Macinaggio – Port de Macinnagio
Liegeplätze und Werftservice im Port de Macinaggio
Der Port de Macinaggio, offiziell Portu Paul Luigi, liegt an der Ostseite der Nordspitze von Cap Corse. Mit rund 600 Liegeplätzen ist er der größte Freizeithafen des Kaps; die offizielle Tourismusinformation nennt etwa 260 Plätze für durchreisende Boote und besonders ausgerüstete Kais für Einheiten bis 50 Meter. Eine Reservierung und die Einweisung über die Capitainerie auf UKW-Kanal 9 bleiben insbesondere im Sommer erforderlich.
Wasser und Strom sind an den Kais verfügbar und nach der kommunalen Tarifregelung zusammen mit WLAN Bestandteil der Liegeplatzleistung. Anschlusswerte unterscheiden sich je nach Platz und müssen für größere Verbraucher bestätigt werden. Der Sanitär-Bereich mit Duschen und Toiletten ist vorhanden; genaue Zugangszeiten und die Ausgabe eines Codes oder Schlüssels nennt die Capitainerie bei der Anmeldung. Geschäfte, Restaurants und Schiffsausrüster liegen direkt am Hafen.
Die Tankstelle versorgt den Hafen mit Kraftstoff; aktuelle Sorten, Bedienzeiten und Kartenzahlungsmöglichkeiten sind vorab zu prüfen. Eine Pumpe für Schwarzwasser wird in aktuellen Nutzerinformationen am Kraftstoffkai genannt, ist auf der offiziellen Übersichtsseite jedoch nicht detailliert dokumentiert. Ihre Verfügbarkeit und Bedienung sollte deshalb ausdrücklich beim Hafenpersonal bestätigt werden. Altöl und technische Abfälle gehören zu den ausgewiesenen Sammelstellen.
Die technische Zone umfasst eine Arbeitsfläche, Werkstatt, Slipanlage, Kran und einen Travelift mit veröffentlichter Traglast von 45 Tonnen. Reparaturen und Heben sind terminpflichtig; Breite, Gewicht und Aufnahmepunkte des Boots müssen vorher geklärt werden. Der Hafen liegt im Parc naturel marin du Cap Corse et de l’Agriate. Nördlich beginnen Schutzgebiete und der Sentier des Douaniers, weshalb Liegen, Ankern und Landzugang außerhalb der Marina örtlichen Regeln unterliegen.
Bitte kontaktieren Sie uns wenn Sie Fragen hinsichtlich der Verfügbarkeit haben!
Anreise und Einkaufen
Supermärkte in der Nähe
Macinaggio und Rogliano: römischer Hafen, genuesische Wachtürme und Rückkehrer aus Amerika
Der Hafenplatz war schon in der Antike Teil des Tyrrhenischen Verkehrs
Macinaggio liegt an der korsischen Seite der Straße zwischen Cap Corse und den toskanischen Inseln. Der Hafenplatz wird mit dem antiken Tamina verbunden und soll von den Römern auch militärisch genutzt worden sein. Der heutige Name leitet sich von Windmühlen ab, die einst die windreiche Nordspitze prägten.
Die moderne Marina entstand ab 1971 und verdoppelte ihre Kapazität in den folgenden Jahrzehnten. Sie übernahm damit die Funktion eines sicheren Versorgungs- und Arbeitshafens an einer Küste, deren kleine Buchten nur begrenzten Schutz bieten.
Vier genuesische Türme bildeten eine Verteidigungskette
Finocchiarola, Santa Maria, Agnello und Giraglia tragen Wachtürme, die im 16. Jahrhundert auf Initiative der Republik Genua errichtet wurden. Sie sollten vor Überfällen aus Nordafrika warnen, dienten aber auch als Zollposten und weithin sichtbare Orientierungspunkte. Gemeinden finanzierten viele dieser Anlagen über Abgaben oder Kredite.
Zwischen den Türmen verläuft heute der Sentier des Douaniers. Die 19 Kilometer lange Küstenstrecke bis Centuri führt an Kalköfen, archäologischen Plätzen und der romanischen Kapelle Santa Maria di a Chjappella vorbei. Deren Doppelapsis macht den Bau aus dem späten 11. Jahrhundert zu einer Besonderheit der korsischen Romanik.
Roglianos Häuser erzählen von Auswanderung und Rückkehr
Die acht historischen Weiler Roglianos liegen oberhalb der Küste zwischen Burgruinen, Kirchen und befestigten Wohntürmen. Im 19. Jahrhundert wanderten zahlreiche Bewohner des Cap Corse nach Puerto Rico, Venezuela und in andere Teile Amerikas aus. Erfolgreiche Rückkehrer errichteten große Wohnhäuser und monumentale Familiengräber.
Auch die Kirche Sant’Angellu bewahrt diese Verbindung. Ihr weißer Marmor-Hochaltar war ein Geschenk von Einwohnern Roglianos in Puerto Rico. Die repräsentativen „Maisons d’Américains“ sind deshalb keine isolierte Architekturmode, sondern materieller Ausdruck eines Handels- und Migrationsnetzes, das die abgelegenen Dörfer des Kaps mit der Karibik verband.