Valletta – Grand Harbour Marina
Liegeplätze und Infrastruktur der Grand Harbour Marina
Die Grand Harbour Marina liegt an der Vittoriosa Waterfront in Birgu, im Dockyard Creek des Grand Harbour. Der aktuelle Betreiber nennt 26 Superyacht-Liegeplätze für Schiffe bis 135 Meter. Daneben bestehen Betonpontons für kleinere Yachten; eine Unternehmensveröffentlichung weist für die Gesamtanlage 261 Plätze aus. Länge, Breite, Tiefgang und Strombedarf werden vor der Zuweisung einzeln geprüft.
Die Pontons sind mit Wasser und Strom ausgerüstet. Für Großyachten stehen 240 beziehungsweise 400 Volt bei 50 Hertz zur Verfügung. Zur Sanitär-Ausstattung der Capitanerie gehören Toiletten und Duschen; ergänzt werden sie durch Wäscherei, WLAN, Festnetz-Internet für Superyachten, Concierge, Provisionierung, Abfall- und Altölentsorgung sowie Abpumpen von Grau- und Schwarzwasser.
Festmacherpersonal und Sicherheitsdienst sind rund um die Uhr vor Ort und werden durch Videoüberwachung unterstützt. Parkplätze können auf Anfrage zugeteilt werden. Bunkerservice ist verfügbar, eine frei anzufahrende öffentliche Tankstelle wird jedoch nicht beschrieben; Kraftstoffart, Liefermenge, Zeitpunkt und Liegeposition müssen über die Marina vereinbart werden.
Eine eigene Krananlage oder ein Travellift gehört nicht zu den veröffentlichten Einrichtungen am Ponton. Im benachbarten Creek arbeitet eine Superyacht-Werft mit Trockendocks; für kleinere Yachten gibt es Travelift- und Werftbetriebe in der Umgebung. Hub, Landlager, Reparatur und Refit sind eigenständige Aufträge und nicht automatisch Teil des Liegeplatzes.
Der Grand Harbour ist gleichzeitig Verkehrs-, Kreuzfahrt-, Fracht- und Werfthafen. Die Marina wird auf VHF 13 gerufen. Anweisungen der Hafenüberwachung und der Marina sind einzuhalten, besonders vor Fort St Angelo und in den Zufahrten zu Dockyard Creek, wo Berufsschifffahrt und Werftbewegungen Vorrang benötigen.
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Birgu: Festungsstadt am Ursprung des Grand Harbour
Hauptstadt des Ordens vor Valletta
Birgu war schon vor der Gründung Vallettas Maltas wichtigste zum Meer gerichtete Stadt. Der Name geht auf das romanische „Borgo“, Vorstadt oder befestigte Siedlung, zurück. Als der Johanniterorden 1530 nach Malta kam, machte er Birgu zu seinem Hauptsitz und passte Häuser, Kirchen und Verwaltungsgebäude an die neue Regierung an.
Die schmale Halbinsel bot direkten Zugang zum Grand Harbour und ließ sich gemeinsam mit der Festung an ihrer Spitze verteidigen. Nach der abgewehrten Großen Belagerung von 1565 erhielt Birgu den Ehrentitel Vittoriosa, die Siegreiche. Erst die anschließend neu errichtete Stadt Valletta übernahm die Rolle der Hauptstadt.
Fort St Angelo am Kopf der Marina
Fort St Angelo steht unmittelbar vor den Liegeplätzen. Als Castrum Maris ist die Festung bereits 1274 dokumentiert. Der Johanniterorden baute sie nach 1530 zu seinem Hauptquartier aus und ergänzte Artillerieplattformen, die während der Großen Belagerung von 1565 eine entscheidende Rolle in der Verteidigung des Hafens spielten.
Ab 1689 verstärkte Carlos de Grunenbergh die Anlage mit vier großen Geschützplattformen. Unter britischer Herrschaft wurde sie Marinestützpunkt, zunächst HMS Egmont und ab 1933 HMS St Angelo. Im Zweiten Weltkrieg erhielt das Fort 69 direkte Bombentreffer; die Royal Navy nutzte es bis zum Abzug ihrer letzten Einheiten 1979.
Gericht und Inquisition in einem Stadtpalast
Wenige Gassen hinter der Waterfront steht der Inquisitor’s Palace. Das um 1530 entstandene Gebäude beherbergte zunächst die Castellania, das Zivilgericht des Ordens. Nachdem dieses 1572 nach Valletta umzog, erhielt der päpstliche Gesandte Pietro Dusina den Palast 1574 als Sitz der römischen Inquisition.
Mehr als 224 Jahre vereinte das Haus Repräsentationsräume, private Wohnung, Tribunal und Gefängnis. Die französische Besetzung beendete die Inquisition 1798. Im Zweiten Weltkrieg nahm der Palast Dominikaner aus dem zerstörten Nachbarkloster auf. Heute zeigt das Museum nicht nur Gerichtsräume, sondern auch Alltagskultur, Textilien und die soziale Wirkung der Institution auf Malta.