Campoloro – Port de Campoloro
Liegeplätze und Werftservice im Port de Taverna-Campoloro
Port de Campoloro und Port de Taverna bezeichnen denselben Hafen bei Santa-Maria-Poggio an der korsischen Ostküste. Die Anlage wurde Anfang der 1970er Jahre gebaut und ist der einzige vollwertige Freizeithafen zwischen Bastia und Solenzara. Der Betreiber veröffentlicht auf seiner aktuellen Website keine verlässliche Gesamt- oder Gastplatzanzahl. Anfragen erfolgen daher mit Bootsdaten und Zeitraum direkt an die Capitainerie; der Hafen arbeitet auf UKW-Kanal 9.
Wasser und Strom sind in älteren Hafenunterlagen für die Stege dokumentiert, werden auf der aktuellen Betreiberseite jedoch nicht mit Anschlusswerten oder einer Garantie für jeden Platz beschrieben. Leistung und benötigte Adapter müssen vor der Ankunft bestätigt werden. Der Sanitär-Bereich ist ausschließlich für Hafennutzer bestimmt, barrierefrei zugänglich und mit einem Digicode gesichert, den die Capitainerie ausgibt. Kostenloses WLAN und Videoüberwachung sind im gesamten Hafen verfügbar.
Die Tankstelle wird von der Capitainerie betrieben und ist ganzjährig geöffnet; ein Kartenautomat ermöglicht laut Betreiber rund um die Uhr das Tanken. Kraftstoffsorten und eventuelle Einschränkungen sollten aktuell geprüft werden. Eine öffentliche feste Pumpe für Schwarz- oder Bilgenwasser weist die aktuelle Serviceseite nicht eindeutig aus. Die Entsorgung ist deshalb vorab mit dem Hafenbüro zu klären und darf nicht vorausgesetzt werden.
Die technische Fläche bietet 40 trockene Winterlagerplätze und 20 Arbeitsplätze. Ein Travelift hebt bis 75 Tonnen; Hochdruckwäsche, Sliprampe, Hallenlager sowie Betriebe für Mechanik, Elektrik, Komposit, Sattlerei und Wartung sind vorhanden. Termine und zulässige Bootsmaße müssen individuell abgestimmt werden. Ein amtlicher Hinweis aus dem Jahr 2026 nennt im Einfahrtsbereich an der Nordmole nur 2,20 Meter statt zuvor 2,50 Meter Fahrwassertiefe; aktuelle nautische Bekanntmachungen sind daher besonders wichtig.
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Campoloro und Cervioni: von der römischen Küstenstraße zum kurzlebigen Königreich
Der moderne Hafen veränderte die Sandbewegung der Ostküste
Port de Taverna entstand ab 1972 an einer zuvor offenen, flachen Küste. Seine Molen boten erstmals einen verlässlichen Hafen zwischen Bastia und Solenzara, griffen aber zugleich in den natürlichen Sedimenttransport ein. Küstenbeobachtungen zeigen nördlich des Hafens Erosion, während sich südlich Sand ansammelt und breitere Dünenflächen entstanden.
Der Standort war schon in römischer Zeit Teil eines Verkehrsraums. Archäologische Hinweise verorten beim heutigen Taverna eine Station mit Thermen an der Straße zwischen Aléria und Mariana. Der moderne Hafen knüpft damit an einen Küstenkorridor an, der seit der Antike die Siedlungen der Ostebene verband.
Cervioni war 1736 für kurze Zeit Hauptstadt eines Königreichs
Das auf etwa 350 Metern Höhe gelegene Cervioni war Sitz der Bischöfe von Aléria. Bischof Alexandre Sauli ließ 1578 ein Seminar errichten; in dessen Räumen befindet sich heute das ethnografische Musée Anton Dumenicu Monti. Die vierzehn Säle dokumentieren Landwirtschaft, Viehzucht, Schmiede-, Web- und Sattlerhandwerk des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Während des korsischen Aufstands gegen Genua landete der westfälische Abenteurer Theodor von Neuhoff 1736 auf der Insel. Er wurde im Kloster von Alesani zum König Theodor I. gekrönt, und Cervioni diente zeitweise als Hauptstadt seines kurzlebigen Staates. Der Konflikt zwischen Anhängern der Matra-Familie und Pasquale Paoli blieb in der regionalen Erinnerung besonders präsent.
Santa Cristina bewahrt Fresken des 15. Jahrhunderts
Die kleine Kapelle Santa Cristina in Valle-di-Campoloro wirkt von außen schlicht. Im Inneren bedecken restaurierte Fresken aus dem 15. Jahrhundert die Apsis. Zu sehen sind Christus in der Mandorla, das Kollegium der Apostel und eine Folge von Heiligen, deren individuell gezeichnete Gesichter den Zyklus ungewöhnlich lebendig machen.
Die Kapelle gehört zu einer Gruppe korsischer Sakralbauten, in denen spätmittelalterliche Malerei erhalten blieb. Zusammen mit der barocken Kathedrale Sant’Eramu und dem ehemaligen Franziskanerkloster in Cervioni zeigt sie, wie der ländliche Campoloro über Jahrhunderte zugleich kirchliches Zentrum, Durchgangsraum und politischer Schauplatz war.