Bodrum – Stadthafen

Liegeplatz und Infrastruktur im Stadthafen von Bodrum

Der Stadthafen liegt östlich der Burg im Zentrum von Bodrum und darf nicht mit der westlich der Burg gelegenen Milta Bodrum Marina verwechselt werden. Das kommunale beziehungsweise öffentliche Hafenbecken dient vor allem lokalen Ausflugsbooten, Gulets, Fähren und Arbeitsfahrzeugen. Eine aktuelle offizielle Liste frei buchbarer Gastplätze mit Preisen, Tiefen und maximalen Schiffsmaßen ist nicht veröffentlicht.

Einlaufende Freizeityachten können deshalb weder einen Platz noch Wasser und Strom am zugewiesenen Kai voraussetzen. Auch zur Sanitär-Infrastruktur für Gastcrews, zu Duschen, Wäscherei, Abfall- oder Fäkalienentsorgung gibt es keine belastbare aktuelle Leistungsbeschreibung. Diese Einrichtungen müssen direkt bei der Hafenbehörde beziehungsweise dem konkreten Liegeplatzbetreiber bestätigt werden.

Eine öffentliche Tankstelle für Gastboote wird im Stadthafen nicht eindeutig ausgewiesen. Diesel oder Benzin sollten an einer bestätigten Anlage aufgenommen werden; die Versorgung der gewerblichen Ausflugsflotte ist kein Nachweis für freien Verkauf an durchreisende Yachten.

Kran, Travellift, Hartstand und eine buchbare Werft mit veröffentlichten Hebegrenzen sind dem Stadthafen ebenfalls nicht zugeordnet. Für gesicherte Marina- und technische Leistungen kommen eigenständige Anlagen der Bodrum-Halbinsel infrage, deren Konditionen separat geprüft werden müssen.

Der Hafen liegt direkt an Altstadt, Basar und Burg, ist aber durch Ausflugsverkehr und Passagierbetrieb stark ausgelastet. Grenz- und Fährverkehr unterliegen der Bodrum Regional Port Authority. Wer den Stadthafen anlaufen möchte, benötigt daher vorab eine klare Liegeplatzzusage und darf Serviceangaben der benachbarten Milta Marina nicht auf dieses Becken übertragen.

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Bodrum: Halikarnassos, Kreuzritterburg und Unterwasserarchäologie

Maussollos machte Halikarnassos zur Residenzstadt

Das heutige Bodrum entwickelte sich aus dem antiken Halikarnassos. Im 4. Jahrhundert vor Christus verlegte der karische Satrap Maussollos seine Residenz hierher, ließ die Stadt befestigen und nach griechischen städtebaulichen Vorstellungen ausbauen. Der geschützte Doppelhafen war dabei ein wesentlicher Standortvorteil.

Noch zu Lebzeiten begann Maussollos mit seinem monumentalen Grabmal. Nach seinem Tod führte seine Frau und Schwester Artemisia II. den Bau fort. Das Mausoleion galt später als eines der Sieben Weltwunder; sein Name wurde zur allgemeinen Bezeichnung für monumentale Grabbauten.

Die Johanniter bauten antike Steine in die Burg ein

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts errichteten die Johanniter auf der felsigen Landzunge zwischen den beiden Häfen die St.-Peter-Burg. Baublöcke des bereits beschädigten Mausoleions und anderer antiker Gebäude wurden dafür in großem Umfang wiederverwendet. Türme der englischen, französischen, deutschen und italienischen Rittergruppen prägen die Anlage.

Nach dem Fall von Rhodos ging die Burg 1523 an das Osmanische Reich über. Ende des 19. Jahrhunderts diente sie als Gefängnis. Ihre Mauern verbinden daher antike Spolien, europäische Ordensarchitektur und osmanische Umbauten an einem einzigen Ort.

Schwammtaucher halfen beim Aufbau einer neuen Wissenschaft

Seit 1964 beherbergt die Burg das Museum für Unterwasserarchäologie. Bodrumer Schwammtaucher spielten eine wichtige Rolle bei der Entdeckung und Erforschung von Wracks vor der türkischen Küste. Die Sammlung dokumentiert Schiffbau und Seehandel vom 16. Jahrhundert vor Christus bis in die frühe Neuzeit.

Zu den bedeutendsten Funden gehören das bronzezeitliche Wrack von Uluburun mit seiner außergewöhnlich internationalen Ladung und das mittelalterliche Glaswrack von Serçe Limanı. Amphoren, Glasbarren, Metalle und persönliche Gegenstände machen sichtbar, welche Waren und Menschen seit Jahrtausenden durch die Gewässer vor Bodrum reisten. Der heutige Stadthafen liegt damit unmittelbar neben einem der wichtigsten Orte mediterraner Schifffahrtsforschung.