Redon

Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Redon

Der fluss- und seeschifftaugliche Hafen von Redon liegt am Zusammenfluss von Vilaine und Oust sowie am Schnittpunkt mehrerer Kanäle. Die Stadt nennt mehr als 100 Liegeplätze für Binnenboote und kleinere seegängige Fahrzeuge. Zugang, Schleusenbetrieb, zulässige Abmessungen und Tiefgang hängen vom gewählten Wasserweg und Wasserstand ab; sie müssen vor der Anreise mit Hafen und zuständigem Revierdienst abgestimmt werden.

Wasser und Strom mit 220 Volt stehen an den Stegen zur Verfügung. Anschlussleistung, Stecker und Verbrauchsregelung sind platzabhängig zu bestätigen. Wetterinformationen, WLAN und der Verleih von Elektrofahrrädern ergänzen den Service. Eine ausleihbare Pumpe ermöglicht es, das Boot mit Süßwasser aus der Vilaine abzuspülen.

Die Sanitär-Infrastruktur umfasst jeweils einen Sanitärblock an beiden Kais mit Toiletten und Duschen; die Stadt nennt zusätzlich eine Wäscherei. Eine Station zur Entleerung von Schwarz- und Grauwassertanks ist rund um die Uhr zugänglich. Abfälle werden getrennt gesammelt. Zugangscodes und saisonale Betriebsregelungen erteilt die Capitainerie.

Die Tankstelle befindet sich im benachbarten Handelshafen und ist rund um die Uhr per Bankkarte nutzbar. Die aktuelle Betreiberbroschüre nennt Diesel. Lage, Wassertiefe, maximal zulässige Bootsmaße und die Trennung vom gewerblichen Betrieb sind vor der Zufahrt zu klären.

Eine Arbeitsfläche für Unterwasseranstrich und Wartung ist ausgewiesen. Eine allgemein verfügbare Kran- oder Lifttraglast veröffentlicht der Betreiber nicht; eine Hebemöglichkeit darf deshalb nicht vorausgesetzt werden. Das Öffnen der Écluse des Bateliers organisiert der regionale Schleusendienst, und Boote müssen spätestens 15 Minuten vor Dienstschluss eintreffen. Der Hafen arbeitet auf UKW-Kanal 9.

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Anreise und Einkaufen

Redon: Klosterstadt und Schnittpunkt der bretonischen Wasserstraßen

Ein Kloster am Zusammenfluss begründete im 9. Jahrhundert die Stadt

Der Geistliche Conwoïon gründete 832 mit seinen Gefährten am Zusammenfluss von Vilaine und Oust eine erste klösterliche Gemeinschaft. Nominoë, der damalige bretonische Machthaber, unterstützte die Niederlassung. Aus dem zunächst einfachen Bau entwickelte sich die mächtige Benediktinerabtei Saint-Sauveur und um sie eine Stadt.

Das zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert zusammengestellte Cartulaire de Redon bewahrt fast 400 Urkunden über Schenkungen, Landtausch und Privilegien. Es ist eine der wichtigsten Quellen für Gesellschaft, Ortsnamen und Grundbesitz der frühmittelalterlichen Bretagne. Die romanische Abteikirche und ihr Turm machen diese lange Geschichte im Stadtbild sichtbar.

Seeschiffe machten Redon zum Vorhafen von Rennes

Über die tideabhängige Vilaine konnten Seeschiffe bis Redon fahren. Am Quai Duguay-Trouin löschten sie ihre Ladung oder übergaben sie an flachere Fahrzeuge für den Weitertransport nach Rennes. Kaufmanns- und Reederhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert besitzen deshalb große Erdgeschosse, die einst als Lager dienten.

Salz spielte eine besondere Rolle: Von Redon führte eine Route der Salzhändler ins Binnenland. Speicher, die Tour Richelieu und weitere repräsentative Häuser erinnern an die Blüte des Hafens. Der Name Richelieu verweist zugleich auf Kardinal Richelieu, der Kommendatarabt von Saint-Sauveur war und im 17. Jahrhundert den Neubau des Kreuzgangs veranlasste.

Der Bassin à flot verband Kanal, Fluss und Eisenbahn

Mit dem Canal de Nantes à Brest erhielt Redon im 19. Jahrhundert eine neue Funktion als Knotenpunkt der westfranzösischen Wasserwege. Die Arbeiten am Hafenkomplex begannen 1840; das ständig wasserführende Becken wurde am 15. August 1855 eröffnet, weitere Kunstbauten folgten bis 1863. Drehbrücken, Schleusen und Kanalanschlüsse ermöglichten den Übergang zwischen Vilaine, Oust und dem Kanalnetz.

Schon 1862 erreichte auch die Eisenbahn die Stadt. Hafen und Bahnhof lagen so nah beieinander, dass Waren zwischen See-, Binnen- und Schienenverkehr wechseln konnten. Der industrielle Güterumschlag ist heute stark zurückgegangen, doch Becken, Kais und Schleusen funktionieren weiterhin. Gerade diese Überlagerung unterscheidet Redon von einem gewöhnlichen Binnenhafen: Der Ort war zugleich tideabhängiger Seehafen, Kanalstation und Bahnknoten.

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