Calvi – Port Xavier Colonna - Port de Calvi

Liegeplätze und Werftservice im Port Xavier Colonna

Der Port Xavier Colonna liegt unmittelbar unter den Mauern der Zitadelle von Calvi. Die Stadt nennt insgesamt 490 Plätze; die aktuelle offizielle Tourismusinformation gliedert 340 Vertragsplätze und 120 Gastplätze aus. Darunter befinden sich Bereiche für Berufsfischer, Ausflugsanbieter und andere Gewerbetreibende. Vor jeder Ankunft ist die Capitainerie auf UKW-Kanal 9 zu kontaktieren; der Empfangskai liegt nordöstlich am Fuß der Befestigungen.

Wasser und Strom stehen an Kais und Pontons zur Verfügung. Veröffentlicht sind 220 und 380 Volt, wobei Anschluss und Absicherung vom zugewiesenen Platz abhängen. Der Sanitär-Bereich umfasst zehn Toiletten, zehn kostenpflichtige Duschen und kostenlose Waschbecken. Die Stegzugänge sind gesichert. Einkaufsmöglichkeiten und nautische Fachbetriebe liegen entlang des Quai Landry und im Stadtgebiet.

Die Tankstelle befindet sich links nach der Einfahrt. In der Saison werden Öffnungszeiten von 7 bis 21 Uhr genannt; angeboten werden bleifreies Benzin und Diesel. Eine Rückstands- beziehungsweise Schmutzwasserpumpe wird in aktuellen Hafenverzeichnissen ausgewiesen, doch Lage und Bedienung sind vor Ort bei der Capitainerie zu klären. Getrennte Abfallsammlung und Altölannahme gehören ebenfalls zum Service.

Das technische Gelände verfügt über eine Sliprampe, ein Hebebecken und einen Travelift bis 100 Tonnen. Werftbetriebe und Schiffsausrüster bieten Reparaturen an. Termin, Gewicht, Breite und zulässige Arbeitsweise müssen vor dem Heben bestätigt werden. Außerhalb des Hafens gilt saisonal ein geregeltes Bojenfeld; freies Ankern ist während dessen Betriebszeit in dem ausgewiesenen Bereich untersagt und darf nicht mit einem Gastplatz im Hafen verwechselt werden.

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Anreise und Einkaufen

Calvi: genuesische Festung, englische Belagerung und die Legende um Kolumbus

Die Zitadelle bewahrte ihre Bindung an Genua

Calvis befestigte Oberstadt entstand auf einem Felsvorsprung, der den Golf und den Hafen kontrolliert. Unter genuesischer Herrschaft wuchsen Mauern, Bastionen und ein enges Netz von Gassen. Die Bezeichnung „Civitas Calvi Semper Fidelis“ erinnert an die lange Loyalität der Stadt zur Republik Genua, auch während korsischer Aufstände.

Innerhalb der Mauern stehen die Kathedrale Saint-Jean-Baptiste und das Oratoire Saint-Antoine-Abbé. Letzteres wurde im 15. Jahrhundert als Kapelle einer Bruderschaft errichtet und bewahrt Fresken sowie Ausstattungsstücke aus mehreren Jahrhunderten. Archäologische Rekonstruktionen weisen zudem auf verschwundene ältere Bauten wie die frühchristliche Basilika Santa Maria hin.

Beim britischen Angriff von 1794 verlor Nelson sein rechtes Augenlicht

Während des Krieges gegen das revolutionäre Frankreich belagerte eine britisch-korsische Streitmacht Calvi. Admiral Samuel Hood führte die Flotte; Horatio Nelson kommandierte Batterien an Land. Ein Einschlag schleuderte Steine und Sand in Nelsons Gesicht. Das Auge blieb äußerlich erhalten, doch er verlor weitgehend dessen Sehkraft.

Nach wochenlangem Beschuss kapitulierte die französische Garnison im August 1794. Die Belagerung beschädigte auch Notre-Dame de la Serra, eine 1479 belegte Kapelle auf der Anhöhe südlich der Stadt. Ihr heutiger Bau stammt im Wesentlichen aus der Wiederherstellung von 1860.

Kolumbus gehört in Calvi zur Überlieferung, nicht zur gesicherten Biografie

Calvi pflegt die Tradition, Christoph Kolumbus sei in der Zitadelle geboren worden, als die Stadt zu Genua gehörte. Ein angebliches Geburtshaus und der Quai Christophe Colomb halten diese Erzählung sichtbar. Historisch belastbare Dokumente verorten seine Herkunft jedoch im genuesischen Raum und belegen Calvi nicht als Geburtsort.

Gerade diese Unsicherheit macht die Erzählung kulturgeschichtlich interessant: Sie verbindet Calvis genuesische Identität mit der berühmtesten Seefahrerfigur der Republik. Die Stadt trennt heute zunehmend zwischen lokaler Erinnerung und wissenschaftlicher Rekonstruktion; Ausstellungen in der Zitadelle zeigen ihre Entwicklung anhand archäologischer und historischer Befunde.

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