Port Haliguen - Quiberon

Liegeplätze und Infrastruktur in Port Haliguen

Port Haliguen liegt an der geschützten Ostseite der Halbinsel Quiberon und besteht aus dem historischen Hafen sowie den Becken Porigo, Castéro und Mané. Die Kommune nennt rund 1.300 Liegeplätze; der Betreiber weist davon 125 im alten Hafen aus, veröffentlicht auf seiner aktuellen Übersichtsseite jedoch keine belastbare Aufteilung nach Gast-, Wasser- und Landplätzen. Maßgeblich sind daher Reservierung und konkrete Zuweisung.

Wasser und Strom stehen an den ausgerüsteten Plätzen zur Verfügung. Verlässliche Anschlusswerte veröffentlicht der Betreiber auf der aktuellen Serviceseite nicht. Spannung, Leistung, Stecker und Verbrauchsregelung sind deshalb für den zugeteilten Platz zu bestätigen. Kostenloses WLAN, Wetterinformationen, Eisverkauf, Slipanlage, Schlepphilfe und zahlreiche maritime Fachbetriebe ergänzen den Service.

Die Sanitär-Infrastruktur verteilt sich auf die Darse de Castéro, das Bassin du Mané und die Darse du Porigo. Wäschereien befinden sich in Castéro und Porigo. Haushalts- und Wertstoffe sowie gefährliche technische Abfälle werden getrennt gesammelt. Schwarzwasser wird nach Terminvereinbarung durch den technischen Dienst in der Darse du Porigo abgepumpt.

Die Tankstelle liegt am Mittelmol in der Darse de Castéro und ist täglich rund um die Uhr per Bankkarte nutzbar. Der Betreiber nennt auf der Serviceseite weder Kraftstoffsorten noch eine verbindliche Wassertiefe. Beides sowie die maximal zulässigen Bootsmaße am Tankplatz sind vor dem Anlegen zu bestätigen.

Kranungen, Slipvorgänge, Winterlager und technische Arbeiten werden im Hafen angeboten. Eine aktuelle allgemeine Traglastgrenze nennt der Betreiber nicht; externe Verzeichnisse führen einen Lift bis 16 Tonnen, doch jede Bewegung benötigt die individuelle technische Freigabe. Das tideabhängige Bassin du Mané besitzt gesonderte Öffnungszeiten. Die Anmeldung im Hafen erfolgt auf UKW-Kanal 9.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Port Haliguen - Quiberon
Ansicht von Port Haliguen - Quiberon. Foto: rene boulay / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Port Haliguen: ein Kabotagehafen, der zum Schauplatz der Dreyfus-Affäre wurde

Der steinerne Hafen entstand 1840 für Fischerei und Küstenhandel

Port Haliguen war zunächst ein kleiner Natur- und Trockenfallhafen an der Ostküste Quiberons. Mit dem Bau der steinernen Molen und Kais erhielt der Ort 1840 einen geschützten Umschlagplatz. Sardinenfischer lagen hier neben Küstenseglern, die Güter zwischen den bretonischen Häfen transportierten.

Die Erweiterung verdrängte eine unmittelbar östlich gelegene Küstenbatterie. Für deren Wachmannschaft wurde 1844 ein neues Corps de garde entworfen und 1845 an das Militär übergeben, obwohl die Aufgabe der Batterie bereits beschlossen war. Hafenbau und Küstenverteidigung überlagerten sich auf engem Raum.

Der Leuchtturm von 1856 wurde zum Wahrzeichen

Auf dem alten Mol nahm 1856 ein kleiner steinerner Leuchtturm den Betrieb auf. Seine Fresneloptik war wesentlich zuverlässiger als die zuvor an Masten hochgezogenen Lampen, die bei Stürmen häufig erloschen. Als die neuen Hafenbecken eine andere Einfahrt schufen, wurde das Feuer in den 1970er Jahren außer Dienst gestellt.

Die Maison du Phare dient heute als Ausstellungsraum. An den Enden der Molen stehen seit 1997 die beiden einander zugewandten Skulpturen „Le Pêcheur“ und „L’Ondine“, ein Geschenk des Berliner Bildhauers Karsten Klingbeil. Sie markieren den Übergang zwischen altem Hafen und Bucht.

Alfred Dreyfus ging hier in der Nacht zum 1. Juli 1899 an Land

Nach mehr als vier Jahren Haft auf der Teufelsinsel wurde Alfred Dreyfus auf dem Kreuzer „Sfax“ nach Frankreich zurückgebracht. Um öffentliche Proteste zu vermeiden, verbreiteten die Behörden die falsche Nachricht, das Schiff werde Brest anlaufen. Tatsächlich setzte man Dreyfus nachts in Port Haliguen an Land und brachte ihn sofort mit einem Sonderzug in das Militärgefängnis von Rennes.

Dort begann im August sein zweites Kriegsgerichtsverfahren. Eine Gedenktafel am Quai des Sinagots erinnert seit 1932 an die kaum sichtbare nächtliche Ankunft. Ab 1968 entstand neben den alten Kais das erste Sportbootbecken, 1971 folgte Castéro. Ein bis 2023 abgeschlossenes Umbauprogramm ordnete Hafenflächen und Uferwege neu, ließ den historischen Kern mit Leuchtturm und Dreyfus-Gedenkort aber weiterhin klar erkennbar.

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