Loctudy – Marina Loctudy
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Plaisance de Loctudy
Der Sportboothafen von Loctudy liegt in der Mündung des Flusses Pont-l’Abbé gegenüber der Île-Tudy. Die Gemeinde nennt 657 Plätze an Stegen, davon 65 für Gäste, sowie 50 nicht für Kurzaufenthalte vorgesehene Bojenplätze. Aufgenommen werden Boote bis 15 Meter Länge und 3,50 Meter Tiefgang; Zuweisung und aktuelle Wassertiefe bestätigt die Capitainerie.
Wasser und Strom stehen auf den Stegen zur Verfügung. Die Anschlüsse liefern 220 Volt mit sechs oder 16 Ampere. Auf der technischen Fläche gibt es zusätzlich 220 Volt mit 16 Ampere und 380 Volt mit 32 Ampere, jeweils badge- und kostenpflichtig. Kostenloses WLAN, Wetteranzeige, Transportwagen, Leihfahrräder und Postservice ergänzen den Hafen.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Duschen und Toiletten mit Codezugang, eine barrierefreie Dusche mit WC sowie eine Wäscherei mit zwei Waschmaschinen und zwei Trocknern. Hausmüll und Glas werden getrennt gesammelt; die technische Sammelstelle nimmt zudem Farbe, Pinsel, Batterien, Karton, Metall, Holz und Altöl auf.
Die Tankstelle ist rund um die Uhr nutzbar und verkauft Diesel sowie bleifreies Benzin SP95. Eine Kraftstofflieferung kann nach Absprache organisiert werden. Vor dem Anlegen sind Wassertiefe, maximal zulässige Bootsmaße, Zahlungsmöglichkeit und mögliche Einschränkungen durch den benachbarten Fischereibetrieb zu prüfen.
Eine entwässerte Arbeitsfläche mit Abscheidern, eine badgepflichtige Slipanlage sowie örtliche Betriebe für Kranung, Mastarbeiten, Motoren, Elektronik, Schweißarbeiten und Winterlager stehen zur Verfügung. Eine allgemeine maximale Lifttraglast veröffentlicht die Gemeinde nicht; jedes Manöver benötigt deshalb die technische Freigabe des gewählten Betriebs. Ein UKW-Arbeitskanal wird auf der kommunalen Serviceseite nicht verbindlich genannt.
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Loctudy: Kartoffelhandel und eine vollständig erhaltene Sardinenfabrik
Der Hafen wuchs im 19. Jahrhundert mit Handel und Fischerei
Loctudy war lange zugleich von Landwirtschaft und Schifffahrt geprägt. Ab 1848 wurde die Cale de Poulavillec ausgebaut, 1872 folgte eine Erweiterung. Über den Hafen gingen vor allem Kartoffeln aus dem Pays Bigouden; Fuhrwerke brachten die Ernte zu Küstenschiffen und Frachtern.
Um 1850 entwickelte sich daneben eine eigenständige Fischerei. Kais, Werften und Handelslager ließen aus dem kleinen Landeplatz einen vielseitigen Hafen werden. Die heute bekannte Langustine, lokal „Demoiselle de Loctudy“ genannt, gehört zu dieser späteren Fischereigeschichte.
1901 entstand eine Konservenfabrik auf einem Kartoffellager
Der Kaufmann Jean-Marie Vallière des Filières ließ sein früheres Lager nahe der Slipanlage zur Sardinenfabrik umbauen. Der Betrieb hatte zunächst Schwierigkeiten. 1909 erreichten die Arbeiterinnen nach einem kurzen Streik, dass sie künftig nach Stunden statt nach tausend verarbeiteten Sardinen bezahlt wurden.
Alexis Le Gall, der aus einer Familie von Fischhändlern und Konservenherstellern in Douarnenez stammte, kaufte die Anlage während des Ersten Weltkriegs; wirksam wurde der Verkauf nach seiner Demobilisierung 1919. Die Fabrik produzierte unter den Marken L’Hermine, Les Druides und Félix Fort.
Maschinen und Arbeitsräume blieben nach der Schließung erhalten
1925 ließ Le Gall Strom und Telefon installieren und modernisierte die Produktion mit mechanischen Verschließmaschinen, Dampfkessel und neuen Werkzeugen. Die vollständige Arbeitsfolge reichte vom Köpfen, Trocknen und Braten über Einlegen und Ölen bis zum Verschließen, Sterilisieren und Prüfen der Dosen. Ein eigenes Labor entwickelte Saucen.
Nach schlechten Fangjahren stellte der Betrieb 1954/55 endgültig die Produktion ein. Anders als in vielen aufgegebenen Fabriken blieben Gebäude, Büros, Wohnräume, Archive und ein großer Teil der Maschinen zusammen erhalten. Die Anlage wurde 2016 als historisches Monument klassifiziert und 2021 als Museum eröffnet. Nur etwa 200 Meter vom alten Ufer entfernt dokumentiert sie heute nicht bloß einzelne Geräte, sondern den vollständigen technischen und sozialen Zusammenhang einer kleinen bretonischen Konservenfabrik.