Saint-Quay – Potrieux

Liegeplätze und Infrastruktur im alten Portrieux

Der Portrieux ist der historische, tideabhängig trockenfallende Hafen von Saint-Quay-Portrieux und nicht mit dem benachbarten Tiefwasserhafen Port d’Armor zu verwechseln. Die aktuelle Tourismusinformation nennt 360 Plätze, darunter fünf Gastplätze. Liegeart, Trockenfalleignung, zulässige Maße und Zufahrtsfenster müssen für jedes Boot ausdrücklich von der Capitainerie bestätigt werden.

Ob Wasser und Strom direkt am zugeteilten Platz verfügbar sind, weisen die aktuellen kommunalen Hafeninformationen nicht verlässlich aus. Anschlüsse dürfen daher nicht vorausgesetzt werden. Versorgung, Zugang bei Niedrigwasser und eventuelle Nutzungsmöglichkeiten im nahen Port d’Armor sind vorab mit der Capitainerie des Gezeitenhafens abzustimmen.

Eine eigene Sanitär-Infrastruktur für Gastlieger mit verbindlich ausgewiesenen Duschen, Toiletten oder Wäscherei wird auf den aktuellen offiziellen Seiten des Portrieux nicht genannt. Die nahegelegenen Einrichtungen von Port d’Armor gehören zu einem anderen Hafen und dürfen nicht automatisch mitgenutzt werden. Der aktuelle Zugang ist bei der Hafenverwaltung zu erfragen.

Eine Tankstelle gibt es im alten Portrieux nicht. Diesel B7 und bleifreies Benzin SP95 E5 sind im rund um die Uhr zugänglichen Tankbereich von Port d’Armor erhältlich. Der Transfer zwischen beiden Häfen, zulässige Kanisterbetankung und die Eignung des eigenen Bootes für den jeweiligen Zugang sind getrennt zu klären.

Am Quai Richet beziehungsweise bei Port-es-Leu befinden sich eine Arbeitsfläche und maritime Handwerksbetriebe. Kranungen und ein 50-Tonnen-Travelift werden durch private Betriebe im Umfeld von Port d’Armor angeboten, nicht als frei verfügbare Leistung des Portrieux. Jede technische Bewegung benötigt eine individuelle Freigabe; im Trockenfallhafen sind Untergrund, Stützen und Tidefenster besonders zu prüfen.

Bitte kontaktieren Sie uns wenn Sie Fragen hinsichtlich der Verfügbarkeit haben!

Anreise und Einkaufen

Ansicht von Saint-Quay – Potrieux
Ansicht von Saint-Quay – Potrieux. Foto: Axcldd / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Portrieux: von der Neufundlandfahrt zum eisernen Leuchtturm

Schon 1612 liefen Schiffe von hier nach Neufundland aus

Die kleine Bucht von Portrieux diente früh als Ausgangspunkt für die große Kabeljaufischerei. Eine lokale Überlieferung setzt die ersten Fahrten nach Neufundland auf 1612. Solche Reisen dauerten Monate und verbanden den kleinen bretonischen Ort mit Fangplätzen auf der anderen Seite des Atlantiks.

1726 finanzierten örtliche Reeder und die États de Bretagne eine erste etwa 40 Meter lange Mole. Damit erhielt der bis dahin natürliche Schutzplatz eine dauerhafte Hafenanlage. Nach der Französischen Revolution argumentierten die Kaufleute, die Reede sei der einzige sichere Sammel- und Ankerplatz für Schiffe aus Binic und Le Légué in der Bucht von Saint-Brieuc.

Getreidehandel und Islandfahrt füllten die Kais im 19. Jahrhundert

Ein Ingenieurbericht von 1852 beschreibt Portrieux als bei jeder Tide anlaufbaren Handelsplatz. Vieh, Weizen und Hafer gingen vor allem zu den Kanalinseln. Zugleich waren zehn Schiffe mit zusammen 1.780 Tonnen für Neufundland registriert. Die Hafenanlagen wurden mehrfach verlängert, zuletzt mit einem großen Wellenbrecher in den Jahren 1876 bis 1880.

Später verlagerte sich ein Teil der Kabeljaufischerei nach Island. Am 30. März 1864 liefen acht Schoner dorthin aus. 1872 zählte der Hafen elf Islandfahrer mit 240 Mann Besatzung sowie vier Neufundlandfahrer mit weiteren 93 Seeleuten. Die schmalen Häuser und Speicher am Quai gehörten zu einer Wirtschaft, in der ein großer Teil der männlichen Bevölkerung saisonal monatelang fehlte.

Der Hafenleuchtturm reiste 1867 zur Pariser Weltausstellung

Am Ende der Nordmole steht eine ungewöhnliche eiserne Leuchtturmkonstruktion. Sie gehörte zu einer Serie transportabler Türme, die unter Léonce Reynaud für den französischen Leuchtturmdienst entwickelt wurden. Das Bauwerk ließ sich zerlegen, in Paris präsentieren und anschließend am vorgesehenen Standort montieren.

1867 wurde der Turm tatsächlich für die Weltausstellung demontiert und danach wieder in Portrieux aufgestellt. Seit der Eröffnung von Port d’Armor 1990 dient er nur noch als einfaches Einfahrtsfeuer. Die 360 heutigen Liegeplätze liegen damit in einem Hafen, dessen Form aus mehreren Jahrhunderten stammt: frühe Reeder-Mole, Granitkais des 19. Jahrhunderts, Erweiterungen der 1970er Jahre und ein moderner Tiefwasserhafen unmittelbar daneben.

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