Bucht von Roses – Marina Empuriabrava
Liegeplätze und Technik in der Marina Empuriabrava
Die Marina Empuriabrava liegt im Zentrum einer großflächigen Wohnmarina in der Bucht von Roses. Der öffentliche Haupthafen nimmt Gast- und Dauerlieger auf; dahinter verzweigt sich ein rund 23 Kilometer langes Kanalnetz mit privaten Hausliegeplätzen. Die genaue Kapazität des öffentlich buchbaren Bereichs wird auf der aktuellen Serviceseite nicht als einfache Gesamtzahl genannt. Einweisung erfolgt auf UKW-Kanal 9.
Trinkwasser und Strom mit 16 bis 32 Ampere stehen an den Liegeplätzen bereit. Sanitär-Bereich, Duschen, Toiletten, Wäscherei, WLAN und bewachte Zugänge gehören zum Angebot. Die tatsächliche Anschlussleistung und der Zugang zu Einrichtungen hängen vom zugewiesenen Platz ab. Ein Minimarkt sowie weitere Geschäfte liegen direkt innerhalb der Stadtstruktur der Marina.
Die Tankstelle bietet eine leistungsfähige Kraftstoffabgabe. Sorten und Bedienzeiten sind aktuell zu prüfen. Eine feste Station zum Abpumpen von Schwarzwasser ist ausdrücklich vorhanden, ebenso eine geregelte Abfallsammlung. Für Grau-, Bilgenwasser oder größere Mengen technischer Abfälle gelten gesonderte Vorgaben; diese Leistungen sind mit dem Hafenpersonal abzustimmen.
Port Nàutic Castelló dient als Werft der Marina. Ein Travelift bis 50 Tonnen, Kranservice und eine Rampe für Boote bis fünf Meter sind veröffentlicht. Heben, Reparatur und Standplatz benötigen Termin und Maßprüfung. Exklusive Parkflächen stehen Liegeplatznutzern zur Verfügung. In den engen Wohnkanälen gelten eigene Geschwindigkeits-, Begegnungs- und Liegevorschriften.
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Empuriabrava: Kanäle des 20. Jahrhunderts in einer mittelalterlichen Grafschaft
Die Wohnmarina entstand erst ab den 1960er Jahren
Empuriabrava wurde auf flachem Gelände zwischen Muga-Mündung und Feuchtgebieten geplant. Ab 1967 ließen Entwickler Kanäle, Straßen und Parzellen anlegen, sodass viele Häuser einen eigenen Liegeplatz erhielten. Das Ergebnis ist keine historisch gewachsene Lagunenstadt, sondern eine konsequent auf Boot und Auto zugeschnittene Siedlung.
Das rund 23 Kilometer lange befahrbare Kanalnetz gilt als eines der größten seiner Art in Europa. Brückenhöhen, Kanalbreiten und private Grundstücksgrenzen bestimmen den Alltag stärker als in einem gewöhnlichen Hafen. Die moderne Anlage veränderte zugleich Wasserhaushalt und Landschaft am Rand der Bucht von Roses.
Die Aiguamolls bewahren Reste der früheren Küstenebene
Der Parc Natural dels Aiguamolls de l’Empordà schützt Teiche, Schilf, Salzwiesen und zeitweise überflutete Weiden nördlich und südlich der Muga. Diese Lebensräume sind Überreste eines wesentlich ausgedehnteren Feuchtgebietssystems, das durch Landwirtschaft, Entwässerung und Bebauung stark verkleinert wurde.
Der Park wurde 1983 nach öffentlichen Protesten gegen weitere Urbanisierung eingerichtet. Beobachtungsstationen und Wege erschließen heute Brut- und Rastplätze zahlreicher Vogelarten. Die direkte Nachbarschaft zur geometrischen Wohnmarina zeigt besonders deutlich den Gegensatz zwischen technischer Landformung und geschützter Küstendynamik.
Castelló d’Empúries war das politische Zentrum vor der Küstenstadt
Nur wenige Kilometer landeinwärts liegt Castelló d’Empúries, seit dem 11. Jahrhundert Residenz der Grafen von Empúries. Die große gotische Kirche Santa Maria wird wegen ihrer Dimensionen oft als „Kathedrale des Empordà“ bezeichnet, obwohl sie nie Bischofssitz war.
Das mittelalterliche Straßennetz, die Curia mit Gefängnis, das jüdische Viertel und der Waschplatz am Bewässerungskanal bewahren Funktionen einer eigenständigen Grafenstadt. Empuriabrava trägt ihren Namen, doch die historischen Wurzeln liegen in Castelló; die Marina ist eine sehr junge Küstenerweiterung dieses älteren Territoriums.