La Passe, Insel La Digue – La Digue Marina
Liegeplätze und Infrastruktur im Hafen La Digue
La Passe ist kein abgeschlossener privater Yachthafen, sondern der öffentliche Inselhafen von La Digue. Fähren, Passagierverkehr, Fracht, lokale Boote und Gastyachten teilen sich die Anlage. Der 2023 eröffnete Ausbau umfasst Passagier- und Frachtterminal, eine 126 Meter lange Rampe, Pontons, eine Marinafläche, Tankmöglichkeit sowie verlängerte Wellenbrecher und ausgebaggerte Fahrwege.
Gastboote können nach aktueller Revierinformation im Hafen mit dem Heck zum Kai festmachen; ausgelegte Gastliegebojen gibt es nicht. Für Schiffe unter und über zehn Metern gelten gestaffelte tägliche Hafen- und Parkgebühren der Seychelles Ports Authority. Eine freie Lücke am Kai ist noch keine Liegeplatzzusage, da Fähren und Versorgungsschiffe funktionsgebundene Flächen benötigen.
Eine Möglichkeit zum Auffüllen von Wasser wird in aktueller Charter-Revierinformation genannt. Fest zugeordnete Strom-Anschlüsse an jedem Gastplatz, eine allgemein zugängliche Sanitär-Anlage mit Duschen oder ein durchgängiger Marinarezeptionsbetrieb sind dagegen nicht belastbar dokumentiert. Diese Leistungen dürfen daher nur eingeplant werden, wenn Hafenbehörde oder örtlicher Ansprechpartner sie für den konkreten Platz bestätigt.
Die neue Hafenanlage umfasst eine Möglichkeit zur Kraftstoffversorgung, doch Öffnungszeiten, Kraftstoffarten und Abgabeverfahren einer Tankstelle sind nicht allgemein veröffentlicht. Auch Travellift, Kran, Werft und Landlager gehören nicht zum ausgewiesenen Angebot. Technische Arbeiten und Ersatzteile müssen gegebenenfalls über Praslin oder Mahé organisiert werden.
Provisionierung, Fahrradverleih und Gastronomie liegen direkt in La Passe. Wegen des dichten Fährverkehrs sind Ein- und Auslaufen, Festmacherplatz und Zeitpunkt mit der Seychelles Ports Authority beziehungsweise dem Hafenpersonal abzustimmen; Fahrwasser, Rampen und Anleger dürfen nicht durch wartende Yachten blockiert werden.
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La Digue zwischen Granit, Kopra und Fahrradkultur
La Passe als Tor der Insel
Fast alle Besucher und ein großer Teil der Versorgung erreichen La Digue über La Passe. Der Ort an der Westküste ist dadurch gleichzeitig Fährterminal, Warenumschlag, Fischereiplatz und Zugang zum Straßennetz der kleinen Insel. Die dichte Abfolge ankommender Fähren prägt den Tagesrhythmus stärker als eine klassische Marina.
Vom Anleger verteilen sich die Wege nach Anse Réunion und in das Inselinnere. Fahrräder sind dabei bis heute das wichtigste individuelle Verkehrsmittel. Motorisierte Fahrzeuge haben zugenommen, doch Fahrräder übertreffen sie weiterhin deutlich; der einst alltägliche Ochsenkarren ist dagegen weitgehend zu einem zeremoniellen Relikt geworden.
L’Union Estate und die Plantagenwirtschaft
Südlich von La Passe bewahrt L’Union Estate die Geschichte der Kokos- und Vanilleplantagen, die La Digues Wirtschaft im 18. und 19. Jahrhundert bestimmten. Kopra, das getrocknete Fruchtfleisch der Kokosnuss, wurde zu Öl verarbeitet und zusammen mit Vanille exportiert.
Das 1818 errichtete Plantagenhaus Gran Kaz, eine historische Kokosmühle und der Kopraofen machen die einzelnen Arbeitsschritte sichtbar. Die Anlage ist kein frei erfundenes Freilichtdorf, sondern ein ehemaliges landwirtschaftliches Zentrum, dessen Gebäude und Maschinen den Übergang von Plantagenproduktion zu Tourismus dokumentieren.
Granit als Landschaft und Wahrzeichen
La Digue gehört zu den granitischen Inner Islands der Seychellen. An der Anse Source d’Argent treten verwitterte Granitblöcke direkt zwischen Strand, flache Lagune und Vegetation. Ihre gerundeten Formen entstanden über sehr lange Zeit durch chemische Verwitterung entlang von Klüften und die spätere Freilegung des Gesteins.
Die Insel besteht jedoch nicht nur aus Stränden. Im Zentrum steigt das Gelände am Nid d’Aigles auf mehr als 300 Meter an, während Wege an der Süd- und Ostküste deutlich rauer werden. Diese kompakte Abfolge aus Hafenort, Plantagenebene, Granitrücken und Riffküste erklärt, warum sich La Digue trotz ihrer geringen Fläche landschaftlich stark von einem reinen Badeziel unterscheidet.