Ostia – Porto Turistico di Roma
Liegeplätze und Werftinfrastruktur im Porto Turistico di Roma
Der Porto Turistico di Roma liegt am westlichen Rand von Lido di Ostia unweit der Tibermündung. Die Anlage umfasst nach den aktuellen touristischen Angaben 833 Liegeplätze und kann große Yachten bis etwa 65 Meter aufnehmen; ältere Betreiberunterlagen nennen 70 Meter. Verbindlich sind die aktuelle Platzzuweisung, Tiefgangsgrenze und Einfahrtsinformation der Hafenleitung. Das weitläufige Becken ist nicht mit den antiken Häfen von Claudius und Trajan zu verwechseln.
Wasser und Strom werden an den entsprechend ausgerüsteten Stegen bereitgestellt; Anschlusswerte und Abrechnung hängen von Bootsgröße und Platz ab. Sanitär, Duschen, WLAN, Sicherheitsdienste und Hafenbüros gehören zur modernen Anlage, ihre jeweilige Lage und Zugangszeit sollte bei der Anmeldung erfragt werden. Die rund 1,2 Kilometer lange Promenade bietet Gastronomie, Geschäfte und weitere Dienstleistungen.
Eine Tankstelle wird für den Hafenbereich geführt, doch aktuelle Kraftstoffsorten, Öffnungszeiten und mögliche Einschränkungen sind vor dem Anlaufen zu bestätigen. Müll darf nur an den vorgesehenen Sammelpunkten abgegeben werden. Für Altöl, Batterien sowie Bilgen-, Grau- und Schwarzwasser ist eine konkrete Fachannahme zu vereinbaren; die Größe der Marina allein belegt keinen jederzeit verfügbaren Pump-out.
Der Werftbereich verfügt nach offizieller touristischer Beschreibung über einen Travelift bis 400 Tonnen. Reparaturumfang, Hebetermin, Abmessungen, Kranarbeiten und Landlager benötigen eine vorherige technische Abstimmung. Rund 2.300 Parkplätze liegen innerhalb und außerhalb des Komplexes. An der Tibermündung können Versandung, Wind und Seegang die Zufahrt beeinflussen; aktuelle Hafenmeldungen haben Vorrang.
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Ostia: Roms antike Hafenstadt und die kaiserlichen Häfen am Tiber
Ostia kontrollierte die Tibermündung und versorgte Rom
Das antike Ostia entstand an der Mündung des Tiber und entwickelte sich von einem befestigten Platz zu einer großen Handelsstadt. Lagerhäuser, Wohnblocks, Thermen, Tempel und das Theater zeigen, wie eng Hafenarbeit, Verwaltung und städtisches Leben miteinander verbunden waren.
In der Kaiserzeit erreichte die Stadt ihre größte Ausdehnung. Getreide, Öl, Wein und andere Güter aus dem Mittelmeerraum wurden hier umgeschlagen und über den Fluss nach Rom weitertransportiert. Das heutige Ausgrabungsgelände liegt wegen Küstenverlagerung und Sedimentation nicht mehr direkt am Meer.
Claudius und Trajan bauten ein neues Hafensystem nördlich des Flusses
Weil der ältere Flusshafen den Bedarf der Hauptstadt nicht mehr deckte und versandete, begann Kaiser Claudius im Jahr 42 mit einem großen Seebecken nördlich der Tibermündung. Es wurde unter Nero vollendet und besaß Molen, Lagerflächen und einen monumentalen Leuchtturm.
Trajan ergänzte im frühen 2. Jahrhundert das charakteristische sechseckige Binnenbecken. Kanäle verbanden die Anlagen mit Tiber und Meer. Teile des Systems sind heute als archäologische Landschaft von Portus erhalten; das sechseckige Becken ist noch klar erkennbar.
Der moderne Lido entstand als Seebad und Stadtteil Roms
Lido di Ostia entwickelte sich vor allem im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Straßenbau und Bahn verbanden die Küste enger mit Rom, während Badeanstalten, Villen und rationalistische Bauten dem Ort ein vom antiken Ruinenfeld klar getrenntes Gesicht gaben.
Der heutige Yachthafen wurde erst in der modernen Küstenstadt angelegt. Antikes Ostia, die kaiserlichen Häfen bei Fiumicino und der Porto Turistico di Roma sind deshalb drei räumlich und zeitlich verschiedene Hafenlandschaften, die gemeinsam die wechselnde Beziehung Roms zum Meer erzählen.