Ajaccio – Port Tino Rossi - Vieux Port

Liegeplätze und Versorgung im Port Tino Rossi

Der Port Tino Rossi liegt unterhalb der Zitadelle direkt an Ajaccios Altstadt und Markt. Der kommunale Fischerei- und Freizeithafen wird in aktuellen Hafenverzeichnissen mit rund 300 Liegeplätzen und etwa 80 Gastplätzen geführt. Da Kapazitätsangaben je nach einbezogenem Großyacht- und Mooringbereich abweichen, ist die bestätigte Reservierung maßgeblich. Die Hafenaufsicht arbeitet auf UKW-Kanal 9.

Wasser und Strom stehen an den ausgerüsteten Liegeplätzen bereit. Das Tourismusbüro nennt Anschlüsse von 16 Ampere bei 220 Volt bis 125 Ampere bei 380 Volt, insbesondere für größere Einheiten am erneuerten Hauptkai. Die konkrete Leistung hängt vom Platz ab und muss vorab geklärt werden. Sanitäranlagen mit Duschen, Toiletten und Waschmöglichkeiten sind vorhanden; Zugang und Nutzungszeiten nennt die Capitainerie bei der Anmeldung.

Eine Tankstelle gehört zum Hafenservice. Kraftstoffsorten, Bedienzeiten und die Eignung für größere Boote sollten aktuell bestätigt werden. Tino Rossi ist als „Ports Propres“ zertifiziert und verfügt über Einrichtungen für Bilgen-, Grau- und Schwarzwasser sowie einen überwachten Sammelpunkt für technische Abfälle. Die Pumpennutzung wird über das Hafenpersonal organisiert und sollte nicht erst unmittelbar vor der Abfahrt angefragt werden.

Eine Arbeits- und Kranfläche sowie nautische Dienstleister liegen im Hafenumfeld. Verlässliche aktuelle Traglasten und zulässige Bootsmaße veröffentlicht der kommunale Betreiber nicht zentral; Hebevorgänge und Reparaturen müssen daher individuell vereinbart werden. Vor der Einfahrt ist auf Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Fischer und Ausflugsboote zu achten. Die Großyacht-Moorings außerhalb des Beckens sind ein eigener, vom Hafen betreuter Bereich und keine frei nutzbaren Gastbojen.

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Anreise und Einkaufen

Ansicht von Ajaccio – Port Tino Rossi - Vieux Port
Ansicht von Ajaccio – Port Tino Rossi - Vieux Port. Foto: Jean-Pol GRANDMONT / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY 3.0.

Ajaccio: genuesische Festungsstadt und Geburtsort Napoleons

Die heutige Stadt entstand 1492 an einer neuen Festung

Ajaccios älterer Siedlungsplatz lag weiter im Landesinneren und war durch Überfälle und sumpfiges Gelände gefährdet. 1492 beauftragte die genuesische Banco di San Giorgio den Mailänder Cristoforo de Gandino mit einer neuen befestigten Stadt am Capo di Bolo. Ein Kastell auf dem ins Meer ragenden Fels bildete den Kern der späteren Zitadelle.

Innerhalb der Mauern standen zunächst schlichte, oft nur eingeschossige Häuser. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert kamen die Kathedrale und weitere Kirchen hinzu. Vor dem Stadttor wuchs U Borgu, zunächst geprägt von Salzlager, Fischern und Korallenhändlern. Die Rue Fesch folgt heute diesem historischen Vorstadtbereich.

Napoleons Geburtshaus zeigt eine korsische Familie im Aufstieg

Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 in der Rue Saint-Charles geboren, wenige Monate nachdem Korsika unter französische Herrschaft gekommen war. Das Haus war seit dem späten 17. Jahrhundert im Besitz der Familie und wurde im Laufe mehrerer Generationen erweitert. Es zeigt weniger einen kaiserlichen Palast als das Wohnumfeld einer aufstrebenden lokalen Adelsfamilie.

Napoleon schlug 1801 als Erster Konsul einen Plan zur Erweiterung und Verschönerung Ajaccios vor. Mauern wurden teilweise abgetragen, Wasserleitungen und neue Plätze angelegt. Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt entlang des Cours Napoléon; Palais Fesch, Chapelle Impériale und die späteren Wohnquartiere verankerten die Erinnerung an die Familie dauerhaft im Stadtbild.

Ajaccio wurde 1943 als erste französische Stadt befreit

Nach dem italienischen Waffenstillstand begann am 9. September 1943 auf Korsika der Aufstand gegen deutsche Besatzungstruppen. Widerstandskämpfer, korsische Einheiten, italienische Soldaten und aus Algier kommende französische Truppen wirkten in einer ungewöhnlichen Konstellation zusammen. Ajaccio kam bereits an diesem Tag unter freie französische Kontrolle.

Die Kämpfe auf der Insel dauerten bis Anfang Oktober und endeten mit dem deutschen Rückzug über Bastia. Ajaccio beansprucht deshalb die Rolle der ersten befreiten französischen Stadt. Neben der allgegenwärtigen napoleonischen Erinnerung besitzt die Stadt damit auch einen wichtigen, eigenständigen Platz in der Geschichte der Befreiung Frankreichs.

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