Camaret-sur-Mer – Marina Camaret-sur-Mer

Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Camaret-sur-Mer

Der Sportboothafen von Camaret-sur-Mer verteilt sich auf die Becken Notic, Styvel und Vauban am geschützten Ende der Bucht. Die Gemeinde nennt 450 Dauer- und 150 Gastplätze. Besucher werden im stadtnahen Notic, an ausgewiesenen Stegen im Port Vauban sowie saisonal an weißen Bojen aufgenommen; Styvel ist Dauerliegern vorbehalten. Die konkrete Zuweisung und zulässigen Bootsmaße bestätigt die Hafenstelle.

Wasser und Strom stehen an sämtlichen Stegen zur Verfügung. Der Betreiber nennt Anschlüsse mit 220 bis 380 Volt, veröffentlicht aber keine allgemeine Stromstärke für jeden Platz. Stecker, Leistung und Verbrauchsbedingungen sind deshalb vor Anschluss zu klären. Kostenloses WLAN, Wetterinformationen, Transportwagen und eine Wäscherei im Bereich Notic ergänzen den Service.

Die Sanitär-Anlagen mit Duschen und Toiletten sind im Übernachtungspreis enthalten; Zugangscodes gibt die Capitainerie aus. Für die Sanitär-Infrastruktur am Notic liefen 2026 Bauarbeiten. Welche Anlage während der Arbeiten geöffnet ist, muss deshalb aktuell erfragt werden. Müllannahme und ein reservierter Parkplatz mit Hafenausweis sind vorhanden.

Die Tankstelle liegt im Fischereihafen und ist rund um die Uhr per Bankkarte nutzbar. Dort wird Diesel angeboten; bleifreies Benzin wird von der offiziellen Hafenseite nicht zugesichert. Wassertiefe, maximal zulässige Bootsmaße und mögliche betriebliche Einschränkungen sind vor der Zufahrt zu prüfen.

Am Quai Téphany befinden sich Reparaturbetrieb, Segelmacher und Schiffsausrüster. Der Hafen nennt außerdem eine Slipanlage, eine Trockenfall- beziehungsweise Arbeitsfläche, Winterlager an Land und einen Mobilkran bis zehn Tonnen. Gewicht, Breite, Anschlagpunkte und Termin benötigen eine technische Freigabe. Der Hafen ist auf UKW-Kanal 9 erreichbar; in der Hauptsaison ist der Revierdienst täglich auf dem Wasser.

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Anreise und Einkaufen

Camaret-sur-Mer: Vaubans Turm und das Erbe der Langustenfischer

Die Tour Dorée schützte den Zugang nach Brest

Camarets natürlicher Hafen liegt an einer strategischen Stelle zwischen dem Chenal du Four und dem Raz de Sein. Wer in die Reede von Brest einlaufen wollte, musste an der Halbinsel Crozon vorbei. Vauban erkannte diese Bedeutung und bezog die Bucht in das Verteidigungssystem des Kriegshafens ein.

Die Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Tour Dorée verbindet eine niedrige, halbkreisförmige Geschützbatterie mit einem mehrgeschossigen Turm. Das Bauwerk steht auf dem Sillon, der den Hafen gegen die Bucht abschirmt. Seit 2008 gehört es mit elf weiteren Anlagen zum UNESCO-Welterbe „Festungsanlagen von Vauban“.

Am 18. Juni 1694 bestand der unfertige Turm seine erste Schlacht

Eine anglo-niederländische Flotte mit 147 Schiffen versuchte bei Camaret zu landen, den Goulet zu erzwingen und Brest anzugreifen. Obwohl die Befestigung noch nicht vollendet war, nahmen ihre neun einsatzbereiten Kanonen die Angreifer gemeinsam mit den Küstenbatterien unter Feuer. Der Landungsversuch scheiterte.

Der Turm trägt bis heute Spuren des Angriffs. Camaret erhielt nach dem Sieg von Ludwig XIV. den Ehrentitel „Wächterin der Küste der Armorique“. Die Anlage wurde 1944 durch Feuer beschädigt und später restauriert; ihre ursprüngliche Funktion lässt sich am Verhältnis von Batterie, Turm und Hafeneinfahrt weiterhin unmittelbar ablesen.

Sardinen und Langusten veränderten den Hafen

Im 19. Jahrhundert lebte Camaret von einer großen Sardinenflotte. Die schmale Uferzone des Notic wurde verbreitert, und um 1900 entstanden die mehrgeschossigen Häuser und Kais des heutigen Hafenbildes. Als die Sardine in den Krisenjahren 1901 bis 1903 ausblieb, spezialisierten sich die Fischer auf Langusten.

Die Fangreisen führten zunächst nach Spanien, später bis Mauretanien und zu den Hebriden. Spezielle Kutter mit durchströmten Behältern hielten die Tiere lebend und ermöglichten längere Reisen. 1960 galt Camaret als Europas bedeutendster Langustenhafen. Rund um die Flotte arbeiteten zeitweise zehn Bootswerften sowie Schmieden, Mechaniker und Segelmacher. Mit dem Ende der Langustenfischerei um 1990 verschwand diese wirtschaftliche Epoche, doch alte Werftflächen, Schiffsrümpfe am Sillon und das örtliche maritime Museum bewahren ihre sichtbaren Spuren.

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