Marettimo – Scala Nuovo und Scala Vecchio

Anlegen an Scala Nuovo und Scala Vecchio auf Marettimo

Marettimos kleiner Hafen verteilt sich auf Scala Nuovo und Scala Vecchio an der Ostseite des Orts. Fähren, Fischer-, Ausflugs- und lokale Boote teilen sich die begrenzten Flächen. Es handelt sich nicht um eine Vollservice-Marina mit frei buchbaren Standardplätzen. Liegeort, Bootslänge, Breite, Tiefgang und Fährbewegungen müssen mit Hafenamt oder lokalem Betreiber bestätigt werden.

Wasser und Strom können an einzelnen Kais zeitweise verfügbar sein, sind aber nicht als flächendeckende Stegversorgung dokumentiert. Ein eigener Sanitär-Bereich mit Toiletten und Duschen für Gastlieger ist ebenfalls nicht verlässlich ausgewiesen. Ortsversorgung liegt wenige Schritte entfernt, bleibt auf der kleinen Insel jedoch saisonal und logistisch begrenzt.

Eine Tankstelle für Sportboote ist in beiden Hafenbereichen nicht als regulärer Dienst bestätigt. Kraftstoff muss vorab auf dem Festland oder nach lokaler Absprache organisiert werden. Pumpen für Schwarz-, Grau- oder Bilgenwasser sowie Altöl-, Batterie- und Sonderabfallannahme dürfen nicht vorausgesetzt werden.

Travelift, Kran, Werft und Landlager mit belastbarer Traglast stehen nicht als reguläre Hafenleistung zur Verfügung. Reparaturen und Heben benötigen eine gesonderte Insellösung oder einen Festlandbetrieb. Die Ägadischen Inseln bilden ein Meeresschutzgebiet; Zonierung und Regeln für Fahrt, Ankern, Tauchen und Fischerei sind verbindlich.

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Ansicht von Marettimo – Scala Nuovo und Scala Vecchio
Ansicht von Marettimo – Scala Nuovo und Scala Vecchio. Foto: JMHannigan (talk) / Wikimedia Commons, Lizenz Public domain.

Marettimo: Gebirgsinsel, römische Häuser und ein Ort ohne Straßenverkehr

Die Insel ist der westlichste Gipfel der Ägaden

Marettimo besteht überwiegend aus steilem Kalkstein und erreicht am Monte Falcone fast 700 Meter. Grotten, Klippen und wenige flache Küstenstellen ließen Siedlung und Hafen auf einen schmalen Abschnitt der Ostseite konzentrieren.

Die isolierte Lage bewahrte zahlreiche endemische Pflanzen und eine Landschaft, die deutlich weniger bebaut ist als Favignana.

Die Case Romane überwachten alte Seewege

Oberhalb des Orts liegen Mauern einer römischen Anlage aus der späten Republik oder frühen Kaiserzeit. Ihre erhöhte Lage erlaubte die Beobachtung der Schifffahrtswege zwischen Sizilien, Nordafrika und dem westlichen Mittelmeer.

Neben den römischen Resten steht eine kleine byzantinisch-normannische Kirche. Beide Anlagen zeigen, dass Marettimo trotz seiner Abgeschiedenheit in überregionale Verkehrs- und Herrschaftsräume eingebunden war.

Fischerei und Auswanderung prägten die Gemeinschaft

Fischer aus Marettimo arbeiteten nicht nur um die eigene Insel, sondern auch in nordafrikanischen Gewässern. Saisonarbeit und Auswanderung schufen Familienverbindungen weit über die Ägaden hinaus.

Im Ort gibt es keinen normalen Autoverkehr. Scala Nuovo und Scala Vecchio bleiben deshalb zugleich Lebensader, Fährstation und Arbeitsufer. Ihre geringe Größe erklärt die enge Abstimmung jeder zusätzlichen Sportbootbelegung.

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