Saint Florent – Port Saint Florent
Liegeplätze und Versorgung im Port de Saint-Florent
Der Port de Saint-Florent liegt im inneren Golf zwischen der Mündung des Aliso und der genuesischen Zitadelle. Die Hafenverwaltung spricht heute von nahezu 1.000 Plätzen und damit vom größten korsischen Freizeithafen nach Zahl der Liegeplätze. Dauerlieger, Fischer und Gäste teilen sich mehrere Becken und Kais. Eine aktuelle Platzzusage, zulässige Abmessungen und der Tiefgang sind bei der Capitainerie auf UKW-Kanal 9 zu bestätigen.
Wasser und Strom gehören zur veröffentlichten Liegeplatzleistung. Am Ehrenkai ist eine Versorgung mit 63 Ampere ausdrücklich im Tarif genannt; an anderen Stegen können Anschluss und Absicherung abweichen. Sanitär-Anlagen und WLAN sind vorhanden. Lage, Zugangscode und saisonale Öffnungszeiten nennt das Hafenbüro bei der Anmeldung. Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Restaurants liegen im unmittelbar anschließenden Ortskern.
Eine Tankstelle versorgt Boote im Hafen mit Kraftstoff. Aktuelle Kraftstoffsorten, Betriebszeiten und eine mögliche Kartenzahlung außerhalb der Bedienzeiten sind vorab zu erfragen. Die offiziellen Seiten weisen keine durchgehend verfügbare feste Absaugstation für Schwarz- oder Bilgenwasser eindeutig aus. Entsorgung, Altölannahme und technische Abfälle müssen deshalb mit dem Personal abgestimmt werden.
Im Hafenumfeld arbeiten Betriebe für Wartung, Bewachung und nautische Dienstleistungen. Eine belastbare aktuelle Traglast eines öffentlichen Travelifts veröffentlicht der Betreiber jedoch nicht; Heben und größere Arbeiten sind separat zu vereinbaren. Parkplätze verteilen sich im Ort und am Hafen und werden im Sommer stark beansprucht. Der Flussbereich des Aliso, die Fischereizonen und die Gästestege haben unterschiedliche Funktionen und dürfen bei der Ankunft nicht verwechselt werden.
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Saint-Florent: genuesische Gründung zwischen Nebbio und Agriate
Der mittelalterliche Hafen gehörte zum Bischofssitz Nebbio
Der Golf war schon in der Antike bekannt. Im Mittelalter lag hier der Hafen des Bistums Nebbio, der als Sancto Fiorentio bezeichnet wurde. Die romanische Kathedrale Santa Maria Assunta steht etwas außerhalb des heutigen Orts und erinnert an diesen älteren kirchlichen Mittelpunkt. Ihr Bau aus hellem Kalkstein stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert.
Genua gründete 1440 am geschützten Hafen eine befestigte Stadt. Die Zitadelle kontrollierte den Zugang zum Golf und ergänzte die Küstenverteidigung. Malaria im sumpfigen Mündungsgebiet des Aliso erschwerte jedoch über Jahrhunderte eine dauerhafte Besiedlung; Saint-Florent blieb kleiner als seine strategische Lage erwarten ließ.
Die Tour de la Mortella wurde zum Vorbild britischer Martello Towers
An der Westseite des Golfs ließ Genua im 16. Jahrhundert die Tour de la Mortella errichten. 1794 griffen britische Schiffe den massiven Rundturm an. Obwohl die kleine Besatzung schließlich kapitulierte, beeindruckte die Widerstandskraft des Bauwerks die Angreifer so sehr, dass Großbritannien nach ähnlichem Muster Hunderte Küstentürme errichtete.
Aus dem korsischen Ortsnamen Mortella wurde dabei durch Übertragung „Martello“. Der ursprüngliche Turm ist teilweise zerstört, doch seine Silhouette über der Bucht markiert bis heute den Übergang zur Agriate. Die Episode verbindet einen lokalen genuesischen Wachposten mit einem Festungstyp, der später von Irland bis Kanada verbreitet war.
Vom Fischereihafen zum großen Freizeithafen
Größere Hafenarbeiten begannen 1844, um die örtlichen Fischerboote besser zu schützen. Ab 1903 legte alle zwei Wochen ein Dampfer der Compagnie Fraissinet auf der Verbindung zwischen Festland und Balagne an; diese Linie endete 1938. Mehrere Pläne für einen Handelshafen blieben zwischen den Weltkriegen unrealisiert.
Der eigentliche Freizeithafen entstand in den 1960er Jahren und wurde danach mehrfach erweitert. Seine Becken liegen heute zwischen Zitadelle, Ortskern und Aliso. Jenseits der westlichen Landspitze beginnt die Agriate, eine von Macchia, Granit, ehemaligen Ackerflächen und abgelegenen Stränden geprägte Kulturlandschaft, deren Name auf frühere Landwirtschaft und nicht auf eine Wüste verweist.