Badalona – Marina de Badalona
Liegeplätze und Werftservice in der Marina Badalona
Die Marina Badalona liegt an der Küste unmittelbar nordöstlich von Barcelona und vereint Freizeithafen, Fischereibereich, Gastronomie und eine große technische Zone. Die aktuelle Betreiberseite stellt keine einfache Gesamtzahl aller Gast- und Dauerplätze heraus. Verfügbarkeit, maximale Länge und Tiefgang müssen deshalb mit den Bootsdaten direkt bestätigt werden. Die Einweisung erfolgt durch das Hafenpersonal.
Wasser und Strom stehen an den Liegeplätzen bereit und werden verbrauchsabhängig abgerechnet. Anschlusswerte unterscheiden sich nach Platz; in der Werft sind neun Säulen mit Wasser und Drehstrom bis 32 Ampere dokumentiert. Der Sanitär-Bereich umfasst Duschen und Toiletten, ergänzt um Wäscherei und WLAN. Zugang und saisonale Öffnungszeiten nennt die Capitainerie.
Die Tankstelle bietet Diesel und Benzin im Selbstbedienungsbetrieb rund um die Uhr an. Zahlungsweise und technische Einschränkungen sind aktuell zu prüfen. Für Schiffsabfälle führt der Hafen gesonderte Tarife und MARPOL-Nachweise; die Annahme einer bestimmten Menge oder eine feste Schwarz- und Grauwasserpumpe darf deshalb nicht ohne Anmeldung vorausgesetzt werden.
Die Werft umfasst 10.200 Quadratmeter und zwei Travelifts bis 300 Tonnen. Das Hebebecken nimmt laut Betreiber Boote bis 40 Meter Länge und elf Meter Breite auf. Hinzu kommen ein Zehn-Tonnen-Kran, Lackierhalle, Winterlagerflächen und Fachbetriebe. Jeder Hub benötigt Termin, bestätigte Maße und Gewichte. Parken ist im Hafengelände geregelt und teilweise kostenpflichtig.
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Badalona: die römische Stadt Baetulo und eine neu erfundene Industrieküste
Unter der Altstadt liegt ein außergewöhnlich geschlossenes Stück Baetulo
Die Römer gründeten Baetulo im frühen 1. Jahrhundert vor Christus auf einem niedrigen Hügel über der Küste. Wein aus dem Umland wurde in Amphoren über das Mittelmeer exportiert. Unter dem Museu de Badalona sind Thermen und ein Abschnitt des Decumanus mit Läden und Wohnräumen auf rund 3.400 Quadratmetern zugänglich.
Im Warmbad ist sogar das beheizte Becken mit Hypokaustum erhalten. Mosaike, Wasserleitungen und Abwasserkanäle zeigen den technischen Aufwand der Stadt. Das nahe Haus des Quintus Licinius und der Gartenbereich ergänzen den Blick auf wohlhabende römische Wohnkultur.
Fabrikschornsteine ersetzten im 19. Jahrhundert die alte Küstensilhouette
Eisenbahn und Nähe zu Barcelona machten Badalona zu einem bedeutenden Industrieort. Textil-, Chemie-, Metall- und Lebensmittelbetriebe wuchsen entlang der Küste. Die 1897 gegründete Destillerie Anís del Mono blieb mit ihrer modernistischen Fabrik und der charakteristischen Flasche ein besonders sichtbares Beispiel.
Der Pont del Petroli, ursprünglich eine Entladebrücke für Erdölprodukte, ragt als Relikt dieser Epoche ins Meer. Nach dem Ende des industriellen Betriebs wurde er zur öffentlichen Promenade und Messstation. Sturmschäden zeigen zugleich, wie exponiert solche Bauwerke an der flachen Maresme-Küste sind.
Der heutige Hafen gehört zur Umwandlung ehemaliger Industrieflächen
Die Marina entstand erst im 21. Jahrhundert auf einem zuvor gewerblich geprägten Küstenabschnitt. Hafenbecken, Werft, neue Wohngebiete und Strandwege sollten die lange vom Industriekomplex abgeschnittene Stadt wieder mit dem Meer verbinden.
Damit unterscheidet sich Badalona von historisch gewachsenen Fischereihäfen: Der moderne Hafen ist selbst Teil eines Stadtumbauprojekts. Römerstadt, Fabriklandschaft und Marina markieren drei wirtschaftliche Systeme, die nacheinander denselben schmalen Küstenstreifen nutzten.