Audierne – Marina Audierne
Liegeplätze und Infrastruktur im Hafen von Audierne
Der Sportboothafen von Audierne liegt im Ästuar des Goyen mitten im Stadtzentrum. Eine kommunale Übersicht nennt 220 Plätze an Stegen; die aktuelle Tourismusinformation weist in der Saison 30 Plätze für Übernachtungsgäste aus. Für Aufenthalte ab einer Woche wird eine Reservierung bereits ab Januar empfohlen. Platzmaß und Wasserstand müssen von der Hafenstelle bestätigt werden.
Wasser und Strom stehen auf den Stegen zur Verfügung. Der aktuelle Wasserstand im Hafen wird an der Capitainerie angezeigt; er ersetzt keine eigene Berechnung der Gezeiten und der Zufahrt. Spannung, Stromstärke, Stecker und Verbrauchskosten sind öffentlich nicht detailliert und müssen für den zugewiesenen Platz erfragt werden.
Die Sanitär-Infrastruktur umfasst Toiletten und Duschen im Hafengebäude gegenüber den Stegen; barrierefreie Einrichtungen sind vorhanden. Das 2010 eröffnete Gebäude nutzt Regenwasser für die Toilettenspülung und Sonnenkollektoren für Warmwasser. Eine Abfallsammelstelle liegt ebenfalls nahe den Stegen. Geschäfte und Gastronomie befinden sich direkt an den städtischen Kais.
Eine Tankstelle beziehungsweise Kraftstoffversorgung wird in aktuellen Hafenverzeichnissen als Service genannt, doch der Betreiber veröffentlicht keine verlässliche frei zugängliche Angabe zu Zapfstelle, Sorten und Zeiten. Vor dem Anlaufen sind deshalb Betriebsort, Gezeitenzugang, Wassertiefe und Zahlungsmöglichkeit telefonisch zu bestätigen. Eine Betankung an den Gaststegen darf nicht angenommen werden.
Eine eigene aktuelle Zusage für Travellift, Kran, Rampe oder Schmutzwasserpumpe ist auf der offiziellen Besucherinformation nicht enthalten. Technische Arbeiten und Ein- oder Auswasserung müssen daher vorab mit der Hafenstelle und örtlichen Betrieben geklärt werden. Ebenso ist der aktuelle UKW-Arbeitskanal zu erfragen; die veröffentlichten Kontaktdaten verweisen primär auf Telefon und E-Mail.
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Audierne: Sardinenfabriken, Langustenfänger und ein Hafen am Goyen
Die Gezeiten verbanden Audierne mit Fischfang und Handel
Audierne entwickelte sich an der Mündung des Goyen, wo Schiffe geschützt im Fluss lagen, aber die Barre und wechselnde Wassertiefe beachten mussten. Kaufleute, Lotsen und Fischer prägten die schmalen Straßen oberhalb der Kais. Kleine Fußwege, die sogenannten Venelles, führten von den Wohnvierteln direkt zum Hafen und später zu den Konservenfabriken.
Die Lage nahe Pointe du Raz und Île de Sein brachte Arbeit, verlangte aber gute Ortskenntnis. Im 19. Jahrhundert wurden mehrere Feuer eingerichtet, um die Zufahrten nach Audierne und Sainte-Évette sicherer zu machen. Dazu gehörte auch der Fénoux-Signalmast, mit dem Lotsen den Schiffen optische Kursanweisungen geben konnten.
Neunzehn Fabriken verarbeiteten den Sardinenfang
Ende des 19. Jahrhunderts beschleunigte die Konservenindustrie das Wachstum des Ortes. Auf dem Gebiet von Audierne entstanden 19 Sardinenfabriken. Sie zogen zusätzliche Fischer an und schufen besonders für Frauen Arbeitsplätze in der Verarbeitung.
Als die Sardine zu Beginn des 20. Jahrhunderts seltener wurde, musste sich die Flotte umstellen. Andere Fischarten und der Langustenfang gewannen an Bedeutung. Hochseelangustenfänger aus dem Cap Sizun arbeiteten mit einem durchströmten Behälter im Rumpf, damit der Fang während acht- bis zehntägiger Reisen lebend blieb.
Der Nachbau „Cap Sizun“ bewahrt die Form der alten Kutter
Der heutige Segler „Cap Sizun“ orientiert sich an den großen Langustenfängern der 1930er Jahre. Das Heck besitzt die charakteristische runde Form eines „cul de poule“, die Takelung entspricht einem Kutter mit Gaffelgroß, Toppsegel und zwei Vorsegeln. Das Schiff liegt am Quai Camille Pelletan und wird von einem Verein erhalten.
Auch das Maritime Museum des Cap Sizun sammelt Zeugnisse dieser Arbeitswelt. Sein Bestand umfasst mehr als 1.700 Objekte aus Fischerei, Handel, Seenotrettung, Leuchtturmwesen und Navigation. Das frühere Museumsgebäude ist seit 2020 geschlossen, die Sammlung wird jedoch gesichert und in Sonderausstellungen gezeigt. Zusammen mit Fischauktion, Kuttern und Stadtgrundriss hält sie sichtbar, dass Audierne nicht erst mit dem Sportboothafen zum maritimen Ort wurde.