Bastia – Vieux Port
Liegeplätze und Versorgung im Vieux-Port de Bastia
Der Vieux-Port de Bastia liegt in der engen Conca Marina zwischen Terra Vecchia und der Zitadelle. Er ist ein kleiner historischer Fischer- und Freizeithafen, nicht der moderne Port de Toga nördlich des Fährhafens. Mehrere Online-Verzeichnisse schreiben dem Vieux-Port irrtümlich Togas 357 Liegeplätze zu. Die Stadt veröffentlicht derzeit keine belastbare aktuelle Gesamtkapazität für das alte Becken; Gastplätze müssen direkt bei der Capitainerie auf UKW-Kanal 9 bestätigt werden.
Wasser und Strom sind an ausgerüsteten Kais und Stegen vorhanden. Einheitliche Spannungen, Absicherungen und die Ausstattung jedes Platzes sind in den aktuellen städtischen Unterlagen jedoch nicht vollständig ausgewiesen. Gleiches gilt für den Zugang zu Duschen, Toiletten und Wäscherei. Die Sanitär-Nutzung sollte deshalb zusammen mit der Liegeplatzbestätigung geklärt werden, statt Angaben des Port de Toga zu übernehmen.
Der Vieux-Port betreibt eine Tankstelle; der 2025 erneuerte Fischersteg erhielt einen überarbeiteten Bedienbereich mit Lagerflächen sowie Anschlüsse für Wasser und Elektrizität. Aktuelle Kraftstoffsorten und Öffnungszeiten sind bei der Capitainerie zu erfragen. Eine feste öffentlich dokumentierte Absaugstation für Schwarz- oder Bilgenwasser ist in den jüngsten städtischen Informationen nicht eindeutig belegt. Die Entsorgung muss daher vor Ort abgestimmt werden.
Eine größere Werft, ein Travelift oder eine umfassende Arbeitsfläche gehören nicht zum dicht bebauten historischen Becken. Solche Leistungen sind eher in Toga oder bei anderen technischen Standorten zu organisieren. Der Hafen teilt sich seine schmalen Flächen mit Berufsfischern, Gastronomie und Fußgängern. Die neue Promenade und der Mantinum-Aufgang zur Zitadelle haben den landseitigen Raum weiter geöffnet, ohne die Arbeitsbereiche der Fischer aufzuheben.
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Bastia: aus Porto Cardo wuchs die genuesische Hauptstadt Korsikas
Eine Festung gab Bastia ihren Namen
Am natürlichen Hafen Porto Cardo bestand bereits eine Fischersiedlung, als der genuesische Gouverneur Leonello Lomellini 1378 seinen Sitz von Biguglia auf den Felssporn darüber verlegte. Die dort errichtete Festung, auf Italienisch „bastia“, gab der späteren Stadt ihren Namen.
Rund um die Gouverneursresidenz entstand Terra Nova, die befestigte Oberstadt. Die Mauern waren 1480 vollendet; der Palazzo dei Governatori erhielt bis 1530 seine ausgebaute Form. Der ältere Hafenbezirk unterhalb wurde nun Terra Vecchia genannt. Seine hohen, schmalen Häuser folgen dem amphitheaterartigen Rand der Bucht.
Religiöse Bruderschaften schufen ein barockes Stadtbild
Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelten sich in Bastia zahlreiche confréries, religiöse Laienbruderschaften mit sozialen, karitativen und zeremoniellen Aufgaben. Ihre Oratorien gehören zu den reichsten barocken Innenräumen Korsikas. Besonders das Oratoire de l’Immaculée-Conception und das Oratoire de la Confrérie Sainte-Croix verbinden schlichte Fassaden mit vergoldeten Altären und aufwendigen Textilien.
Die Kirche Saint-Jean-Baptiste überragt den Vieux-Port mit ihrer markanten Doppelturmfassade. Ihr heutiger Bau stammt im Wesentlichen aus dem 17. Jahrhundert und wurde später barock ausgestattet. Kathedrale Sainte-Marie in Terra Nova und Oratoire Sainte-Croix zeigen, dass die politische Oberstadt zugleich ein bedeutendes religiöses Zentrum war.
Terra Vecchia und Terra Nova erzählen zwei Stadtepochen
Die Zitadelle folgte der geordneten genuesischen Stadtplanung mit geraderen Straßen. Rund um den Hafen blieben dagegen ältere Wege, Treppen und eng gestaffelte Häuser bestimmend. Im 19. Jahrhundert wuchs Bastia nach Norden: Place Saint-Nicolas wurde erweitert, breite Boulevards und bürgerliche Wohnhäuser ergänzten die beiden historischen Kerne.
Der Mantinum und die Küstenpromenade Aldilonda verbinden heute den südlichen Kai mit der Zitadelle und führen teilweise über dem Fels am Meer entlang. Dadurch lässt sich der Höhenunterschied, der Bastias Entstehung bestimmte, unmittelbar ablesen: unten die geschützte Arbeitsbucht von Porto Cardo, darüber die Macht- und Verwaltungsstadt der genuesischen Gouverneure.