Bonifacio – Bonifacio Marina
Liegeplätze und Versorgung in der Bonifacio Marina
Die Bonifacio Marina zieht sich tief in den fjordartigen Naturhafen unterhalb der Zitadelle. Sie nimmt lokale Fischer- und Freizeitboote ebenso auf wie eine große Zahl durchreisender Yachten; veröffentlichte Unterlagen nennen Schiffe von etwa fünf bis 86 Metern. Eine belastbare aktuelle Gesamtzahl aller saisonalen und dauerhaften Plätze stellt der Betreiber auf seiner Serviceseite nicht heraus. Gerade im Sommer ist deshalb eine bestätigte Reservierung erforderlich.
Wasser und Strom stehen an Kais und Pontons über europäische Anschlüsse bereit. Für Wasser wird ein männlich-männlicher Schnellverbinder nach Gardena-Art benötigt; Adapter sind bei Schiffsausrüstern im Hafen erhältlich. Der Sanitär-Bereich umfasst neun Duschen und neun Toiletten, darunter barrierefreie Einrichtungen, und ist zu denselben Zeiten wie die Capitainerie geöffnet. Kostenloses WLAN wird nach Ausgabe des Zugangscodes angeboten.
Die Tankstelle liegt im Hafen und beherbergt zugleich die kostenlose feste Pumpe für Grau- und Schwarzwasser. Das Abpumpen erfolgt laut Betreiber auf Anfrage am Vormittag. Kraftstoffsorten, Tankstellenzeiten und die Zufahrt für große Einheiten sind vorab zu bestätigen. Getrennte Sammelstellen und Umweltmaßnahmen gehören zum als „Ports Propres“ zertifizierten Betrieb.
Eine eigene fünfköpfige Tauchergruppe hilft bei akuten Problemen wie einer Leine im Propeller oder einem festsitzenden Anker; umfangreichere Unterwasserarbeiten übernehmen externe Firmen. Eine öffentlich beworbene große Kran- oder Werftanlage gehört nicht zum zentralen Gästeservice. Reparaturen und Heben müssen daher mit örtlichen Betrieben abgestimmt werden. Die engen Hafenflächen sind im Sommer stark von Fußgängern, Gastronomie, Ausflugsbooten und Lieferverkehr geprägt.
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Bonifacio: eine Festungsstadt über 60 Meter hohen Kalkklippen
Der Naturhafen machte den schmalen Felsrücken strategisch wertvoll
Bonifacios Oberstadt steht auf einer etwa 1.500 Meter langen und nur rund 200 Meter breiten Kalksteinzunge. Ihre steilen, stellenweise 50 bis 60 Meter hohen Klippen schützen die Südseite Korsikas und überblicken die nur rund zwölf Kilometer breite Meerenge nach Sardinien.
Die Tradition führt eine erste Befestigung auf Bonifatius II. von Tuszien im 9. Jahrhundert zurück. Im Mittelalter stritten Pisa und Genua um den Platz; schließlich formte Genua Bonifacio zu einem befestigten Handelsstützpunkt. Häuser, Speicher und Kirchen drängten sich hinter Mauern, während der lange Einschnitt darunter einen außergewöhnlich geschützten Hafen bot.
Der aragonesische Angriff von 1420 wurde zur Stadtlegende
Alfons V. von Aragón belagerte das genuesische Bonifacio 1420 über mehrere Monate. Die Stadt hielt stand, und der König zog Anfang 1421 ab. Der Legende nach schlugen seine Soldaten in nur einer Nacht die 189 Stufen des heutigen Escalier du Roy d’Aragon in die Klippe.
Archäologie und Schriftquellen erzählen eine andere Geschichte. Der Weg folgt einer natürlichen geologischen Spalte, die vermutlich schon lange genutzt und im Mittelalter ausgebaut wurde. Ein genuesischer Plan von 1481 erwähnt nahe dem Torrione einen „escalier de Soccorso“, also einen Notzugang. Der tiefe Treppenlauf könnte außerdem den Zugang zu einer Süßwasserstelle in der Felswand gesichert haben.
Festungsbau blieb bis ins Industriezeitalter aktuell
Der Bastion de l’Étendard bewacht die Landseite und zeigt in seinen unterirdischen Räumen die Entwicklung der Befestigungen. Die Porte de Gênes war über Jahrhunderte der kontrollierte Hauptzugang zur Oberstadt. Im Inneren bewahren Sainte-Marie-Majeure und ihre Loggia kommunale und religiöse Funktionen des genuesischen Bonifacio.
Noch 1899 grub das französische Militär den „Gouvernail“ in die Klippe. Ein Tunnel mit 164 Stufen führt zu einer Kasematte über der Meerenge. Zusammen mit mittelalterlichen Mauern, dem Treppenweg und den jüngeren Militäranlagen zeigt er, wie dieselbe Geologie Bonifacio über viele Jahrhunderte Schutz, Wasserversorgung und Kontrolle des Seewegs ermöglichte.