Enkhuisen – Compagnieshaven
Liegeplätze und Vollversorgung im Compagnieshaven Enkhuizen
Der Compagnieshaven liegt südöstlich der Altstadt von Enkhuizen direkt am IJsselmeer. Gastplätze werden vom Hafenbüro zugewiesen; Boxenmaß, Verfügbarkeit und Tiefgang müssen bei Reservierung oder Ankunft bestätigt werden. Die Anlage ist ein eigenständiger Yachthafen und nicht mit den kommunalen historischen Becken der Stadt gleichzusetzen.
Jeder reguläre Liegeplatz besitzt einen kostenlosen 16-Ampere-Stromanschluss. Trinkwasser und WLAN stehen Gästen ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Zum Sanitär-Angebot im Hafengebäude gehören 28 Toiletten, 30 Einzelduschen, zwei Familienduschen, eine barrierefreie Dusche sowie Waschmaschinen und Trockner. Gastronomie, Spielplatz und 395 Parkplätze ergänzen die Anlage.
Die Tankstelle verkauft Diesel, HVO100 und Euro 98. Eine Fäkalienpumpe befindet sich nahe Hafenbüro und Zapfsäulen. Hausmüll und Wertstoffe gehören in die vorgesehenen Behälter; Altöl, Batterien sowie Bilgen- oder anderes Problemwasser dürfen ausschließlich nach Anweisung des Hafenpersonals abgegeben werden.
Ein Travelift oder Kran mit veröffentlichter Tragkraft, eine Helling und umfangreiche Werftleistungen werden auf der aktuellen Einrichtungsseite nicht als Standardangebot genannt. Hebe- und Reparaturarbeiten sowie Winterlager sind daher separat zu organisieren. Gepäckwagen und Parkplätze erleichtern den Aufenthalt, ersetzen aber keine bestätigte technische Infrastruktur.
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Enkhuizen: Heringsstadt, Handelskammer und Zuiderzeemuseum
Der Hafen machte Enkhuizen zu einer mächtigen Zuiderzeestadt
Enkhuizen erhielt im 14. Jahrhundert Stadtrechte und wuchs durch Heringsfang, Ostseehandel und regionale Schifffahrt. Im Goldenen Zeitalter gehörte es zu den wichtigsten Hafenstädten der nördlichen Niederlande. Fischer, Segelmacher, Werften und Kaufleute bildeten eine eng verflochtene maritime Wirtschaft.
Das Drommedaris-Tor von 1540 bewachte die Hafeneinfahrt. Erweiterungen, Becken und Speicher zeigen, wie eng Verteidigung und Warenverkehr miteinander verbunden waren. Die Westerkerk und das Rathaus veranschaulichen den Wohlstand, den dieser Handel in die Stadt brachte.
Eine Kammer der VOC organisierte den Fernhandel
Enkhuizen war Sitz einer von sechs Kammern der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Kaufleute finanzierten Schiffe, rüsteten Besatzungen aus und handelten mit Waren aus Asien. Dieser Reichtum beruhte zugleich auf kolonialer Gewalt, Monopolen und Ausbeutung.
Der Name Compagnieshaven erinnert an diese Institution. Er bezeichnet heute eine moderne Marina, liegt aber in einer Stadt, deren Monumente und Vermögen stark vom globalen Kompaniehandel geprägt wurden. Das Stadtmuseum und historische Karten helfen, diese lokalen und kolonialen Zusammenhänge einzuordnen.
Das Zuiderzeemuseum bewahrt Leben vor dem Abschlussdeich
Das Museum verbindet Sammlungen mit einem Freilichtbereich aus versetzten Gebäuden rund um die ehemalige Zuiderzee. Werkstätten, Fischerhäuser und öffentliche Bauten dokumentieren Arbeit, Kleidung und Alltag verschiedener Küstenorte.
Der Afsluitdijk von 1932 veränderte Salzgehalt, Fischerei und Verkehrswege. Enkhuizen blieb Hafenstadt, richtete sich aber zunehmend auf Binnenfahrt, Museum und Wassersport am IJsselmeer aus.