn war schneller und ganzjährig planbarer. Bereits wenige Jahrzehnte nach dem kostspieligen Kanalausbau verlor der Güterverkehr auf dem Blavet an Bedeutung. Die Schleusen blieben dennoch erhalten; die 1887 neu errichtete Schleusenwärterwohnung erinnert daran, dass auch nach dem Eisenbahnbau Personal für Stauhaltung und Schiffsverkehr benötigt wurde.
Saint-Gildas steht vor einer Höhle direkt am Fluss
Unterhalb der Castennec-Schleife lehnt sich die Kapelle Saint-Gildas an einen mächtigen Granitüberhang. Der Überlieferung zufolge sollen Gildas und sein Schüler Bieuzy im 6. Jahrhundert in der natürlichen Höhle gelebt haben. Archäologisch greifbar ist vor allem der mittelalterliche Bau: Vom 15. Jahrhundert blieben Chor und Spitzbogen erhalten.
Der südliche Mauerzug wurde 1810 erneuert, 1837 verlängerte man die Kapelle nach Westen. Im Inneren liegt eine etwa zwei Meter lange „klingende“ Steinplatte, die der Legende nach mit einem Quarzstück angeschlagen wurde. Höhle, Mauerwerk und Felsdach bilden ein ungewöhnliches Ganzes. Vom Anleger führt der Treidelweg durch die enge, bewaldete Blavetschleife dorthin; dabei wird sichtbar, wie technische Wasserstraße, Eisenbahntrasse und älterer Kultort denselben schmalen Talraum nutzen.