Lorient – Port du Kernevel

Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Kernével

Der Port de Kernével liegt in Larmor-Plage an der Westseite der Reede von Lorient, gegenüber der Zitadelle von Port-Louis. Der Betreiber nennt 1.038 Wasserliegeplätze, darunter 100 Plätze für Gäste. Aufgenommen werden Boote bis 30 Meter Länge und sechs Meter Tiefgang; verbindlich sind die individuelle Bestätigung, der zugeteilte Platz und die aktuelle Fahrwassertiefe.

Wasser und Strom stehen an den Stegen zur Verfügung. Aktuelle externe Hafendaten nennen 220 Volt mit fünf bis 16 Ampere an den Stegen und leistungsstärkere Anschlüsse am Kai. Wasser ist zum Füllen der Tanks vorgesehen, nicht zum Waschen der Boote. Anschlusswert, Stecker und Verbrauchsregelung sind für den konkreten Liegeplatz zu bestätigen. WLAN, Wetterinformationen, Transportwagen, Leihfahrräder und Winterlager ergänzen den Service.

Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Duschen, Toiletten, einen Wickelbereich und eine Wäscherei. Haushaltsabfälle, Glas und technische Abfälle werden getrennt gesammelt. Pumpen für Schwarzwasser sind ausgewiesen. Lage, Betriebszeiten und Zugangsregelung der einzelnen Einrichtungen können saisonal variieren und sind bei der Capitainerie zu erfragen.

Die Tankstelle ist rund um die Uhr per Bankkarte zugänglich und bietet Diesel sowie bleifreies Benzin SP95 E5. Externe aktuelle Hafendaten nennen dort etwa drei Meter Wassertiefe. Vor dem Anlegen sind deshalb der tatsächliche Pegel, die zulässigen Bootsmaße, die Lage des Tankstegs und mögliche betriebliche Sperrungen zu prüfen.

Der Hafen verfügt über Slipanlage, Kran und eine Fläche für technische Arbeiten. Eine verlässliche maximale Traglast des Krans veröffentlicht der Betreiber für Kernével nicht. Größere Hebevorgänge können in den technischen Hafenbereichen von Lorient möglich sein, dürfen aber nicht als Leistung am eigenen Liegeplatz vorausgesetzt werden. Jede Kranung benötigt eine gesonderte technische Freigabe. Die Anmeldung erfolgt auf UKW-Kanal 9.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Lorient – Port du Kernevel
Ansicht von Lorient – Port du Kernevel. Foto: / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Kernével: Festung, Sardinenindustrie und die drei Villen am Hafen

Ein sternförmiges Fort bewachte ab 1761 die Zufahrt nach Lorient

Kernével liegt an einer strategischen Engstelle der Rade de Lorient. Als die Stadt und der Hafen der französischen Ostindien-Kompanie an Bedeutung gewannen, entstand hier 1761 eine sternförmige Befestigung. Gemeinsam mit der Zitadelle von Port-Louis auf der gegenüberliegenden Seite kontrollierte sie die Einfahrt.

Von dem Fort sind heute nur noch Teile im Gelände ablesbar. Seine Lage erklärt jedoch, weshalb der Küstenabschnitt über Jahrhunderte militärisch genutzt wurde. Das Panorama von den heutigen Stegen reicht genau über jene Wasserfläche, die einst von beiden Ufern gesichert werden sollte.

Die Sardinenverarbeitung prägte Hafen und Villen

Im 19. Jahrhundert wurde Kernével zu einem Standort der Sardinenkonservenindustrie. Augustin Gillet ließ hier Wohn- und Betriebsgebäude errichten; sein Nachfolger, der Bankier und Unternehmer Auguste Ouizille, besaß Fabrik, Lager und Häuser. Er ließ außerdem einen frühen Hafen mit Rampe und aufgeschütteten Flächen anlegen, damit Fisch angelandet und der Personenverkehr abgewickelt werden konnte.

Drei auffällige Häuser am Wasser wurden später als „Château des Sardines“ bekannt: Kerozen bestand bereits 1849, die Villa Margaret entstand 1896 und Kerlilon um 1899 bis 1901. Die oft wiederholte Erzählung, Ouizille habe jeder seiner drei Töchter eine Villa gebaut, stimmt nach der bauhistorischen Dokumentation nicht. Die Gebäude stammen aus unterschiedlichen Phasen und hatten verschiedene Auftraggeber.

Kerlilon wurde im Zweiten Weltkrieg zum Befehlsstand

Nach der deutschen Besetzung Lorients im Juni 1940 wurden die drei Villen beschlagnahmt. Admiral Karl Dönitz leitete von Kerlilon aus zwischen Oktober 1940 und Mai 1942 den deutschen U-Boot-Krieg; Schutzbauten und Bunker ergänzten das Ensemble. Die Nähe zur gleichzeitig entstehenden U-Boot-Basis Keroman machte Kernével zu einem zentralen Befehlsort der Atlantikschlacht.

Die eingeschlossene „Poche de Lorient“ kapitulierte erst am 10. Mai 1945. Noch am selben Tag richtete die französische Marine in den weiterhin nutzbaren Anlagen einen Stützpunkt ein. Kerlilon ging 1956 an die Marine und diente bis 1983 als Nachrichtenzentrale; heute wird es als Dienstresidenz genutzt und ist gewöhnlich nicht öffentlich zugänglich. Der moderne Sportboothafen entstand 1988 und wurde 2007 umfassend neu geordnet. Zwischen Stegen, Villen und wenigen erhaltenen Befestigungsspuren liegen damit Industrie-, Militär- und Hafengeschichte unmittelbar nebeneinander.

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