Bénodet – Marina Bénodet
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Bénodet
Der Sportboothafen von Bénodet liegt geschützt in der Anse de Penfoul an der Mündung des Odet. Die Gemeinde nennt 500 Plätze an Stegen und 250 Bojenplätze. Gastplätze befinden sich an einem barrierearm zugänglichen Besuchersteg; die konkrete Zuweisung, zulässige Abmessungen und Wassertiefe bestätigt die Capitainerie.
Wasser und Strom stehen an den Stegen mit 220 Volt und zehn Ampere zur Verfügung. Höhere Leistung wird nicht allgemein zugesichert und muss bei größerem Bedarf ausdrücklich geklärt werden. Kostenloses WLAN, dauerhafte digitale Wetteranzeige, Sommer-Revierdienst sowie nautische Fachgeschäfte und Motorenservice ergänzen den Hafen.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst acht Toiletten und zehn Duschen, jeweils zwei davon barrierefrei, außerdem Wickeltisch und automatische Wäscherei. Eine Anlage nimmt Abwasser aus Bootstanks auf. Gastronomie, Geschäfte und kostenlose Parkplätze liegen am Hafen beziehungsweise im nahen Ortszentrum.
Die Tankstelle befindet sich auf dem Steg bei der Capitainerie und ist rund um die Uhr nutzbar. Angeboten werden bleifreies Benzin und Diesel. Zahlungsmittel, aktuelle Sorten, maximale Bootslänge, Wassertiefe am Zapfplatz und mögliche Wartungsunterbrechungen sind vor der Zufahrt zu prüfen.
Für technische Arbeiten stehen Kran- und saubere Arbeitsfläche zur Verfügung; Winterlager im Wasser wird ebenfalls angeboten. Eine aktuelle maximale Traglast veröffentlicht die Gemeinde nicht. Gewicht, Breite, Tiefgang, Anschlagpunkte und Termin müssen deshalb vor jedem Hub technisch bestätigt werden. Der Hafen ist auf UKW-Kanal 9 erreichbar und wird ganzjährig bedient.
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Bénodets alter Hafen: Stockfisch, Wein und gescheiterte Großprojekte
Die Kirche Saint-Thomas steht seit dem 12. Jahrhundert am Odet
Bevor die Marina in der geschützten Anse de Penfoul entstand, konzentrierte sich der Hafenbetrieb am heutigen Vieux Port. Dort blickt die im 12. Jahrhundert errichtete Kirche Saint-Thomas Becket unmittelbar auf den Fluss. Ihre Lage zeigt, wie eng Siedlung, Schifffahrt und Odet-Mündung bereits im Mittelalter verbunden waren.
Der Ortsname Bénodet verweist selbst auf die Flussmündung. Gegenüber liegt Sainte-Marine; zwischen beiden Ufern verkehrt heute wieder eine kleine Personenfähre. Der alte Hafen blieb damit ein Übergangsort, auch nachdem die größeren Sportbootanlagen weiter flussaufwärts gebaut wurden.
Im 13. Jahrhundert fuhren Fisch und Wein in entgegengesetzte Richtungen
Mehr als zehn Schiffe brachten Congeraal und getrockneten Seehecht aus Bénodet nach Royan. Dort wurde der Fisch zu einer bei der Bevölkerung von Bordeaux geschätzten Pastete verarbeitet. Auf der Rückreise nahmen die Schiffe Wein, Salz und Trauben an Bord.
Auch im 16. Jahrhundert war Bénodet in überregionale Handelswege eingebunden. Von 121 in La Rochelle registrierten Schiffen stammten zwölf aus Bénodet und transportierten Wein in Richtung Ärmelkanal. Der kleine Hafen war damit kein isolierter Küstenplatz, sondern Teil eines regelmäßigen Warenverkehrs entlang der Atlantikküste.
Ostindienhandel und Marine blieben Pläne auf Papier
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die geschützte Bucht für größere Aufgaben geprüft. Die französische Ostindienkompanie erwog, hier Ladungen umzuschlagen. Später dachte Konteradmiral Yves de Kerguelen darüber nach, Marineschiffe im Odet zu stationieren. Beide Projekte wurden nicht verwirklicht.
Der Hafen entwickelte sich stattdessen schrittweise mit Fischerei, Küstenhandel und schließlich Freizeitschifffahrt. In den 1970er und 1980er Jahren kamen Wasser, Strom und modernere Hafendienste hinzu. Seit 2001 bringt das „Rendez-vous de la Belle Plaisance“ klassische Yachten und traditionelle Segelschiffe zurück an die Mündung. So verbindet Bénodet die heutige Marina mit einem alten Hafen, dessen Bedeutung gerade in den tatsächlich gelebten kleinen Handelswegen lag – nicht in den nie gebauten Großanlagen.