Hoorn – Binnenhaven
Liegeplätze und Versorgung im Binnenhaven Hoorn
Der kommunale Binnenhaven liegt direkt an der historischen Innenstadt. Gäste wählen je nach Freigabe einen Platz an der Stadtseite oder am grünen Baadland; freie Bojen können ebenfalls genutzt werden. Der Hafenmeister weist über UKW-Kanal 74 zu. Liegeplatz, Bootslänge und aktueller Tiefgang müssen vor dem Festmachen bestätigt werden.
Wasser steht an mehreren Punkten bereit, Strom saisonal von April bis Oktober. Das Sanitär-Gebäude in der Mallegomsteeg bietet von 06:00 bis 23:00 Uhr Toiletten, kostenlose Duschen, Waschmaschine und Trockner; im Winter ist es geschlossen. Zugang, WLAN und Strom werden nach Zahlung über QR-Code oder i-Marina freigeschaltet.
Die Tankstelle auf dem Bunkerschiff Atalante am Oostereiland verkauft Diesel und Gasflaschen; Benzin gibt es erst im Compagnieshaven Enkhuizen. Atalante nimmt auch Schmutz- und Bilgenwasser sowie Kleinchemikalien an. Hausmüll und Glas gehören in die Hafencontainer, chemische Toiletten in den Ausguss hinter dem Hafenbüro.
Travelift, Kran, Helling, Werft und Winterlager gehören nicht zum kommunalen Binnenhafen. Reparaturen und Hebearbeiten müssen bei externen Betrieben vereinbart werden. Die historischen Kais bieten wenig Arbeits- und Parkraum; Fahrzeuge gehören auf ausgewiesene Stadtparkplätze, nicht unmittelbar an die Liegestellen.
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Binnenhaven Hoorn: Stadtgeschichte zwischen Hoofdtoren und Oostereiland
Der Hafen liegt im mittelalterlichen Stadtkern
Hoorn erhielt 1357 Stadtrechte und wuchs durch Heringsfang, Getreide- und Ostseehandel. Hafenbecken, Waage, Speicher und das spätmittelalterliche Hoofdtoren zeigen, wie Warenverkehr und Stadtverteidigung zusammenwirkten.
Die gekrümmten Kais folgen keinem modernen Marinaraster. Sie entstanden schrittweise zwischen Wohnhäusern, Werften und Arbeitsflächen und blieben Teil des öffentlichen Stadtraums.
Das Oostereiland wechselte vom Arbeitsort zum Kulturquartier
Auf dem künstlich erweiterten Oostereiland standen Admiralitäts- und Lagergebäude; später dienten Teile als Gefängnis. Heute befinden sich dort unter anderem das Museum des 20. Jahrhunderts, Wohnungen und kulturelle Einrichtungen.
Die Umnutzung bewahrt große Gebäude, ohne ihre wechselnde Geschichte als Hafen-, Staats- und Haftort zu verbergen.
Koloniale Erinnerung wird in Hoorn neu verhandelt
Als VOC-Kammerstadt profitierte Hoorn vom asiatischen Handel. Jan Pieterszoon Coen, in Hoorn geboren, setzte niederländische Monopole mit massiver Gewalt durch, besonders auf den Banda-Inseln.
Sein Denkmal auf dem Roode Steen und die Ausstellungen des Westfries Museums sind Gegenstand kritischer Debatten. Der Binnenhaven führt damit nicht nur zu malerischen Fassaden, sondern in eine Stadt, die ihre koloniale Rolle sichtbar neu bewertet.