Valletta – Msida Marina
Liegeplätze und Infrastruktur der Msida Marina
Die Msida Marina bildet gemeinsam mit den Liegeplätzen am Ufer von Ta’ Xbiex eine von Creek Developments betriebene Anlage mit insgesamt 720 Plätzen. Aufgenommen werden Yachten bis 22 Meter Länge; nur drei Plätze sind für diese Maximallänge ausgelegt. Zwölf ausgewiesene Gastplätze liegen am Wellenbrecher, weitere Gastboote werden je nach Verfügbarkeit auf die Pontons verteilt.
Die neuen Versorgungssäulen liefern Wasser und Strom über aufladbare Transponder. Je nach Steg stehen 16- oder 32-Ampere-Anschlüsse bereit; beide Medien werden verbrauchsabhängig berechnet. Marina-Assistenten sind rund um die Uhr im Dienst, die Pontons besitzen Zugangskontrolle, Videoüberwachung, Rettungsringe und Notausstiegsleitern.
Der Betreiber organisiert Mülltrennung, Altölentsorgung und gegen Gebühr auch die Abfuhr größerer Abwassermengen per Tankwagen. Eigene Sanitär-Gebäude mit Duschen werden auf der aktuellen Betreiberübersicht nicht als Bestandteil jedes Gastplatzes beschrieben; Lage, Zugang und Nutzungsbedingungen sind daher bei der Anmeldung zu klären.
Eine öffentliche Tankstelle am Steg gibt es nicht. Kraftstoff darf ausschließlich von durch Transport Malta zugelassenen Straßentankwagen geliefert werden und muss über die Marina koordiniert werden. Auch Travellift, Kran und Landlager gehören nicht zum veröffentlichten Stegangebot. Provisionierung, technische Dienste und Werftarbeiten können über Betriebe im dicht bebauten Hafenumfeld vorab organisiert werden.
Die Marina wird rückwärts mit Vorleine angelaufen; Ankern ist wegen des ausgelegten Festmachersystems im gesamten Becken verboten. Im Hafen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von drei Knoten. Gastboote sollen vor der Einfahrt auf VHF 13 die Platzzuteilung und Einweisung abwarten.
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Msida Creek: vom Fischerstrand zum Stadthafen
Boote lagen einst auf einem Sandstrand
Msida entstand am hintersten Ende eines schmalen Seitenarms des Marsamxett Harbour. Das Tal reicht weit in das höher gelegene Inselinnere hinein. Vor der heutigen Pfarrkirche lag ursprünglich eine sandige Bucht, auf der Fischer ihre kleinen Boote außerhalb der Fahrten ablegten.
Auch der Ortsname wird mit dieser maritimen Vergangenheit verbunden: Einer lokalen Überlieferung zufolge leitet er sich von „Omm Sidna“, der Mutter des Herrn, ab. Fischer sollen vor dem Auslaufen an einer Mariennische oder -figur gebetet haben. Aus dem kleinen Küstenort entwickelte sich später ein dichtes Bindeglied zwischen Valletta, dem Universitätsgebiet und den nördlichen Hafenstädten.
Landgewinnung mit Trümmern des Krieges
Ein großer Teil der heutigen Uferlinie und des Marinageländes entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch Aufschüttung. Dafür wurde auch Schutt aus zerstörten Gebäuden verwendet. Der ehemalige Sandstrand und Teile des flachen inneren Creeks verschwanden unter Straßen, Plätzen und neuen Kaiflächen.
Die Lage am Talausgang blieb dennoch spürbar. Bei Starkregen sammelt sich Wasser aus den höher gelegenen Stadtteilen in Msida, während Teile des Zentrums auf oder unter Meereshöhe liegen. Ein laufendes Infrastrukturprojekt ergänzt deshalb einen 300 Meter langen offenen Wasserkanal und gestaltet zugleich Ufer, Verkehrsflächen und den Platz vor der Kirche neu.
St. Joseph am Ende des Creeks
Msida wurde 1867 eine eigenständige Pfarrei und dem heiligen Joseph geweiht. Die erste Kirche der jungen Pfarrei war die kleinere Kirche der Unbefleckten Empfängnis in der Talstraße. Am 4. April 1886 wurde der Grundstein der heutigen Pfarrkirche direkt am Wasser gelegt.
Die Kirche steht genau dort, wo die historische Bucht in das Tal überging. Ihre Lage gegenüber den heutigen Masten der Marina zeigt den Wandel besonders klar: Fischereiboote auf Sand, eine aufgeschüttete Nachkriegsuferzone und eine große moderne Yachtanlage liegen hier in derselben schmalen topografischen Linie.