Auray – Port Saint-Goustan
Liegeplätze und Infrastruktur im Port de Saint-Goustan
Saint-Goustan liegt weit im gezeitenabhängigen Fluss Auray beziehungsweise Loc’h unterhalb der Oberstadt. Eine ältere kommunale Bestandsaufnahme nennt 135 Wasserplätze und 25 Gastplätze. Der heutige Betreiber weist jedoch darauf hin, dass Besucherplätze vor allem durch vorübergehend abwesende Dauerlieger entstehen. Die Verfügbarkeit ist daher vor der Fahrt flussaufwärts mit der Capitainerie zu klären.
Wasser und Strom werden in aktuellen Hafenverzeichnissen an den Liegeplätzen ausgewiesen. Der Betreiber veröffentlicht auf seiner Serviceseite aber keine technische Anschlussübersicht; Spannung, Stromstärke, Stecker und Lage der Versorgung müssen für den zugeteilten Platz bestätigt werden. Kostenloses WLAN, Revierdienst, Hafenbeiboote und Transportwagen ergänzen den Betrieb.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Duschen, Toiletten sowie eine Wäscherei mit Waschmaschine und Trockner. Einrichtungen zur Entleerung chemischer Toiletten und getrennte Abfallsammlung werden ebenfalls genannt. Cafés, Restaurants, Lebensmittelgeschäfte und weitere Versorgung liegen am Kai oder in der Oberstadt.
Eine eigene Tankstelle wird in der aktuellen offiziellen Serviceliste nicht ausdrücklich aufgeführt. Ältere und externe Verzeichnisse nennen zwar Kraftstoff, doch ohne belastbare Angaben zu Betreiber, Sorten und Zeiten. Deshalb muss die tatsächliche Versorgung vorab bei der Capitainerie erfragt und gegebenenfalls vor der Fahrt nach Saint-Goustan erledigt werden.
Der Hafen veröffentlicht keine eigene Kran-, Travellift-, Rampen- oder Werftleistung. Technische Arbeiten und Ein- oder Auswasserung müssen mit einem ausgerüsteten Hafen der Betreibergesellschaft oder einem örtlichen Dienstleister organisiert werden. Die Passage ist gezeitenabhängig; aktuelle Wassertiefe, Bootsmaße und der UKW-Arbeitskanal sind vor dem Einlaufen zu bestätigen.
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Saint-Goustan: mittelalterlicher Handelshafen und Franklins erste Station in Frankreich
Im 13. Jahrhundert entstanden Brücke, Hafen und Burg
Die bretonischen Herzöge ließen am Fuß der heutigen Oberstadt eine Brücke, einen Hafen und eine Burg errichten. Der steinerne Übergang über den Loc’h verband Saint-Goustan mit Auray. Oberhalb des westlichen Ufers sicherte die Festung den Flussweg, während sich am Wasser ein eigenes Hafenviertel entwickelte.
Von der Burg blieben nur Mauerzüge und Geländespuren. Der Hafen und die vierbogige Steinbrücke prägen den Ort dagegen weiterhin. Enge Gassen steigen von der Place Saint-Sauveur zu den höher gelegenen Straßen mit Fachwerkhäusern auf.
Getreide machte Auray zu einem wichtigen bretonischen Hafen
Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte Saint-Goustan seine größte Bedeutung als Handelshafen. Schiffe brachten Wein, Salz, Eisen, Stahl und Holz. Ausgeführt wurden unter anderem Weizen, Roggen, Fleisch, Fisch, Tuch und Leinwand. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts stand Auray im bretonischen Getreidehandel an dritter Stelle.
Vor dem Ausbau lagen die Schiffe an einfachen Pfählen und Bohlen am Ufer. Kurz vor 1641 begann der Bau eines festen Kais mit zwei Rampen. Daraus entstanden die Place Saint-Sauveur und der spätere Quai Benjamin Franklin; Erweiterungen folgten um 1680 und 1742.
Benjamin Franklin kam am 4. Dezember 1776 an Land
Franklin überquerte den Atlantik auf der amerikanischen „Reprisal“, um in Frankreich Unterstützung für die Unabhängigkeit der dreizehn Kolonien zu gewinnen. Weil das Schiff nicht wie vorgesehen direkt weiterfahren konnte, setzte er in ein kleineres Segelboot über und landete am 4. Dezember in Saint-Goustan.
Von Auray reiste er weiter in Richtung Paris. Seine diplomatische Mission trug dazu bei, dass Frankreich die Vereinigten Staaten anerkannte und 1778 ein Bündnis schloss. Der nach Franklin benannte Kai erinnert deshalb nicht an einen langen Aufenthalt, sondern an einen kurzen, politisch folgenreichen Landgang. Dass Handelsschiffe tief in den Fluss bis Saint-Goustan gelangen konnten, machte diesen unerwarteten Ankunftsort überhaupt möglich.