Lorient – Port-Louis Marina
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Port-Louis
Der Port de Port-Louis liegt an der Ostseite der Einfahrt in die Rade de Lorient unmittelbar unterhalb von Altstadt und Zitadelle. Der Betreiber nennt 500 Wasserliegeplätze, darunter 50 Plätze für Gäste. Aufgenommen werden Boote bis 25 Meter Länge und drei Meter Tiefgang; verbindlich sind die individuelle Bestätigung, der zugeteilte Platz und die aktuelle Fahrwassertiefe.
Wasser und Strom stehen an den Stegen zur Verfügung. Der Betreiber veröffentlicht auf seiner aktuellen Übersichtsseite keine verlässlichen Anschlusswerte. Spannung, Leistung, Stecker und Verbrauchsregelung sind deshalb für den konkreten Platz zu bestätigen. WLAN, Wetter- und Gezeiteninformationen, Transportwagen, Leihfahrräder und Eisverkauf ergänzen den Service.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Duschen, Toiletten und eine Wäscherei. Pumpen für Abwasser sind ausgewiesen. Haushaltsabfälle, Glas und technische Abfälle werden getrennt gesammelt. Zugang, Betriebszeiten und genaue Lage der Anlagen können saisonal variieren und sind bei der Capitainerie zu erfragen.
Eine Tankstelle ist im Hafen vorhanden. Welche Kraftstoffsorten, Zahlungsarten, Betriebszeiten und Wassertiefen aktuell gelten, weist der Betreiber auf der Hafenübersicht nicht im Detail aus. Diese Punkte sowie die zulässigen Bootsmaße am Tankplatz müssen vor dem Anlegen bestätigt werden.
Zur technischen Infrastruktur gehören Slipanlage, Arbeitsfläche, Kran beziehungsweise Teleskoplader und Winterlager an Land. Eine belastbare maximale Traglast veröffentlicht der Betreiber für diesen Standort nicht. Jede Kranung benötigt daher eine gesonderte technische Freigabe mit Gewicht, Abmessungen und Anschlagplan. Werft- und Ausrüstungsbetriebe sowie Auto- und Trailerparkplätze befinden sich in Hafennähe. Die Anmeldung erfolgt auf UKW-Kanal 9.
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Port-Louis: eine spanische Festung wird zum Tor der französischen Ostindienfahrt
Spanische Truppen bauten am Blavet das Fort de l’Aigle
Während der französischen Religionskriege besetzten spanische Soldaten unter Don Juan del Águila 1590 den strategischen Hafen am Blavet. Sie befestigten die Landspitze und nannten die Anlage Fort de l’Aigle. Erst 1598 zogen sie nach dem Frieden von Vervins wieder ab.
Heinrich IV. wollte das Werk zunächst schleifen lassen. Sein Nachfolger Ludwig XIII. erkannte jedoch den Wert der Lage, ließ die Befestigung erneuern und gab dem Ort den Namen Port-Louis. Unter dem Architekten Jacques Corbineau entstanden bis 1622 die seeseitigen Bastionen; um 1640 besaß die Zitadelle bereits ihre annähernd quadratische, bastionierte Form.
Die Compagnie des Indes veränderte die gesamte Reede
Colberts 1664 gegründete französische Ostindien-Kompanie hatte zunächst ihren Sitz in Port-Louis. Für den Bau und die Ausrüstung großer Handelsschiffe reichte der Raum unter den Festungsmauern jedoch nicht aus. Auf der gegenüberliegenden Seite der Reede entstanden Werften und ein neuer Hafen, benannt nach dem ersten dort gebauten Schiff „Soleil d’Orient“. Aus diesem Standort entwickelte sich die Stadt Lorient.
Port-Louis blieb das befestigte Tor zu dem neuen Handels- und Marinekomplex. Vauban besichtigte die Zitadelle 1683, kritisierte viele bauliche Details, hielt ihre natürliche Lage aber für so vorteilhaft, dass er keinen völligen Neubau plante. Er ergänzte unter anderem Entwürfe für Pulvermagazin und Arsenal und ließ königliche Zeichen an der Torfront anbringen.
Die Zitadelle bewahrt heute zwei unterschiedliche maritime Geschichten
Die Festung blieb über Jahrhunderte militärisch genutzt und überstand auch die schweren Zerstörungen im Raum Lorient während des Zweiten Weltkriegs. Ihre Bastionen, Stadtmauern und Wachgänge prägen den Blick aus der Marina bis heute. Teile der Anlage und der Befestigungen wurden im 20. Jahrhundert unter Denkmalschutz gestellt.
Im Inneren befinden sich heute das Musée national de la Marine und das Museum der Compagnie des Indes. Das Marinemuseum behandelt unter anderem Seenotrettung und Unterwasserarchäologie; die Sammlung zur Ostindien-Kompanie zeigt Modelle, Karten, Porzellan, Textilien und Handelsobjekte. Damit erinnert der Ort nicht nur an Festungsbau und Krieg, sondern auch an die globalen Warenströme, kolonialen Machtverhältnisse und langen Seereisen, aus denen Lorient als Hafenstadt hervorging.