Concarneau – Marina Concarneau
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Plaisance de Concarneau
Der Sportboothafen von Concarneau liegt zwischen dem Môle Pénéroff und der Ville Close. Der Betreiber zählt insgesamt 876 Plätze: 390 an Stegen, 144 an Hafenbojen und 342 genehmigte Außenliegeplätze. Gäste werden ausschließlich im Vorhafen aufgenommen. Dort stehen 54 Plätze am Besuchersteg, etwa 20 bis 30 Plätze am schweren Wellenbrecher sowie fünf Besucherbojen vor Cabellou zur Verfügung.
Wasser und Strom sind an den Stegen vorhanden. Spannung, maximale Stromstärke, Stecker und mögliche Verbrauchskosten veröffentlicht der Hafen nicht für jede Liegeplatzgruppe; sie sind bei der Zuweisung zu bestätigen. Wetterinformationen, Transportwagen sowie kostenlos ausleihbare Fahrräder und Tretroller ergänzen den Service.
Die Sanitär-Infrastruktur mit Duschen, Toiletten, Babybereich und barrierefreiem Sanitärraum ist rund um die Uhr per Zugangscode erreichbar. Eine automatische Wäscherei liegt in Hafennähe. Getrennte Sammelstellen nehmen Hausmüll, Glas, Holz, Batterien, Altöl und gebrauchte Filter an. Märkte, Fischverkauf, Geschäfte und Gastronomie befinden sich unmittelbar im Stadtzentrum.
Die Tankstelle ist rund um die Uhr per Bankkarte nutzbar. Angeboten werden Diesel und bleifreies Benzin SP95-E5. Die Zapfstelle liegt im Hafengebiet; Wassertiefe, maximal zulässige Bootsmaße und der aktuelle Betriebsstatus müssen vor der Zufahrt geprüft werden.
Der Sportboothafen selbst veröffentlicht keine belastbare Zusage für Travellift, Kran oder Slipanlage. Concarneau besitzt zwar einen großen gewerblichen Bau- und Reparaturhafen mit Trockendocks und Fachbetrieben, dessen Anlagen sind aber nicht automatisch für Sportboote verfügbar. Ein- und Auswasserung, Reparaturen und Schmutzwasserentsorgung müssen deshalb vorab mit der Hafenstelle beziehungsweise einem Betrieb vereinbart werden.
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Concarneau: Festungsstadt und Zentrum der Sardinenindustrie
Die Ville Close entstand auf einer Insel im Moros-Ästuar
Der historische Kern Concarneaus liegt auf einem felsigen Eiland zwischen Fischerei- und Sportboothafen. Im Mittelalter wurde Conq zum Hauptort einer herzoglichen Herrschaft mit 23 Pfarreien. Mauern und Türme sicherten den geschützten Ankerplatz und einen wichtigen Zugang an der südlichen Küste der Bretagne.
Nach der Vereinigung der Bretagne mit Frankreich 1532 blieb die befestigte Stadt militärisch bedeutsam. Im 17. Jahrhundert schützten ihre Mauern einen Hafen mit einer Garnison von etwa hundert Mann. Spätere Umbauten passten Tore, Bastionen und Artilleriestellungen an, ohne den geschlossenen Grundriss der Inselstadt aufzulösen.
Fischhandel verband Concarneau mit weit entfernten Märkten
Im 16. Jahrhundert waren Kabeljau, Congeraal und Seehecht wichtige Fänge. Reeder und Händler verschifften getrockneten Fisch, Salz, Getreide und Wein. Die Befestigung war damit nicht nur ein militärischer Posten, sondern schützte einen wachsenden Arbeits- und Handelshafen.
Die heutige Mischung aus Fischerei, Werften und Sportbootbetrieb setzt diese Mehrfachnutzung fort. Kutter und Auktionshalle liegen nur wenige Schritte von den Gaststegen entfernt, während große Spezialschiffe in den Bau- und Reparaturbetrieben des Hafens bearbeitet werden.
Im Jahr 1900 arbeiteten hier 32 Konservenfabriken
Die Sardine prägte Concarneau besonders stark. Ihre örtliche Fischerei ist mindestens seit dem 15. Jahrhundert belegt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fuhren ungefähr 500 offene Boote zum Sardinenfang. Von den damals 160 französischen Konservenfabriken standen 32 in Concarneau.
Die Fabriken veränderten Stadtbild und Arbeitswelt. Anlanden, Sortieren, Einsalzen und Eindosen beschäftigten ganze Familien und insbesondere viele Frauen. Als die Sardinenfänge schwankten, stellten sich Flotte und Industrie auf andere Arten um. Noch heute passieren jährlich mehr als 3.700 Tonnen Fisch die Auktion, und drei Konservenbetriebe führen die Verarbeitungstradition weiter. Das Fischereimuseum in der Ville Close und der begehbare Trawler „Hémérica“ dokumentieren den Übergang vom Segelkutter zur industrialisierten Hochseefischerei.