Saint-Quay – Port d'Armor
Liegeplätze und Infrastruktur in Saint-Quay Port d’Armor
Saint-Quay Port d’Armor ist ein rund um die Uhr und bei jedem Tidewasser zugänglicher Tiefwasserhafen. Der Betreiber nennt 1.030 Liegeplätze, darunter 100 Gastplätze für Boote von sechs bis 25 Metern Länge und bis 3,50 Meter Tiefgang. Die konkrete Zuweisung, zulässige Breite und aktuelle Wassertiefe bleiben von der Hafenbestätigung abhängig.
Wasser und Strom stehen an den Stegen zur Verfügung. Die Anschlüsse liefern 220 Volt mit 16 oder 32 Ampere; zusätzlich gibt es eine Schnellladestation mit 75 Kilowatt und CCS-Typ-2-Anschluss. Hafenweites WLAN, Transportwagen, bewachter Nachtbetrieb, Parkplatz und saisonaler Concierge-Service ergänzen die Infrastruktur.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst rund um die Uhr zugängliche Duschen, Toiletten, barrierefreie Bereiche, Wickeltisch und Spülbecken. Der Zugang erfolgt mit Code oder Badge. Waschmaschine und Trockner sind vorhanden. Schwarzwasser und ölhaltiges Bilgenwasser können mit Unterstützung des Hafenpersonals kostenlos abgepumpt werden; Abfälle werden an einer zentralen Sammelstelle getrennt.
Die Tankstelle ist rund um die Uhr im Selbstbedienungsbetrieb nutzbar und verkauft Diesel B7 sowie bleifreies Benzin SP95 E5. Während der Dienstzeiten kann das Hafenpersonal unterstützen. Vor dem Anlegen sind Wassertiefe, Bootsmaße, Zahlungsfunktion und mögliche Einschränkungen durch den benachbarten Fischereibetrieb über UKW abzuklären.
Eine feste Säule hebt kleine Regattakielboote bis 2,5 Tonnen. Angrenzende private Werften bieten einen 50-Tonnen-Travelift und mobile Krane sowie Arbeits- und Lagerflächen an. Jede Kranung benötigt eine direkte technische Freigabe des jeweiligen Betriebs. Der Hafen ist ständig besetzt und hält eine dauerhafte Funkwache auf UKW-Kanal 9.
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Saint-Quay Port d’Armor: ein Tiefwasserhafen aus 2,3 Millionen Tonnen Gestein
Der neue Hafen entstand vollständig auf gewonnenem Meeresgrund
Der Gemeinderat beschäftigte sich 1975 erstmals mit einem neuen Hafen. Bürgermeister François Héry trieb das Vorhaben ab 1978 gegen technische, finanzielle und verwaltungsrechtliche Widerstände voran. Die Bauarbeiten begannen im September 1988 in Anwesenheit des Seglers Éric Tabarly und des Präsidenten des Départementrats, Charles Josselin.
Für Molen, Kais und fünf Hektar Landflächen wurden Felsen gesprengt und etwa 2,3 Millionen Tonnen Gestein aus umliegenden Steinbrüchen bewegt. Damals war es das größte öffentliche Bauprojekt der Bretagne. Rund 1,7 Kilometer Wellenbrecher umschließen ein 17 Hektar großes Becken, das im Norden der Fischerei und im Süden der Sportschifffahrt dient.
Die Eröffnung am 12. Juli 1990 veränderte Fischerei und Freizeitbetrieb
Éric Tabarly eröffnete den „Nouveau Port de Saint-Quay-Portrieux“ am 12. Juli 1990. Als erster Tiefwasserhafen der Nordbretagne zwischen Cherbourg und Brest beseitigte er die tideabhängigen Grenzen des alten Portrieux. Fischerboote konnten nun jederzeit löschen, während für Sportboote etwa tausend Plätze an Stegen entstanden.
Die anfangs privat betriebene Marina entwickelte sich langsamer als erwartet. Département und Kommune gründeten deshalb 1998 einen gemischten öffentlichen Zweckverband und übernahmen die Verwaltung; zugleich erhielt der Hafen den Namen Saint-Quay Port d’Armor. Die heutige Struktur geht unmittelbar auf diesen Neustart zurück.
Die Jakobsmuschel verbindet Fischereihafen und Auktion
Die Bucht von Saint-Brieuc besitzt ein bedeutendes Vorkommen der Jakobsmuschel. Seit den 1960er Jahren wird der Bestand durch Lizenzen, kurze Fangzeiten, räumliche Regeln und wissenschaftliche Begleitung bewirtschaftet. Die Maßnahmen entstanden in enger Zusammenarbeit von Fischern, Berufsverbänden, Behörden und Ifremer.
Mehr als 80 Fischereifahrzeuge nutzen heute den Hafen; Fang und Marktgeschehen sind in der nördlichen Hafenzone mit der Criée unmittelbar sichtbar. Die Jakobsmuschel ist damit kein touristisches Etikett, sondern ein streng saisonales Produkt, das Arbeitsrhythmus und wirtschaftliche Bedeutung des Hafens prägt. Port d’Armor ist folglich gleichzeitig Marina, Fischereistützpunkt und Auktionsstandort – drei Funktionen, die beim Bau von Anfang an zusammen geplant wurden.