Sitges – Marina d'Aiguadolç
Liegeplätze und Werftservice im Port de Sitges-Aiguadolç
Port de Sitges-Aiguadolç liegt östlich des historischen Ortskerns unterhalb des Garraf. Die aktuelle Betreiberseite nennt 471 Liegeplätze; ältere Beschreibungen führen 742 Plätze und Yachten bis 35 Meter. Wegen dieser abweichenden Zahlen gelten nur aktuelle Reservierungsdaten. Länge, Breite und Tiefgang müssen vor der Ankunft bestätigt werden.
Trinkwasser und Strom stehen an den Liegeplätzen bereit. Anschlussleistung und Verbrauch werden nach Platz und Tarif berechnet. Der Sanitär-Bereich umfasst Umkleiden, Toiletten und Duschen. WLAN, Wäscherei, Post- und Wetterdienste gehören zum Angebot. Parken ist rund um die Uhr möglich und wird über ein eigenes Gebühren- und Zugangssystem geregelt.
Die Tankstelle verkauft Diesel und Benzin. Aktuelle Betriebszeiten und Zahlungsmöglichkeiten sind zu prüfen. Eine feste Anlage nimmt Bilgenwasser sowie Abwasser beziehungsweise Grauwasser in getrennten Kreisläufen auf; ein Ölabscheider verarbeitet Bilgenwasser. Altöl und feste Abfälle werden an ausgewiesenen Stellen gesammelt. Die Nutzung ist mit der Capitainerie abzustimmen.
Die technische Zone besitzt einen Travelift bis 27 Tonnen, einen Kran bis fünf Tonnen, Sliprampe und Reparaturdienste. Jeder Hub benötigt Termin und bestätigte Maße, Gewicht und Hebepunkte. Für größere Yachten reichen die veröffentlichten Hebekapazitäten nicht aus. Hafenpersonal koordiniert Werft, Zufahrten und Umweltauflagen.
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Sitges: Mittelalterhügel, Amerikafahrer und das Labor des katalanischen Modernisme
Die Punta bündelt die ältesten sichtbaren Schichten des Orts
Auf dem Fels über dem Meer standen mittelalterliche Burg und Pfarrkirche. Die heutige Kirche Sant Bartomeu i Santa Tecla erhielt ihre barocke Gestalt im 17. Jahrhundert und wurde zur weithin sichtbaren Silhouette von Sitges. Enge Straßen verbinden den Hügel mit dem früheren Fischerstrand.
Handel und Weinbau prägten den Ort, bevor der Tourismus dominierte. Malvasia aus Sitges entwickelte eine eigene Tradition; das Hospital Sant Joan Baptista bewahrte Reben und Herstellung, als der Anbau zurückging.
Rückkehrer aus Amerika veränderten Architektur und Wirtschaft
Im 18. und 19. Jahrhundert gingen zahlreiche Einwohner nach Kuba und Puerto Rico. Erfolgreiche „americanos“ oder „indianos“ kehrten mit Kapital zurück und finanzierten Häuser, Gärten und Unternehmen. Ihre Fassaden mischen neoklassische, koloniale und später modernistische Formen.
Diese Verbindungen waren Teil größerer Handelsnetze und schlossen auch problematische koloniale Wirtschaftsbeziehungen ein. Stadtführungen und Archive betrachten heute nicht nur den sichtbaren Wohlstand, sondern zunehmend auch dessen soziale und politische Voraussetzungen.
Cau Ferrat machte Sitges zu einem Zentrum des Modernisme
Der Maler und Schriftsteller Santiago Rusiñol richtete in zwei Fischerhäusern sein Wohnatelier Cau Ferrat ein. Kunstwerke, Schmiedeeisen, Glas und Möbel bildeten eine bewusst inszenierte Künstlerwelt. Die von ihm organisierten Festes Modernistes brachten Maler, Musiker und Schriftsteller nach Sitges.
Das benachbarte Palau Maricel ergänzte diese Kulturachse im frühen 20. Jahrhundert. Der Hafen Aiguadolç entstand dagegen erst 1972 bis 1975, inspiriert von Marinas der Côte d’Azur und italienischen Riviera. Er ist somit Teil einer viel jüngeren touristischen Neuerfindung des Orts.